Ausstellung

Im Kloster Mariastein gibts Volkskunst und Religiosität

Im Kloster Mariastein und im Hotel Kurhaus Kreuz sind Andachtsbilder aus verschiedenen Epochen sowie Scherenschnitte zu sehen.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Die Johanneskapelle Beinwil als Scherenschnitt von Ursula Vögtlin.

Die Johanneskapelle Beinwil als Scherenschnitt von Ursula Vögtlin.

zvg

Das Kloster Mariastein hat neben vielen kunsthistorischen und baudenkmalerischen Aspekten weitere Fundstücke zu bieten. So hat Pater Lukas Schenker zusammen mit der Kunsthistorikerin und Ausstellungsmacherin Pia Zeugin selten zu sehende sogenannte «Andachtsbilder» aus verschiedenen Epochen zusammengestellt.

Bereits im 13. Jahrhundert entstanden in den Klöstern kleine, handliche Andachtsstöcke, oder Hausaltare, welche den Menschen als Meditations- oder Gebetsgrundlage dienten. Vielfach zeigten sie Christus als Schmerzensmann (Ecce Homo), Maria oder andere Heilige.

Um den Heiligen oder Christus immer bei sich tragen zu können, wurden auch schon im 16. Jahrhundert erste Andachtsbildchen – meist auf Pergament – gedruckt, auf denen die Verehrten abgebildet wurden. Teils in Klöstern handbemalt und verziert, konnte man sie anlässlich einer Wallfahrt oder bei einem Kapuziner erwerben. Dies ist auch heute noch möglich.

Pater Lukas Schenker hat im Kloster Mariastein eine grosse Sammlung solcher Andachtsbilder zusammengetragen. Viele stammen aus Mariastein selbst. Die schönsten und originellsten aus verschiedenen Epochen sind nun in einigen Vitrinen im Ausstellungsraum (neben dem Zugang zur Gnadenkapelle) zu entdecken.

Kunsthistorikerin Pia Zeugin, welche seit einem halben Jahr die kulturellen Aktivitäten rund ums Kloster initiiert und koordiniert, stellt diesen fein gearbeiteten, teils mit Scherenschnitten oder Nadelstichen verzierten Andachtsbildchen das Handwerk des Scherenschnittes gegenüber.

Dazu hat sie die drei Scherenschnittkünstlerinnen Rita Hochueli, Herzogenbuchsee, Regina Martin, Schönried, und Ursula Vögtlin, Grellingen, eingeladen, Werke aus ihrem Schaffen im zum Kloster gehörenden Kurhaus Hotel Kreuz zu präsentieren. In den Parterre-Gängen und im Restaurant dieses Hauses sind die erstaunlich präzisen und kompositorisch ausgereiften Arbeiten der drei Künstlerinnen zu finden.

Verschiedene Themen

Während Rita Hochueli vorwiegend Garten- und Tiermotive darstellt, sind es bei Ursula Vögtlin auch religiöse oder metaphorische Themen, welche sie mittels Scherenschnitt und/oder Malerei darstellt. Von Regina Martin sind hauptsächlich volkskundliche Sujets zu entdecken. Die Vielfalt der Scherenschnittmotive und diejenige der Andachtsbildchen sind unbeschränkt. Ihnen gemeinsam ist die exakte und äusserst feine Arbeitsweise.

Diese Ausstellung «Vom Andachtsbild zum Scherenschnitt» markiert die künftige Ausrichtung des Klosters und des Kurhauses, dem Publikum mit Ausstellungen und Anlässen die beiden Häuser näher zu bringen.

Bis 31. August. www.kloster-mariastein.ch und www.kurhauskreuz.ch