OLMA: Der Mann mit den begehrten Fläschchen

Seine Nummern gehören zu den begehrtesten der ganzen Olma: Wer eine von Christian Schönbächler ergattert, darf – sobald er sie aufruft – in den Stall steigen und den herzallerliebsten Lämmchen in der Halle 7.1 den Schoppen geben.
Kathrin Reimann
Christian Schönbächler inmitten seiner Lämmchen. Das Schöppeln findet täglich um 10 und 15 Uhr in der Halle 7.1 statt. (Bild: Kathrin Reimann)

Christian Schönbächler inmitten seiner Lämmchen. Das Schöppeln findet täglich um 10 und 15 Uhr in der Halle 7.1 statt. (Bild: Kathrin Reimann)

Der 30jährige Landwirt aus der Innerschweiz macht diesen Job seit vier Jahren. «Meine Arbeit macht Spass, und die Freude der Kinder ist einfach unbezahlbar.» Seit über acht Jahren pilgert Schönbächler jedes Jahr von Einsiedeln nach St. Gallen an die Olma. Immer um zu arbeiten. «Angefangen habe ich mit Misten im Stall.» Weil er gut gearbeitet hat, durfte er bereits nach einem Jahr in die Paradedisziplin der Olma-Arbeiten einsteigen; dem Melken. «Das ist der wichtigste Job, den man an der Olma überhaupt machen kann», sagt der junge Landwirt stolz. Seit vier Jahren ist er eben für die Lämmchen zuständig. Zusätzlich arbeitet er im Stall und im Streichelzoo. «Zuerst dachte ich, das sei ein Herabstufung.» Mittlerweile habe er gemerkt, dass dies in keiner Hinsicht zutreffe. «Das Wichtigste an meinen Job ist die Pünktlichkeit.» Denn auch wenn er sein eigener Chef sei, müsse er doch die Zeiten einhalten. «In den acht Jahren, die ich hier arbeite, habe ich noch keinen einzigen negativen Moment erlebt.» Wichtig sei, dass er Geduld beweise und nicht pressiere. «Denn Lämmchen und Kinder haben ihren eigenen Rhythmus.» Doch Grund zum Stressen hat der Landwirt keinen, denn er kommt nicht wegen des Schaffens an die Olma. «Es ist das ganze Drumherum.» Ihn fasziniere es, wie eine Region zusammenkomme und die Stadt während der Olma jeweils stillstehe. «Am Anfang kannte ich niemanden, mittlerweile habe ich an der Olma Freunde fürs Leben gefunden.» Und auch die Frau fürs Leben. «Nächstes Jahr werde ich heiraten, meine Zukünftige habe ich an der Olma kennen gelernt», sagt Schönbächler. Auch sie ist hier im Einsatz und arbeitet in der Halle 5 an einem Getränkestand. «Ich hoffe, dass wir bald Nachwuchs bekommen.» Spätestens dann will er seinen Job als Chef über Lämmchen und Fläschchen an den Nagel hängen.

Zu Hause in Einsiedeln hat Schönbächler ein eigenes Steckenpferd. «Ich habe mich an der Errichtung einer Schaukäserei beteiligt.» Der junge Landwirt hofft, dass auch viele Ostschweizer einmal ein Stück seines Käses probieren kommen werden.

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