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3. Rang im Super-G von Garmisch: Ein Plädoyer für Gut-Behrami

Lara Gut-Behrami erlebt eine schwierige Saison. Im Super-G von Garmisch wird sie Dritte. Der Schweizer Cheftrainer macht sich danach für die Tessinerin stark.
Claudio Zanini, Garmisch
Zufrieden nach ihrem dritten Platz: Lara Gut-Behrami. (Bild: Stephan Jansen/Keystone, Garmisch-Patenkirchen, 26. Januar 2019)

Zufrieden nach ihrem dritten Platz: Lara Gut-Behrami. (Bild: Stephan Jansen/Keystone, Garmisch-Patenkirchen, 26. Januar 2019)

In einer WM-Saison läuft man als Beobachter in Gefahr, Resultate höher zu gewichten als nötig. Aus nackten Platzierungen werden vorschnell Prognosen für die Titelkämpfe. Doch die Verfassung einer Athletin lässt sich eben nicht wirklich an einem Rang festmachen. Und die Ränge sind nicht schlecht, sobald sie ausserhalb von 1 bis 3 liegen. Wahrscheinlich ist es das, was Lara Gut-Behrami (27) im Zielraum von Garmisch den Journalisten zu erklären versucht. «Auch wenn du auf dem 30. Platz stehst, dann bist du 30. der Welt. Das heisst, von sieben Milliarden Menschen waren nur 29 besser als du. So schlecht ist das nicht.» Man darf diese Sätze durchaus mit einer gewissen Schärfe lesen. Im selben Atemzug sagt Gut-Behrami auch: «Jeder, der meint, er könne es besser, ist noch nie hier runtergefahren.»

Wer ohne Vorwissen an dieses Gespräch herangelaufen wäre, hätte wohl gedacht, die Skifahrerin verarbeite eine Niederlage. Aber so war es nicht. Gut-Behrami wurde zuvor Dritte im Super-G, es ist ihr zweiter Podestplatz der Saison. Im Dezember fuhr sie in derselben Disziplin in St. Moritz auf den zweiten Platz.

Der Gesichtsausdruck einer Sphinx

Wie sind die Aussagen also zu verstehen? Gut-Behrami bekam einigen medialen Gegenwind zu spüren in den letzten Wochen. Rund um ihre Baisse wurde viel berichtet. Es ist wohl das unangenehme Schicksal einer hochdekorierten Athletin. Bei ihr werden auch drei Top-Ten-Plätze als Krise gedeutet.

Cheftrainer Beat Tschuor, seit dieser Saison im Amt, kann der Berichterstattung über Gut-Behrami wenig abgewinnen. Tschuor plädiert für mehr Fairness. Sein Standpunkt: Die Tessinerin werde teilweise unberechtigt kritisiert. «Da fehlt zum Teil der Respekt. Einer Athletin mit einem solchen Palmarès muss man auch vertrauen können. Sie hat den Gesamtweltcup gewonnen, hat mehrere Medaillen», sagt er. «Alle unsere Athletinnen haben eine Topausstrahlung, sie arbeiten alle sehr hart.» Tschuor wird am besten wissen, wie es um seine Fahrerinnen steht. Dass er sich auch einmal wie ein Schutzschild vor sie stellt, gehört zu seinem Jobprofil. Doch mediale Auswüchse einzudämmen, dürfte im Fall von Gut-Behrami schwierig sein. Seit ihrer Hochzeit mit dem Fussballer hat ihre Sichtbarkeit zugenommen. Ihr Privatleben wird noch mehr filetiert. Ein «People»-Magazin führt etwa aktuell eine Umfrage durch. Die Fragestellung: Schadet die Beziehung zu Valon Behrami Lara Guts Sportkarriere?

Die Skifahrerin selbst liess im Zielraum von Garmisch wenig Rückschlüsse zu. War sie nun zufrieden, hatte sie neuen Mut gefasst, denkt sie vielleicht schon an den Super-G von Are? Mit dem Gesichtsausdruck einer Sphinx erzählte sie bruchstückhaft: «Ja, der dritte Platz ist cool. Bei mir ist wichtig, dass ich mich gut fühle. Cortina war ein Schritt vorwärts. Heute hatte ich es im Griff. Das heisst aber nicht, dass ich ab heute wieder alles im Griff habe von oben bis unten.» Antworten werden folgen. Ihr ist nach wie vor vieles zuzutrauen.

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