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Wer umdenkt, wird gefördert

Kanton und Stadt St. Gallen haben sich in ihren Energiekonzepten hohe Ziele gesteckt. Die Bevölkerung muss dabei den Wandel zu erneuerbaren Energien und höherer Energieeffizienz mittragen. Motivieren sollen unter anderem Förderbeiträge – den Durchblick im Beitragsdschungel zu erlangen, ist nicht einfach. Hilfreich sind auch persönliche Beratungsgespräche.
Malolo Kessler
Wie ein Haus energetisch sinnvoll modernisiert werden kann, zeigt diese Grafik. Ansatzpunkte zur Energieeinsparung gibt es viele. (Bild: Amt für Umwelt und Energie Stadt St. Gallen)

Wie ein Haus energetisch sinnvoll modernisiert werden kann, zeigt diese Grafik. Ansatzpunkte zur Energieeinsparung gibt es viele. (Bild: Amt für Umwelt und Energie Stadt St. Gallen)

Die Kohlendioxidemission bis im Jahr 2020 um 20 Prozent reduzieren: Das ist das Ziel, das sich der Kanton St. Gallen in seinem Energiekonzept gesteckt hat. Ein solches Konzept hat auch die Stadt St. Gallen. In diesem sieht sie unter anderem vor, bis 2050 den Gesamtenergiebedarf für Raumwärme und Warmwasser zu halbieren. Damit haben sich Stadt und Kanton ehrgeizige Ziele gesteckt. Ziele, die sich nur erreichen lassen, wenn die Bevölkerung umdenkt.

Woher gibt es wofür Geld?
Anreiz zum Umdenken sollen Fördermassnahmen bieten. Wer auf erneuerbare Energien, einen tieferen Verbrauch und einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen setzt, wird finanziell unterstützt. Nur: Von wem genau? Und welche Bedingungen müssen erfüllt werden? Fragen, mit denen sich sowohl Hausbesitzer als auch Unternehmen konfrontiert sehen. Es gibt mittlerweile Fördergelder von Bund, Kantonen und einzelnen Gemeinden. Die Förderlandschaft ist bisweilen also für Laien – und sogar für Fachpersonen – ziemlich undurchschaubar. Und sie ist stetig im Wandel. So hat beispielsweise der Kanton kürzlich drei neue Fördermassnahmen lanciert (siehe dazu diesen Artikel).

«Die rasante Zunahme der Förderprogramme in den letzten Jahren hat dazu geführt, dass es immer schwieriger wird, den Überblick über die verschiedenen Fördermassnahmen zu behalten», sagt Philipp Egger, Geschäftsleiter der Energieagentur. Die Energieagentur verhilft, genauso wie das städtische Kundenzentrum für Energie- und Umweltfragen, zum Durchblick im Fördergelderdschungel und bietet kostenlose, niederschwellige Beratungen in allen Energiefragen (siehe Box).

Beliebter Elektroboiler-Ersatz
Kantonal gefördert werden verschiedene Bereiche der Energiepolitik, wobei der Schwerpunkt auf dem Gebäudesektor liegt. Dazu gehören nicht nur Sanierungen, sondern auch Investitionen in erneuerbare Energien. In Sonnenkollektoren etwa, die zur Wassererwärmung und Heizungsunterstützung dienen. Im Jahr 2015 sind gemäss Statistik der Energieagentur für diese Massnahme kantonsweit rund 300 finanzielle Beiträge gesprochen worden. Damit ist der Einbau von Sonnenkollektoren die zweitbeliebteste Massnahme.

Die beliebteste Massnahme, also jene, für die am häufigsten Fördergelder beantragt wurden, ist der Ersatz von Elektroboilern. Ein Drittel der Wohneinheiten ist derzeit noch mit einem solchen ausgestattet. Wer nun seinen Elektroboiler zum Beispiel mit einem Wärmepumpenboiler auswechselt, erhält vom Kanton einen Pauschalbeitrag von 1000 Franken. Im Jahr 2015 konnten laut Egger so über 500 Elektroboiler ersetzt werden. «Generell stellen wir fest, dass viele bereit sind, im Gebäudesektor etwas zu machen», sagt er. «Der Verkehrssektor hingegen hinkt etwas hinterher.» Wer Förderbeiträge beantragen möchte, dürfe vor allem aber eines nicht vergessen: «Der Antrag muss vor der Umsetzung der Massnahme passieren – und ja nicht erst danach.»

