Klub der jungen Geschichten
Glück im Unglück

Levin Fries, Dierikon, 6. Primar

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Wir waren absolut sicher, dass nichts schiefgehen kann. Leider zu sicher. Aber gehen wir mal an den Anfang zurück. 18.6.2017 Freitag 15:00 Uhr. Dies war der letzte Schultag vor den Ferien. Alle kleinen Kinder schrien herum. Doch wir 6. Klässler redeten über die Ferien. Meine besten Freunde Jonny und Konny gingen nach Alaska. Ich ging mit dem Flugzeug nach Libyen und dann mit dem Auto nach Ägypten. Ich ging natürlich nicht alleine, da ich erst 12 bin. Ich flog mit meiner 5-köpfigen Familie. Ich habe einen 11-jährigen Bruder (Jack) und eine 13-jährige Schwester (Luna). Aber das ist nicht wichtig denn, sobald es klingelt, geht hier die Hölle ab. Ich bemerkte, wie die Kinder sich auffällig verhielten, darum schaute ich auf die Uhrzeit. In diesem Moment klingelte es, und es ging die Hölle los. Kinder schrien, rannten und hüpften wild umher. «Die Sommerferien werden nicht ohne», sagte Jonny. Wir rannten aus dem Schulhaus zu unseren Fahrrädern. Wir öffneten unsere Fahrradschlösser, bis mir auffiel, dass alle unter dem Fahrradständer ein plattes Rad hatten. Ich machte die Jungs darauf aufmerksam. Konny beschwerte sich und meinte, dass es kein guter Ferienstart war. Wir stiegen auf unsere Räder und fuhren los. Die Jungs redeten darüber, was sie eingepackt haben, den sobald sie zuhause waren, fuhren sie zum Flughafen. Wir mussten eine Stunde warten, weil Jack nur fünf Unterhosen hatte und darum im Laden nebenan eine kaufen musste. Jonny fragte mich, was ich einpackte. Ich sagte ihm, dass ich nur Airforce 1, Zahnbürste und Zahnpasta, viele Kleider, mein Handy und Airpods eingepackt habe. Jonny und Konny staunten, weil sie alles einpackten, was sie in ihrem Zimmer fanden. Ich verabschiedete mich und bog ab, vor mein Haus. Ich klingelte, und Dad öffnete die Tür. Er sah komisch aus, denn er hatte ein Blumenhemd, eine Badehose und so eine komische Hawaii-Sonnenbrille an. Jack rannte die Treppe runter und lief in die Garage mit dem Koffer. Ich fragte ihn, was er macht, und dann hörte ich meine Mutter von oben zurufen. Sie sagte, ich solle meinen Koffer holen, denn wir fahren in zehn Minuten los. Ich freute mich und rannte die Treppe hoch. Plötzlich kam meine Schwester die Treppe runter und versperrte mir den Weg, weil sie mit dem schweren Koffer herunter kam. Ich musste die Treppe wieder herunter und warten, bis Luna durch war. Als sie es geschafft hatte, rannte ich wieder die Treppe hoch. Ich lief in mein Zimmer und nahm meinen Koffer, der auf dem Bett lag. Ich rannte wieder die Treppen herunter. Meine Familie wartete schon im Auto. Als wir alles eingepackt hatten, fuhren wir los. Wir brauchten etwa nur fünfzehn Minuten bis zum Flughafen. Doch Dad meinte, wir verpassten den Flug. Nach etwa guten fünfzehn Minuten Autofahrt waren wir da. Wir hatten keinen Stress, da noch fast niemand um diese Uhrzeit einen Flug hatte. Schlussendlich stiegen wir zügig ein und flogen los. Ich zog meine Airpods an und hörte meine Playlist. Das Flugzeug brauchte etwa 6 Stunden nach Libyen. In den ersten zwei Stunden fiel mir auf, dass eine Turbine langsamer als die andere drehte. Als ich das bemerkte, waren wir etwa über Italien. Ich wollte aber keine Panik ausbrechen, darum blieb ich einfach stillsitzen. Schon in diesem Moment wusste ich nicht, wie ich mit meiner eigenen Panik umgehen sollte, also probierte ich zu schlafen. Was dann alles schlimmer machte, denn ich wollte nicht im Schlaf abstürzen. Nach kniffligen 2 Stunden wurde es mir unangenehm. Als ich meine Familie darauf aufmerksam machen wollte, kam eine Durchsage. «Liebe Leute», sagte er, «uns ist aufgefallen, das die linke Turbine langsamer als die rechte Turbine