TREFFPUNKT GEWERBE
Ausstieg auf Raten

Jeder zehnte Neuwagen fährt schon rein elektrisch. Und der Anteil dürfte weiterwachsen, denn immer mehr Hersteller planen das Ende des Verbrennungsmotors.

Philipp Aeberli
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Bild: Audi

Noch sind Autos mit reinem E-Antrieb in der Minderzahl, auch wenn sich deren Marktanteil in den letzten Jahren markant gesteigert hat. 2015 waren noch lediglich 1,6% aller neu verkauften Personenwagen rein elektrisch angetrieben, im ersten Halbjahr 2021 waren es bereits 9,9%. Bis die E-Autos die Mehrheit der Neuwagen ausmachen, wird es also noch eine Weile dauern – doch wird der E-Anteil laufend wachsen, alleine schon weil die Hersteller das Angebot in den nächsten Jahren massiv erhöhen. Audi will bis 2025 20 Modelle mit reinem E-Antrieb im Portfolio haben. 2026 will die Marke das letzte neue Modell mit Verbrennungsmotor auf den Markt bringen – die Modelle A3, A4 und A6 werden voraussichtlich keine Nachfolger mit fossilem Antrieb mehr bekommen. 2035 soll schliesslich der letzte Audi mit Benzin- oder Dieselmotor vom Band rollen.

Der Weg ist also klar vorgezeichnet. Bis in spätestens 14 Jahren muss Audi also alle potenziellen Kunden davon überzeugen, dass ein Auto mit Batterie-elektrischem Antrieb die richtige Wahl ist – und muss in jedem relevanten Segment ein passendes Auto im Angebot haben. Ähnliche Pläne hat auch Jaguar-Land-Rover-Chef Thierry Bolloré angekündigt. Er will Jaguar bis 2025 zu einer «vollelektrischen Luxusmarke» machen. Geplant war zwar bereits, die nächste Generation des Jaguar XJ als Elektrolimousine auf den Markt zu bringen, doch dieses Vorhaben wird den E-Plänen zum Trotz nicht weiterverfolgt: Der XJ bekommt keinen Nachfolger. Land Rover soll ebenfalls in den kommenden fünf Jahren sechs rein elektrisch angetriebene Modelle erhalten. Das erste wird 2024 kommen. Bis 2030 wird jede Baureihe von Jaguar-Land Rover über Fahrzeuge mit vollelektrischen Antrieben verfügen. 2030 ist auch bei Volvo eine wichtige Schallmauer: Ab dann soll das Modell-Portfolio der Schweden komplett elektrisch angetrieben sein.

Bild: Daimler

Diese Beispiele verdeutlichen, dass der E-Auto-Anteil in den nächsten Jahren massiv wachsen wird. Das kann aber nur funktionieren, wenn auch das Netz an Ladestationen weiterwächst. Schon jetzt zählt das Stromtankstellen-Netz in der Schweiz zu den dichtesten der Welt, was auch ein Blick auf die Karte des Bundesamtes für Energie (www.ichtankestrom.ch) verdeutlicht. Vor allem entlang der Autobahnen wurde das Netz an Schnellladern, welche den Akku moderner E-Autos in 30-40 Minuten wieder zu 80% vollladen können, massiv ausgebaut. Damit werden auch längere Strecken problemlos möglich.

Das beliebteste E-Auto der Schweiz ist übrigens weiterhin das Model3 von Tesla. Mit 2248 Zulassungen per 30.6.2021 liegt der Stromer aus Kalifornien auf Platz vier in der gesamten Zulassungsstatistik und verkaufte sich sogar häufiger, als der VW Golf (1816 Stück). Auf Platz zwei der E-Auto-Statistik liegt der ID.3 von VW mit bisher 1359 Zulassungen in diesem Jahr. VW will übrigens ebenfalls 2033 bis 2035 aus dem Geschäft mit Verbrennungsmotoren aussteigen, zumindest in Europa.

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