Wisente im Thal
Ziehen die Wisentgegner das Urteil vor Bundesgericht? So geht es weiter nach der Baubewilligung

Das Verwaltungsgericht hat gesprochen: Beim Wisentprojekt lief alles richtig. Das weitere Vorgehen ist hingegen noch unklar, denn die Frist zur Anfechtung des Entscheids muss noch abgewartet werden.

Rahel Bühler
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Wird das Urteil des Verwaltungsgerichts im Mai rechtskräftig, könnten im Herbst die ersten Wisente im Thal weiden.

Wird das Urteil des Verwaltungsgerichts im Mai rechtskräftig, könnten im Herbst die ersten Wisente im Thal weiden.

Nicole Nars-Zimmer/Archiv

Das Vorhaben, in Welschenrohr Wisente anzusiedeln, hat eine weitere Hürde genommen: Das Verwaltungsgericht hat diese Woche entschieden, die Baubewilligung für den Zaun ist rechtmässig. Die örtliche Bauverwaltung und das Bau- und Justizdepartement (BJD) Solothurn handelten korrekt. Das Gericht weist so die Beschwerden von zwei Landanstössern ab. Sie hatten bereits zuvor Einsprachen beim BJD gegen die Baubewilligung des Zauns erhoben. Nachdem diese das BJD abgewiesen hatte, gingen sie vor Verwaltungsgericht. Sie kritisierten die Wiederansiedlung der Wisente im Grundsatz. Zudem befürchten sie die Beschädigung des Zauns bei einem Sturm. In diesem Fall könnten die Wisente ihr eingezäuntes Gebiet verlassen und ausserhalb, auf ihrem Land, Schäden anrichten.

Otto Holzgang, Projektleiter.

Otto Holzgang, Projektleiter.

Bruno Kissling

Otto Holzgang, Projektleiter von Wisent Thal, bezeichnet das Urteil als sehr wichtig: «Es ist die erste unabhängige Instanz, die besagt: Alles ist richtig abgelaufen.» Solange das Urteil des Verwaltungsgerichts und damit die Baubewilligung, nicht rechtskräftig ist, heisst es für die Wisentfreunde allerdings weiter warten. Denn: «Ohne rechtskräftige Baubewilligung dürfen wir keinen Zaun aufstellen», erklärt der Projektleiter. Durchführen lassen sich aber weitere Vorbereitungsarbeiten: Man könne zum Beispiel den Zaunbau fertig planen oder Angebote wie Besucherführungen, Workshops oder Vorträge zusammenstellen.

Frist fürs Weiterziehen läuft im Mai ab

Den beiden Beschwerdeführern bleibt nun eine Frist von 30 Tagen. In dieser Zeit müssen sie entscheiden, ob sie das Urteil an die nächsthöhere Instanz, sprich ans Bundesgericht, weiterziehen wollen. Ob sie dies tun werden, ist derzeit noch unklar. Auf Anfrage dieser Zeitung lassen sie verlauten, dass sie für diesen Entscheid zuerst zusammenkommen wollen. Man rechnet damit, in etwa zwei Wochen näheres verlauten zu können.

Wird das Urteil nicht weitergezogen, ist es Anfang Mai rechtskräftig. Von da an bräuchte der Wisentverein etwa zwei bis drei Monate, bis der Zaun gebaut sei. Weitere drei, bis die Tiere darin weiden würden. Holzgang:

«Im Spätsommer würde der Zaun stehen. Im Herbst wären dann die ersten Tiere hier.»

Ziehen die Beschwerdeführer das Urteil jedoch weiter, verzögert sich alles noch weiter. Über die Dauer wagt Holzgang keine Prognose.

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