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Pendeln andersrum: In der Schweiz leben, in Deutschland arbeiten

Seit eh und je kommen deutsche Staatsangehörige zur Arbeit in die Schweiz. Nur ein paar wenige Schweizer zieht es umgekehrt arbeitshalber nach Deutschland.
Geraldine Bohne, Ines Biedenkapp
Täglich pendeln 1800 Schweizer über die Grenze zur Arbeit. (Bild: Reto Martin)

Täglich pendeln 1800 Schweizer über die Grenze zur Arbeit. (Bild: Reto Martin)

Es gibt sie: Personen, die in der Schweiz leben und in Deutschland arbeiten. Grenzgänger einmal andersrum. Genau genommen sind es etwa 1800, die Hälfte davon wohnt im Thurgau. Doch was bewegt einen Schweizer dazu, in einem Land mit einer ganz anderen Lohnklasse zu arbeiten?

«Die meisten wählen diesen Weg aus Notlage, da in der Schweiz in gewissen Positionen keine Arbeit zu finden ist», sagt Roland Saile, der in Konstanz eine Grenzgängerhilfe führt. So arbeiten seiner Meinung nach schätzungsweise 15 Prozent in Führungspositionen, welche auch im Ausland nicht mit weniger Einkommen zu rechnen haben.

Die restlichen 85 Prozent würden die Mittelschicht ausmachen. Zur Hälfte seien das Deutsche, die in der Schweiz leben und ihren Job noch immer in Deutschland ausüben. Saile ergänzt:

«Eine ehrliche Antwort, wieso sie diesen Schritt machen, habe ich aber noch nie bekommen»

Roland Scherer von der Institution für Systemisches Management und Public Governance sagt dazu: «Das Freizügigkeitsabkommen von 2007 hat das Überschreiten und Arbeiten entlang der Grenze vereinfacht.» Scherer leitete 2016 die Studie «Die Verflechtungen des deutsch-schweizerischen Grenzraums».

Die gesamte Grenzregion der Schweiz und Deutschland bietet laut der Studie etwa zwei Millionen Arbeitsplätze. Das Angebot sei vor allem für diejenigen mit höherem Bildungsabschluss interessant.

«Bei Professoren ist es so, dass nicht das Gehalt entscheidend ist, sondern der Name der Universität. Konstanz ist beispielsweise eine sehr Namhafte, da nimmt man eine Professur dann an.»

Ausserdem sei das Lohnniveau in Deutschland auch angestiegen. Grenzgänger seien oftmals Deutsche, die in der Schweiz leben und den Job im Nachbarland beibehalten haben.

Dennoch: seit zehn Jahren geht die Zahl der Schweizer Grenzgänger stetig zurück. Im Jahr 2009 waren es laut der deutschen Bundesagentur für Arbeit noch 2800, heute sind es nur noch 1800. Die Gründe liegen auf der Hand: tiefere Löhne, tiefer Frankenkurs und genügend Jobs auf dem Schweizer Stellenmarkt.

Trotzdem ergeben sich durch die Grenznähe Chancen bei der Jobsuche. Gerade Jobs im Bereich der Unternehmensorganisation, der Gesundheit und der sozialen Arbeit sind bei Schweizer Grenzgängern beliebt.

Bürokratisches für Grenzgänger

(gbo) Schweizer Grenzgänger unterliegen der Deutschen Sozialversicherungspflicht. Das heisst, dass die Krankenversicherung in Deutschland abgeschlossen werden muss. Der Versicherte muss dann seiner Schweizer Wohngemeinde einen Versicherungsnachweis vorlegen. Steuern bezahlt der Grenzgänger in der Schweiz, jedoch wird ihm zusätzlich eine Quellensteuer von 4,5 Prozent vom Lohn abgezogen. Vorteile bei der Grenzgänger-Tätigkeit ist etwa der deutsche Kündigungsschutz. Dieser ist strenger geregelt als in der Schweiz. So gilt in der Schweiz die Kündigungsfreiheit, wo hingegen in Deutschland eine Kündigung einer sozialen Rechtfertigung bedarf. Ausserdem können gewisse Personen wie Auszubildende, Schwangere oder Arbeitnehmer einen besonderen Kündigungsschutz geniessen.
Hinweis: infobest.eu

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