dreht. Jemand hat den Tank nicht voll aufgefüllt. Wenn wir Glück haben, schaffen wir es bis zum Flughafen». Als der Pilot die Durchsage beendete, schrie der Co-Pilot ihm ins Ohr «VOGELSCHWARM VOGELSCHWARM!!!» Der Co-Pilot schrie so laut, dass es die Passagiere auch hörten. Das Flugzeug flog voll durch. Drei dieser Vögel kamen in die Turbine. Auf ihrem Radar sahen sie, dass sie an Flughöhe verloren. Sie machten eine Durchsage, in der die Piloten sagten: «Wir müssen eine Notlandung machen. Ich wiederhole, wir müssen eine Notlandung machen.» Auf einmal kamen die Sauerstoffmasken runter. Die Leute fingen an, Panik zu schieben. Wir verloren sehr schnell an Flughöhe. Meine Mutter gab mir eine Sauerstoffmaske. Das Flugzeug schaltete die Turbinen aus, und wir flogen grad runter. In diesem Moment rutschte mir das Herz in die Hose. Wir fielen voll ins Wasser und versanken. Meine Familie und ich hatten Glück. Unsere Gurte klemmten nicht, also hielten wir die Luft an. Wir kamen noch in letzter Sekunde aus dem Flugzeug. Wir und zehn andere Leute überlebten. Also fünfzehn Überlebende. Der Rest überlebte den Sturz nicht. Wir nahmen einen Teil vom Flügel, der nicht versank. Ich sah mich um und sah einen ganz kleinen Umriss von einer Insel und rief «LAND!!!» Wir paddelten mit unserer letzten Kraft in die Richtung. Jemand wurde misstrauisch, weil es Haie oder Grosse Fische hier draussen gab. Ich stieg auf den Flügel und schaute tief ins Wasser. Da sah ich einen Schatten. Ich schaute nochmals ins Wasser und konnte meinen Augen nicht trauen. «EIN HAI!», schrie ich und sprang in die Höhe. Die Leute, die gerade paddelten, fingen an zu schreien und wurden schneller. Da alle Leute Panik bekamen, fingen sie an zu schubsen und zu drücken. Zwei Personen wurden verdrängt und konnten sich nicht mehr am Flügel halten. Die Personen konnten nicht nachschwimmen, weil die anderen zu schnell waren. Sie schauten tief ins Meer runter und sahen nichts. Die zwei Personen riefen den anderen nach. Die dreizehn verängstigten Leute stoppten und warteten auf sie. Die anderen zwei brauchten eine Weile, bis sie wieder beim Flügel waren. Es wurde ruhig, fast ein bisschen zu ruhig. Etwa zwanzig Meter von uns schwammen die zwei Personen. Niemand dachte sich etwas, doch plötzlich sprang ein Hai aus dem Wasser und schnappte gleich alle beide. Wir bekamen Panik und schwammen in alle vier Himmelsrichtungen, ausser ich und meine Familie. Wir sahen, wie einer nach dem anderen verschlungen wurde. Wir hatten so Angst, dass wir so schnell paddelten wie kein anderer. Nach einer Zeit kamen wir aus der Gefahrenzone raus. Nach guten fünfzig Minuten sahen wir endlich den Strand am Ufer. Meine Familie und ich liessen den Flügel los und schwammen ohne ihn die letzten paar Meter. Wir kamen mit unserer letzten Kraft an und bekamen Freudentränen. Wir waren auf einer Art Dschungelinsel. Mein Dad und mein kleiner Bruder wollten die Insel noch am gleichen Tag erkundigen. Doch Mom meinte, wir sollten lieber ein kleines Feuer machen und dann schlafen. Sie hatte Recht, da die Sonne bald untergehen konnte. Wir machten ein kleines Lagerfeuer und sassen rund herum. Alle waren müde und schliefen sofort ein. Was wir aber vergassen, war das Feuer auszulöschen. Ich und meine Mom bemerkten, dass es wärmer wurde. Ich sah mich um. Plötzlich bemerkte ich den Rauch, der in die Luft stieg. Ich schaute in die Richtung und schrie «DER DSCHUNGEL BRENNT!!!» Wir weckten sofort alle, doch Dad und Jack fehlten. Sie schrieben uns eine Nachricht, in der stand: «Wir sind im Dschungel, wenn ihr uns sucht.» Meine Mom rannte weinend in den Dschungel, ohne etwas zu sagen. Luna und ich wussten nicht, was machen, darum rannten wir hinterher durchs Feuer. Doch leider schafften wir es nicht mehr raus und verbrannten.