Balsthal
Vier Männer als Einbrecher und Brandstifter auf Tour

Vier junge Männer wurden wegen Sachbeschädigungen und Einbrüchen vom Amtsgericht Thal-Gäu zu bedingten Freiheitsstrafen zwischen 12 und 18 Monaten verurteilt. Die Männer brachen unter anderem ins Pfadiheim ein und legten Brände in Parkanlagen.

Erwin von Arb
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Auch das Pfadiheim Balsthal wurde von den Vandalen heimgesucht.

Auch das Pfadiheim Balsthal wurde von den Vandalen heimgesucht.

Erwin von Arb

Weil ihnen langweilig war, begaben sich am 2. Januar 2014 zwei 21-jährige Kosovaren, ein 19-jähriger Ukrainer und ein 20-jähriger Mazedonier mit einem Auto auf eine Einbruchs- und Brandstiftungstour durch Balsthal und Oensingen. Die bis in die frühen Morgenstunden dauernde Aktion des im Thal wohnhaften Quartetts, welches bis zirka 3.30 Uhr sechs Örtlichkeiten heimsuchte, bezeichnet die Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift als eigentlichen Saubannerzug.

Bänke mit Benzin angezündet

Den grössten Schaden in der Höhe von 4524 Franken richteten die jungen Männer, allesamt mit C-Niederlassungsbewilligung, im Pfadiheim in Balsthal an. In dieses drangen sie gewaltsam ein und durchsuchten die Räume nach Wertsachen. Eine weitere Sachbeschädigung begingen die Angeklagten an der Hölzlstrasse in Balsthal, wo sie einen Abfalleiner aus Kunststoff in Brand setzten. Als Brandbeschleuniger setzten sie Benzin ein, welches sie vorgängig an einer Tankstelle beschafft hatten.

Insgesamt führten die Männer einen mit Zweitaktbenzin gefüllten 20-Liter-Kanister sowie mit Treibstoff gefüllte 0,5-Liter-PET-Flaschen mit. Der Wert des verbrannten Abfalleimers beträgt laut der geschädigten Einwohnergemeinde 437 Franken. Einen Schaden von 737 Franken verursachten die Vandalen ferner beim Rastplatz Pulverhaus in Balsthal, wo sie mehrere Sitzbänke und Abfalleimer mit Benzin übergossen und anzündeten. Danach verschoben sich die Männer zum Lindenplatz in Balsthal, wo sie ebenfalls mehrere Holzsitzbänke und einen Abfalleimer anzündeten. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein beziffert den Schaden auf 700 Franken, die Einwohnergemeinde auf 437 Franken.

Tätig wurden die Männer auch bei der Kreisverkehrsanlage Solothurnerstrasse-Wengistrasse, wo sie mit dem Benzin einen 240-Liter-Container aus Kunststoff in Brand setzten. Durch den Glimmbrand wurden auch der Asphalt der Strasse sowie ein Schneepfosten beschädigt. Das Kreisbauamt II stellt dafür 1475 Franken in Rechnung. Keine Kosten zur Folge hat der von den Angeklagten bei der Lichtsignalanlage der Landi Oensingen aus dem fahrenden Auto geworfene Molotowcocktail. Der selbst gebastelte Brandsatz setzte zwar kurz den Asphalt in Brand, verursachte aber keine Schäden.

Angezündet wurde in der selben Nacht auch eine an der Südfassade des Bürgerarchivs angelehnte Matzratze. Weil diese kurz darauf von zwei Beschuldigten in den nahen Brunnen geworfen wurde, konnte Schlimmeres verhindert werden. Der Bürgergemeinde entstand ein Schaden von 2822 Franken.

In Schulküche eingebrochen

Einer der vier Angeklagten brach zudem mit zwei weiteren Männern (gegen diese läuft ein separates Verfahren) ins Schulhaus Kleinfeld ein und durchsuchte dort die Schulküche nach Wertsachen. Der angerichtete Schaden am Schulhaus beträgt 385 Franken.

Kosten von 1260 Franken entstanden ferner beim Aufbruch eines auf dem Parkplatz am Gutenfluhweg abgestellten Fahrzeugs der Selecta AG. Daraus entwendeten die Täter ausserdem Red-Bull-Dosen im Wert von 64 Franken.

Verurteilte geloben Besserung

Zu ihrem Treiben mussten die vier Männer vor Gericht wegen des abgekürzten Verfahrens keine Stellung beziehen. Es reichte aus, nach dem Verlesen der Anklagepunkte durch Amtsgerichtspräsident Guido Walser lediglich die ihnen zu Last gelegten Beschuldigungen zuzugeben. Die mit Bluejeans, T-Shirts und Turnschuhen bekleideten Angeklagten taten dies mit gesenktem Haupt und leiser Stimme.

Walser folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft und verurteilte die vier Angeklagten zu Freiheitsstrafen zwischen 12 und 18 Monaten bedingt bei einer Probezeit von 2 Jahren. Dies wegen mehrfacher Sachbeschädigung und Versuch dazu, mehrfachem Diebstahl und Versuch dazu, mehrfachem Hausfriedensbruch sowie grober Verletzung der Verkehrsregeln (Molotowcocktail).

«Wir schämen uns für das, was wir getan haben, und werden sicher nicht mehr straffällig», versicherte einer der Verurteilten nach der Verhandlung. Von den Beschuldigten, welche allesamt berufstätig sind, wurden alle zivilrechtlichen Forderungen der Privatkläger in der Höhe von 14 336 Franken anerkannt.

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