Heimspiel im Bergholz
2:2 in fulminantem Duell: Der FC Wil punktet gegen Thun – die Gegentore sorgen für Gesprächsstoff

In einem fulminanten Duell trennen sich der FC Wil und der FC Thun mit einem Unentschieden. Drei Aluminiumtreffer, zwei Elfmeter, vier Tore. In diesem Spiel war alles drin. Doch die Treffer der Thuner sorgten für Gesprächsstoff.

Gianluca Lombardi
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Die Wiler bejubeln die zwischenzeitliche 2:1 Führung.

Die Wiler bejubeln die zwischenzeitliche 2:1 Führung.

Bild: Gianluca Lombardi

Es war etwas los im Wiler Bergholz, sowohl auf als auch neben dem Platz. Seit langem wieder einmal, war das Stadion für Äbtestädter Verhältnisse ganz anschaulich gefüllt. Den anwesenden Zuschauern wurde von beiden Mannschaften etwas geboten. Den besseren Start erwischten dabei die Gäste aus dem Berner Oberland. Bereits in der ersten Spielminute streifte ein Abschluss haarscharf am Wiler Tor vorbei. Da hätte sich niemand über eine frühe Führung beklagen dürfen.

Im gleichen Stil ging es weiter, nur vier Minuten später setzten die Thuner einen Kopfball knapp am Tor vorbei. Nun waren die Wiler an der Reihe. Marcin Dickenmann liess es wortwörtlich krachen. Sein strammer Abschluss landete am Lattenkreuz. Fortan ging es ein weniger ruhiger, aber nicht minder spannend zur Sache.

Energische Reaktion

Mehr als eine halbe Stunde war gespielt, als die Berner Oberländer plötzlich in Front lagen und Alex Frei sich die gelbe Karte abholt. Er machte seinem Ärger lautstark Luft. Nicht weil ein Tor gefallen ist, sondern vielmehr über den Ursprung dieses Treffers. Der Ball war vor dem Treffer deutlicher über der Seitenauslinie, doch weder der Linienrichter noch der vierte Offizielle wollten das so sehen.

Die Antwort der Wiler fiel energisch aus. Im direkten Gegenzug glichen die Ostschweizer die Partie wieder aus. Josias Lukembila durfte sich als Torschütze feiern lassen. Beinahe wäre der Torjubel aber noch im Hals stecken geblieben, denn erst im dritten Anlauf brachten hier die Hausherren den Ball über die Linie. Das 1:1 zur Pause war ein überaus gerechtes Resultat.

Zwei Elfmeter

Auch nach dem Seitenwechsel ging es im gleich hohen Rhythmus weiter. Chancen aus dem Spiel heraus gab es auf beiden Seiten zur Genüge. Ein bisschen mehr als 50 Minuten waren gespielt, als sich Lukembila schön im Thuner Strafraum durch setzte und knapp scheiterte. Nur zwei Zeigerumdrehungen später stand der Wiler Neuzugang erneut im Blickfeld.

Er flog im eigenen Sechzehner richtiggehend mit der Hand zum Ball und verursachte damit einen Elfmeter. Manch ein Torhüter wäre auf diese Flugeinlage wohl stolz gewesen. Aus der erneuten Thuner Führung wurde aber nichts. Der 19-jährige Marvin Keller im Wiler Tor parierte den Elfmeter. Weil die Gäste mit der darauf folgenden Ecke auch noch die Latte trafen, blieb es vorerst beim 1:1.

Marvin Keller pariert den Thuner Elfmeter

Marvin Keller pariert den Thuner Elfmeter

Bild: Gianluca Lombardi

Dritter Aluminiumtreffer

Nach einem Foul an Dickenmann wurde auch den Äbtestädtern ein Elfmeter zugesprochen. Auch hier war der Torwart noch am Ball, liess diesen aber zur Führung durchrutschen. Nun waren es die Wiler die in Front lagen. Der FC Thun war nun gefordert und krallte sich immer mehr in der Wiler Hälfte fest. Trotzdem kamen die Wiler weiterhin zu guten Chance.

Der starke Bahloul setzt eine Viertelstunde vor Schluss einen Abschluss an den Pfosten. Das wäre wohl die Entscheidung an diesem Abend gewesen. Doch stattdessen war den Berner Oberländern der letzte Treffer vorbehalten. Nach einer Ecke fand der Ball den Weg zum freistehende Pius Dorn, der für die Thuner die Partie ausglich. Auch hier wurde einige Stimmen laut, dass der Treffer wohl nicht hätte zählen dürfen.

Es war ein 2:2, das am Ende für beide Teams ein gerechter Lohn darstellte. In einer Partie, die jederzeit auf die eine oder andere Seite hätte kippen können, zeigten beide Mannschaften eine leidenschaftliche Leistung und betrieben beste Werbung für die Challenge League.

Telegramm:

FC Wil 1900 – FC Thun 2:2 (1:1)
Sportpark Bergholz, Wil: 940 Zuschauer – Schiedsrichter: Schärli.
Tore: 36. Schwizer 0:1, 38. Lukembila 1:1, 63. Bahloul 2:1 (Foulelfmeter), 82. Dorn 2:2.
Wil: Keller; Dickenmann, Izmirlioglu, Sauter (46. Talabidi), Brahimi; Kamber, Ndau; Bahloul, Zumberi (84. Reichmuth), Lukembila (80. Frei); Silvio (71. Jones).
Thun: Hirzel; Wetz (64. Schüpbach), Havenaar, Bürki, Dorn; Rüdlin, Roth; Dzonlagic (79. Kyeremateng), Castroman (64. Dos Santos), Schwizer (45. Josué); Chihadeh (64. Gerndt).
Bemerkungen: Wil ohne Fazliu (gesperrt), Heule, Ismaili, Malinowski, Muntwiler (alle verletzt), Abazi, Rustemoski (beide nicht im Aufgebot). Thun ohne Karlen (gesperrt), Fatkic, Hefti, Ndongo (alle verletzt), Ahmed und Hasler (beide nicht im Aufgebot).
Verwarnungen: 9. Izmirlioglu, 37. A. Frei (ausserhalb des Spielfelds), 56. Lukembila, 57. Kamber, 57. Chihadeh, 65. Dorn.

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