Die Wärme grösstes Potenzial
Das gilt natürlich auch in der Stadt St. Gallen. Sie setzt in ihrem Energiekonzept 2050 auf drei Schwerpunkte: Wärme, Elektrizität und Mobilität. Bislang sei vor allem der Bereich Wärme gefördert worden, sagt Harry Künzle, der Leiter des Amts für Umwelt und Energie. «Dies, weil da sowohl der grösste Handlungsbedarf als auch der grösste Handlungsspielraum für die Stadt besteht.»

Bei der Stadt anzahlmässig am häufigsten beantragt werden Fördergelder laut Künzle von privaten Hauseigentümern. Finanziell fallen aber die KMU und institutionellen Liegenschaftsbesitzer unter dem Strich mehr ins Gewicht: Die Förderbeträge pro Gesuch seien da jeweils höher.

172 500 Franken Fördergelder
Am beliebtesten sind Wärmedämmmassnahmen. Also etwa der Ersatz alter Fenster oder Arbeiten an Hausfassaden. In den vergangenen Jahren hat die Stadt für solche Massnahmen im Schnitt jährlich 150 Gesuche bewilligt und ausbezahlt. Ebenfalls beliebt sind Fernwärmeanschlüsse mit durchschnittlich 30 bewilligten Gesuchen. Ein solcher wurde auch bei der Sanierung der Schulanlage Feldli im Sömmerli-Quartier in St. Gallen installiert. Das Schulhaus auf städtischem Boden ist ein Paradebeispiel für eine nachhaltige Sanierung. Die umfassenden Sanierungsarbeiten haben, inklusive der energetischen Massnahmen, insgesamt zwölf Millionen Franken gekostet. Aus dem Fördergeldertopf kamen 172 500 Franken: 125 000 Franken für Wärmedämmung, 39 000 Franken für Wärmerückgewinnung und 8500 Franken für den Fernwärmeanschluss.

1000 Elektroautos im Jahr 2020
Derzeit beschäftige sich die Stadt allerdings nicht mehr nur mit baulichen Massnahmen. «Der Bereich Mobilität steht bei uns immer mehr im Fokus», sagt Harry Künzle. Denn Elektrofahrzeuge sind auf den St. Galler Strassen noch rar: Im Moment gibt es etwa 100. Das Ziel der Stadt ist, dass es bis im Jahr 2020 deren 1000 sind. Daher sollen ab Herbst auch Privatpersonen, die ein Elektroauto kaufen, dafür einen Förderbeitrag erhalten: Je nach Energieeffizienz des Fahrzeugs bis zu 5000 Franken.

Anlaufstellen für Fragen rund um Energie

Seit gut dreieinhalb Jahren hat der Kanton St. Gallen eine Anlaufstelle für Energiefragen: die Energieagentur, deren Gründung damals gesamtschweizerisch eine Pioniertat war. Die Aufgabe der Agentur ist, die energiepolitischen Aktivitäten des Kantons St. Gallen, der Gemeinden und der Wirtschaft aufeinander abzustimmen und die verschiedenen Massnahmen zu bündeln. Als spezielle Dienstleistung berät die Energieagentur die Gemeinden bei der Auslegung von kommunalen oder regionalen Förderungsprogrammen. Weitere Informationen gibt es unter www.energieagentur-sg.ch. Für die Stadtbevölkerung bietet die Stadt St. Gallen im Kundenzentrum für Energie und Umweltfragen an der Vadianstrasse eine Energieberatung an. Weitere Informationen dazu finden sich unter www.stadt.sg.ch. (mk)

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