3:2 gegen Chiasso - Der FC Wil sichert sich den Klassenerhalt

Trotz einem frühen Rückstand bewahren die Wiler die Nerven und gewinnen mit 3:2 gegen Chiasso. Vor allem fussballerisch war der FC Wil phasenweise eine Klasse besser als sein Gegner.

Gianluca Lombardi
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Der Jubel nach dem zwischenzeitlichen 3:1 war riesig.

Der Jubel nach dem zwischenzeitlichen 3:1 war riesig.

Foto: Gianluca Lombardi

Alex Frei hatte einen giftigen und aggressiven FC Wil angekündigt, der auf alles rennt was sich bewegt. Von diesem Orkan war in der Anfangsphase höchstens ein laues Lüftchen zu sehen. Die Strafe folgte auf dem Fuss. Nach einer Ecke genoss Merlin Hadzi alle Freiheiten, stieg am höchsten und köpfte zur Tessiner Führung ein. So hatte sich das hier niemand vorgestellt.

Die Wiler hatten zu beissen und brauchten lange, um in die Partie zu finden. Immer wieder unterband Schiedsrichter Alain Bieri die Wiler ihn ihren Zweikämpfen, wohl aber nicht immer ganz zurecht. So zum Beispiel als Valon Fazliu den Tessiner Torhüter kaum berührte, dieser aber den sterbenden Schwan imitierte. Ob Alexandros Safarikas damit auf eine Oscar Nominierung hoffte, wird sein Geheimnis bleiben.

Eine sportliche Antwort hatten die Äbtestädter dann aber doch noch bereit. Mergim Brahimi überlistete den Chiasso Schlussmann mit einem wunderschönen Schlenzer. Es war der entscheidende Moment in diesem Duell, der das Spiel nun auf Wiler kippen liess.

Mit seinem Schlenzer brachte Mergim Brahimi die Wiler zurück ins Spiel.

Mit seinem Schlenzer brachte Mergim Brahimi die Wiler zurück ins Spiel.

Foto: Gianluca Lombardi

Fussballerisch überlegen

Nach dem Seitenwechsel spielten fast nur noch die Hausherren. Die Führung lag in der Luft, und fiel nach einer knappen Stunde. Safarikas machte beim Abschluss von Maren Haile-Selassie keine gute Figur, was den Wilern herzlich egal war. Die Erleichterung bei den Ostschweizern war nun greifbar. Von den Tessinern kam fussballerisch zu wenig, um hier nochmals wirklich gefährlich zu werden.

Spätestens als Silvio für das 3:1 sorgte, schien die Messe gelesen zu sein. Chiasso dümpelte vor sich hin und zeigte, warum es für die Grenzstädter vermutlich die vorläufig letzte Saison in der Challenge League gewesen sein dürfte. Erst als die Gäste in der Nachspielzeit noch zu einem Strafstoss kamen, keimte nochmals Hoffnung auf. Doch ein wenig Zittern und ein paar Zeigerumdrehungen später beendete der Unparteiische die Partie.

Riesig war die Erleichterung nach dem Spiel. Mit der mit abstand jüngsten Mannschaft haben es die Wiler geschafft, den Klassenerhalt vorzeitig zu sichern. Die Art und Weise wie das an diesem Abend bewerkstelligt wurde, zeugt von einer mentalen Reife, die nicht selbstverständlich ist.

Telegramm:

FC Wil 1900 – FC Chiasso 3:2 (1:1)
Sportpark Bergholz, Wil: 100 Zuschauer (ausverkauft) – Schiedsrichter: Bieri.
Tore: 7. Hadzi 0:1, 44. Brahimi 1:1, 58. Haile-Selassie 2:1, 72. Silvio 3:1, 94. Bahloul 3:2 (Foulelfmeter).
Wil: Köhn; Dickenmann, Muntwiler, Kronig, Schäppi (16. Sauter); Kamber, Krasniqi; Brahimi, Fazliu, Haile-Selassie; Silvio (90. Jones).
Chiasso: Safarikas; Dixon (78. Magnin), Affolter, Pavlovic (57. Strechie); Malinowski (80. Lujic), Silva, Maccoppi (57. Pasquarelli), Hadzi; Bahloul, Manicone (57. Sifneos), Marzouk.
Bemerkungen: Wil ohne Zumberi (gesperrt), Sarcevic, Talabidi, Paunescu, Abubakar, Mettler, L. Abazi, Klein und Krunic (alle nicht im Aufgebot). Chiasso ohne Hajrizi (gesperrt), Delli Carri, Antoniazzi, Sörensen, D’Ippolito, Morganella (alle verletzt), Stabile, Ronchetti, Zunic, Clément, Amendola, Martorana, Fernando, Keller, Stevic, Cortesi, Tonelli, Maurin, Zahaj und N. Abazi (alle nicht im Aufgebot). - 75. Pfostenschuss Krasniqi
Verwarnungen: 30. Krasniqi, 39. Fazliu, 45. Maccoppi, 68. Hadzi, 86. Strechie, 87. Dickenmann, 92. Jones, 93. Sauter, 97. Magnin.