0,2 Sekunden fehlen für Bronze

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WM Freude, Genugtuung, Zu- friedenheit, Enttäuschung und Frust – beinahe die gesamte Gefühlspalette wurde im Lager von Swiss-Ski nach dem WM-Staffelrennen der Männer abgedeckt. Ob die Schweizer in den kommenden Jahren einem Podestplatz nochmals so nahe kommen werden, ist ungewiss. Zwei Zehntelsekunden nach 100 Minuten Wettkampfdauer trennten die Schweizer mit Schlussläufer Curdin Perl von Schweden mit Calle Halfvarsson.

Der finale Kampf um Bronze war in Sachen Dramatik und Spannung kaum zu toppen. Perl, Halfvarsson, der Deutsche Lucas Bögl und der Finne Matti Heikkinen gingen die vierte Ablösung zunächst überaus passiv an, oftmals waren sie nahe an Stillstandsversuchen. Die erwarteten Angriffe liessen bis zwei Kilometer vor Schluss auf sich warten. Die Vorentscheidung zu Ungunsten der Schweizer schien gefallen, als Halfvarsson und Heikkinen im letzten Anstieg davonzogen, derweil Perl hinter Bögl aufgehalten wurde. Doch die kurzzeitig enteilten Halfvarsson und Heikkinen bummelten auf der Anhöhe vor der Stadioneinfahrt und liessen Perl auf dessen schnellen Ski in der Abfahrt aufschliessen. Im Sulzschnee kam der Finne prompt zu Fall, Halfvarsson war für Perl aber nicht mehr zu schnappen. Der Schweizer sagte: «Ein wenig Frustration ist sicher auch da. So nah an einer Medaille waren wir noch nie. Es nervt mich schon, dass ich es nicht ganz gepackt habe.»

Norwegen holt Gold vor Russland

Eine starke Leistung hatte zum Auftakt Jason Rüesch gezeigt. Später dann gelang es dem Teamleader Dario Cologna als dritter Läufer bei seinem ersten WM-Einsatz in Finnland, die Lücke auf die drittplatzierten Finnen zu schliessen. Gleichwohl hinterliess der dreimalige Olympiasieger nach einer langen Wettkampfpause keinen unwiderstehlichen Eindruck. Im Kampf um Gold schaffte der Norweger Martin Johnsrud Sundby letztlich die Zäsur. Den Sieg brachte Finn Haagen Krogh schliesslich sicher vor den Russen ins Ziel. (sda)