Herbetswil

Restaurant Wolfsschlucht steht vor Verkauf

In das seit Monaten geschlossene Restaurant an der Thalstrasse in Herbetswil könnte bald wieder Leben einziehen.

Erwin von Arb
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Das Restaurant Wolfsschlucht an der Thalstrasse ist seit Juli 2016 geschlossen. Nun scheint sich eine Wiedereröffnung abzuzeichnen.

Das Restaurant Wolfsschlucht an der Thalstrasse ist seit Juli 2016 geschlossen. Nun scheint sich eine Wiedereröffnung abzuzeichnen.

Erwin von Arb

Die besten Zeiten des Restaurants Wolfsschlucht an der Thalstrasse in Herbetswil liegen weit zurück. Daran, dass hier früher viele Gäste ein- und ausgingen und der Gasthof einst auch Bestandteil des Dorflebens war, erinnern nur noch der grosse Parkplatz und das stattliche Haus.

Gewirtet wird in der «Wolfschlucht» indessen schon seit längerer Zeit nicht mehr, obwohl das Plakat vor dem Eingang mit der Aufschrift «Ab sofort geschlossen» den Eindruck vermittelt, als wäre die Schliessung erst kürzlich erfolgt.

Der letzte «Wolfsschlucht»-Wirt war Thomas Fuchs. Er verliess das Restaurant nach rund viereinhalb Jahren im Juni 2015 , weil Liegenschaftsbesitzer Peter Meier den Mietvertrag nicht verlängerte. «Wir verstanden uns nicht wirklich gut», so Meier.

Dazu beigetragen habe sicher auch, dass er seit geraumer Zeit versuche, die «Wolfsschlucht» und das dazu gehörende Land zu verkaufen. Damit umzugehen, sei für den Wirt nicht einfach gewesen.

Golfplatzprojekt scheiterte

Ideal wäre demnach, wenn der künftige Wirt der «Wolfsschlucht» auch der Besitzer der Liegenschaft wäre. Dies sieht auch Meier so, der durchblicken lässt, dass ihm die Weiterführung des Restaurants als solches sehr am Herzen liege.

Meier hatte die 1900 erbaute Liegenschaft samt dem 41 Aren grossen Grundstück vor rund 20 Jahren vom damaligen Wirte-Ehepaar Ursula und Erich Eckert käuflich erworben. Im Kauf enthalten waren nördlich angrenzend weitere 21 Aren in der Gewerbezone.

Dieses Landstück hätte der «Wolfschlucht» im Jahr 2008 beinahe zum Handkuss verholfen. Die Genossenschaft Migros Aare trug sich damals mit dem Gedanken, darauf einen Golfplatz zu errichten.

Verhandlungen vor Abschluss

Interessenten für die erwähnten Immobilien gab es in der Zwischenzeit viele. Über 30 waren es in jüngster Zeit, wie Meier erwähnt. Aber nur die wenigsten kämen als Käufer infrage. Inzwischen gibt es Gespräche mit potenziellen Käufern. Diese befinden sich in der finalen Phase, stehen also kurz vor dem Abschluss.

Käufer der «Wolfsschlucht» oder des Gewerbelandes würden auf jeden Fall profitieren, bemerkt Meier. Im Thal sei Gewerbeland ein rares Gut und deshalb entsprechend wertvoll. Und die Infrastruktur der «Wolfsschlucht» befinde sich in einem guten Zustand.

Die Küche sei vor acht Jahren ersetzt und vor vier Jahren erneuert worden. Er schätze, dass, wenn alles glatt laufe, die «Wolfsschlucht» anfangs 2017 wieder eröffnet werde.

Dem Restaurant sagt Meier eine gute Zukunft voraus. Dies mit Blick auf die vom Kanton geplante Renaturierung der Dünnern. Diese soll auf dem Gemeindegebiet von Herbetswil umgestaltet werden, wofür auch ihm gehörendes Land südlich der Thalstrasse benötigt werde. Diese Umgestaltung werte den Standort des Restaurants auf.

Mit Hochwasserschutz

Für eine solche Aufwertung des Dünnernlaufs im Rahmen der Renaturierung will sich der Herbetswiler Gemeindepräsident Stefan Müller einsetzen. Müller wurde anfangs dieses Jahrs vom Kanton als Vorsitzender der Begleitgruppe eingesetzt, um den Forst, die Landwirte und die involvierten Gemeinden in die Planung mit einzubeziehen.

Die von Meier erwähnte Zone betrifft das Teilstück der Dünnern zwischen dem Hinteren Hammer und bis auf die Höhe des Siedlungsraumes von Herbetswil. In diesem Bereich soll die Dünnern, die dort noch die Grösse eines Baches hat, in Richtung Wald ausgebaggert werden. Damit soll Flutraum für allfällige Hochwasserereignisse geschaffen werden.

Müller wünscht sich im Anschluss eine naturnahe Ausgestaltung des künstlich erweiterten Bachbettes, um diesen Bereich der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Planung sei allerdings noch nicht sehr weit fortgeschritten. Der zeitliche Horizont für die Ausführung sei etwa das Jahr 2019.