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Mobilität als weiterer Schwerpunkt

Die Energiestadt St. Gallen richtet ihren Fokus mit Blick auf die Ziele des Energiekonzepts 2050 verstärkt auf die Mobilität. Bis 2020 sollen hier 1000 Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge unterwegs sein. Ob das Ziel erreicht wird, hängt auch von einer genügend guten Infrastruktur ab.
Martin Wiesmann
Ein Elektromobil wird an einer Heimladestation «aufgetankt». (Bild: pd)

Ein Elektromobil wird an einer Heimladestation «aufgetankt». (Bild: pd)

Lange Zeit waren – einige Spezialfahrzeuge ausgenommen – mit Erdgas betriebene Autos in Sachen «grüne Mobilität» der einzige konkrete Ansatzpunkt in der Praxis. Aber dann kam auch Bewegung in die Szene der Elektromobile: Mit jedem Quartal wurden die Batteriesysteme leistungsfähiger. Verfeinerte hybride Antriebssysteme und Kombiantriebe sorgten für rasch ansteigende Reichweiten bis zur nächsten nötigen «Betankung ». Als weitere Komponente für eine erfolgreiche E-Mobilität spielt nun in Zukunft die sich rasch ausbreitende dezentrale Energieproduktion mit. Denn wohin mit dem selber erzeugten Solarstrom, wenn bei einem Sommerhoch die Sonne fast überall gleichzeitig scheint? Ein möglicher Teil der Lösung sind auch Batterien von E-Mobilen.

Weitere E-Tankstellen kommen
Die St. Galler Stadtwerke (SGSW) befassen sich seit zehn Jahren mit dem Thema Mobilität. Die erste öffentliche E-Ladestation entstand bei der Fachhochschule. Aktuell sind in der Gallusstadt insgesamt sieben öffentliche E-Ladestationen am Netz, vier davon mit Beteiligung der Stadtwerke. «Der Markt ist noch nicht im Aufbau, sondern eigentlich erst in der Entstehung begriffen », heisst es bei den SGSW. Diese sind seitens des Stadtrates beauftragt, weitere Ladestationen aufzubauen und in der Nachbarschaft dafür Partnerschaften einzugehen.

Das ist leichter gesagt als getan, denn: Eine Schnellladestation kostet rund 100 000 Franken an Investitionen, und nicht jeder Standort ist optimal. So sind eine Rund-um-die-Uhr-Zugänglichkeit und eine gute Verkehrserschliessung an günstig frequentierter Lage wichtige Erfolgsfaktoren. Die Stadtwerke prüfen aber jede Anfrage individuell und beraten massgeschneidert. Man ist sich bei den SGSW sicher: «Im laufenden Jahr werden mehrere zusätzliche öffentliche E- Ladestationen realisiert.» Im August installieren SGSW und Empa partnerschaftlich eine weitere öffentliche Schnell- Ladestation auf dem Empa-Areal. Klar ist für die Stadtwerke, dass die Energie für E-Ladestationen «konsequenterweise aus erneuerbaren Quellen stammt».

Ziel: Regional gleicher Standard
Dass auf städtischem Gebiet das «Tankstellennetz» bald dichter sein wird, ist aber systemisch betrachtet noch nicht genügend Anreiz, um die E-Mobilität erfolgreich zu fördern, sprich: die Menschen zum Kauf von EMobilen zu bewegen. Nur wenn man in der gesamten Region ein einheitliches System anbiete, könne man auch einen gewissen Standard setzen, argumentieren die St. Galler Stadtwerke. Man weiss dort aus Gesprächen: «Kleine Gemeinden haben die Ressourcen nicht, um eine eigene Infrastrukturlösung aufzubauen.» Aktuell gibt es bereits Kooperationen mit den Gemeinden Steinach und Roggwil. Weitere Verhandlungen seien am Laufen.

Wie wichtig ein mindestens regional einheitliches System ist, zeigt sich etwa beim Zahlungssystem. Man stelle sich zum Vergleich vor, dass jede konventionelle Tankstelle nur ihre eigene Kundenkarte akzeptieren würde. Nach heutigen Dienstleistungsvorstellungen undenkbar! Demnächst entscheiden sich die SGSW unter mehreren Anbietern auf dem Markt für ein möglichst benutzerfreundliches System. Ob es das Richtige gewesen sein wird, zeigt sich erst, wenn der Markt spielt. Bis dann braucht es den Mut, mit kalkulierbarem Risiko die Entstehung des Marktes regional gezielt zu fördern.

Beiträge aus dem Energiefonds
Ähnlich den Anreizsystemen in Nachbarländern wird die Stadt St. Gallen Förderbeiträge für den Kauf von Elektro- und Plug-in-Hybrid- Fahrzeugen leisten. Bis ins Jahr 2020 soll in einer ersten Phase die Anschaffung von 800 Fahrzeugen mit Beiträgen aus dem Energiefonds unterstützt werden. Diese Förderung der EMobilität soll ab Herbst 2016 wirksam sein und ist an Bedingungen geknüpft, welche die Zielerreichungen aus dem städtischen Energiekonzept 2050 unterstützen.

Dienstleistungen der St. Galler Stadtwerke

Ein Elektromobil wird an einer Heimladestation «aufgetankt». (Bild: pd)

Ein Elektromobil wird an einer Heimladestation «aufgetankt». (Bild: pd)

Um das Netz der Strombetankungsmöglichkeiten weiter zu verdichten, bieten die Stadtwerke sogenannte «Mobilitäts-Pakete » für Private und für KMU an. Diese bestehen einerseits aus den eigentlichen Heimladestationen, welche durch Fachleute installiert werden müssen. Anderseits geht es um ein Servicepaket, das die Wartung garantiert. Im Rahmen dieser vertraglichen Pakete sollen die Geräte innert ein paar Jahren amortisiert sein. (wie)

Auskünfte gibt es bei den SGSW an der Vadianstrasse 6 oder auch per Mail: mobilitaet@sgsw.ch

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