15 000 Teilnehmer, 13. Rang

MARATHON. Der Thurgauer Patrik Wägeli hat am diesjährigen Barcelona-Marathon seine Erwartungen übertroffen. Nur acht Afrikaner, zwei Spanier, ein Uruguayer und ein Portugiese waren schneller als der Bauer aus Nussbaumen.

Ralf Rüthemann
Drucken
Patrik Wägelis Zieleinlauf am Marathon in Barcelona. (Bild: pd)

Patrik Wägelis Zieleinlauf am Marathon in Barcelona. (Bild: pd)

Es war sein erster Marathon, doch Patrik Wägeli mischte gleich bei den Besten mit. Am Barcelona-Marathon erreichte der 24jährige Thurgauer den sensationellen 13. Rang von 15 000 Männern, die teilgenommen haben. Den 42 Kilometer langen Rundkurs legte Wägeli in zwei Stunden, 27 Minuten und 46 Sekunden zurück. Sein Ziel war, den Marathon in zweieinhalb Stunden zu absolvieren.

Normalerweise läuft Wägeli eher kurze Strecken. «Ich habe schon an etlichen OL-Läufen und Halbmarathons teilgenommen.» Nun zeigte er aber, dass er auch bei den Langstreckenwettkämpfen sehr gut mithalten kann – mit einer Weltklassezeit.

Der nächste Schweizer: Rang 24

Der Bauer aus Nussbaumen trainiert etwa zweimal pro Woche beim LC Frauenfeld, läuft aber auch für seinen Sponsor Mega Joule aus Homburg, eine Firma, die Coachings für Ernährung, Bewegung und Sport anbietet. In Barcelona trat Wägeli zusammen mit einem Kollegen aus dem Kanton Aargau an. Beide hatten sich die Marke 2:30 Stunden gesetzt, doch nur Wägeli erreichte diese. Sein Kollege Samuel Keller war auf Rang 24 mit einer Zeit von 2:31:01 der nächstbeste Schweizer.

«Nachdem wir die etwas chaotische Webseite gesehen hatten, waren wir überrascht, wie gut der Barcelona-Marathon organisiert war», erzählt Patrik Wägeli. Anders als beim New-York-Marathon konnten die Läufer auch noch kurz vor dem Start erscheinen. Die schöne Umgebung in Barcelona habe er nur in den ersten eineinhalb Stunden wirklich wahrnehmen können. Danach sah er praktisch nur noch die Strecke. Doch sein Kollege Samuel Keller war noch schlimmer dran: «Er wusste nach dem Rennen nicht einmal mehr, dass wir das Meer entlang gerannt waren.»

Wägeli setzt nicht alles auf Sport

Anfang März war Patrik Wägeli eine Woche in einem Trainingslager in Mallorca. Diesen Winter trainierte er allgemein etwas mehr als sonst, deshalb hat er sich an den Barcelona-Marathon gewagt. Jetzt möchte sich Wägeli aber wieder vermehrt auf kurze Strecken konzentrieren, zumindest in nächster Zeit. Über Ostern absolviert er fünf OL-Wettkämpfe in Schweden und Finnland. «Und im Herbst mache ich vermutlich wieder einmal einen Halbmarathon.»

Wie es danach weitergeht, weiss Wägeli noch nicht genau. Er kann und will nicht alles auf die Karte Sport setzen, denn in Nussbaumen führt er mit seinem Vater einen Bauernhof. «Ich denke, ich werde das Training in diesem Rahmen beibehalten. Ich bin mir aber auch bewusst, dass es zu wenig ist, um ganz an die Spitze zu kommen.»