25 Grad und keine Trainingshalle

Die Schweizer Curlerinnen haben eine ungewöhnliche WM-Vorbereitung hinter sich. Dennoch sind sie zuversichtlich, ab morgen in Südkorea um eine Medaille zu spielen.

Drucken
Teilen

Die Frauen des CC Davos haben erfolgreiche Monate hinter sich: Sie gewannen den EM-Titel sowie die Schweizer Meisterschaft und sind für die Olympischen Spiele in Vancouver so gut wie qualifiziert. Nun will das Team von Mirjam Ott die Saison mit einer Medaille an der WM im südkoreanischen Gangneung beenden.

Obwohl Pyeongchang Kandidat für die Olympischen Winterspiele 2018 ist, verfügt Südkorea nicht über eine ausgeprägte Wintersport-Tradition. 2006 in Turin holte das Land von den elf Medaillen deren zehn im Shorttrack und eine im Eisschnelllauf. Curling ist praktisch kein Thema in Südkorea. Dies bekamen Ott und ihre Kolleginnen in den vergangenen Tagen zu spüren. Da Trainings in der Wettkampfhalle untersagt waren, mussten sich die Schweizerinnen auf die Suche nach einer Alternative machen. Doch zunächst gab es weit und breit keine andere Curling-Halle. Schliesslich wurden sie nach langem Hin und Her doch noch fündig– vier Stunden vom WM-Ort entfernt.

«Wie in den Ferien»

Ausserdem sind die Temperaturen für Curlerinnen gewöhnungsbedürftig: In Südkorea ist es derzeit 25 Grad warm. «Dies ist definitiv die exotischste Erfahrung, die ich bis jetzt im Zusammenhang mit Curling gemacht habe», so Ott kurz vor dem WM-Auftakt. Der erste Teil der Vorbereitung war angenehmer. Die Schweizerinnen absolvierten in Edmonton effiziente Trainings mit ihrem kanadischen Coach Ken Tralnberg. «In Südkorea fühlt man sich momentan aufgrund der klimatischen Bedingungen fast wie in den Ferien», sagt Ott. «Ich bin deshalb froh, dass das WM-Turnier nun losgeht.» Das erste Spiel tragen die Schweizerinnen morgen um 7 Uhr Schweizer Zeit gegen Deutschland aus.

Starke Besetzung

Die Equipe von Andrea Schöpp gehört allerdings nicht zum engsten Favoritenkreis. Diesen bilden mit den Schweizerinnen die Titelverteidigerinnen aus Kanada, die Schottinnen mit der dreifachen Junioren-Weltmeisterin Eve Muirhead, die Schwedinnen mit Olympiasiegerin Anette Norberg und die WM-Zweiten des vergangenen Jahres aus China.

Die Schweizerinnen wollen auf jeden Fall den Einzug in die Playoffs schaffen. Diese erreichen sie, wenn sie nach der Round Robin mindestens den vierten Rang belegen. Danach stünde in den sogenannten Page-System-Spielen der Kampf um die Medaillen an. Der bisher letzte Schweizer WM-Titel bei den Frauen liegt 26 Jahre zurück. (si)

Aktuelle Nachrichten