Balsthal

Reaktionen auf Entlastungs-Projekt sind grundsätzlich positiv

An der Präsentation des Projekts zur Verkehrsentlastung Klus bestand grosses Interesse. 150 Personen liessen sich das Projekt in Balsthal vorstellen. Die Reaktionen waren grundsätzlich positiv.

Alois Winiger
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Im Modell: Blick auf die Verzweigung beim Schmelzihof (vorne Mitte), die Umfahrung der Coop-Tankstelle und den Viadukt.

Im Modell: Blick auf die Verzweigung beim Schmelzihof (vorne Mitte), die Umfahrung der Coop-Tankstelle und den Viadukt.

zvg

Der Regierungsrat und Baudirektor Roland Fürst brachte es am Donnerstagabend bei der Informationsveranstaltung zum Projekt Verkehrsentlastung Klus auf den Punkt: «Wir sind der Meinung, das Projekt ist jetzt nach jahrzehntelanger Bearbeitung und Optimierung auf einem zukunftsgerichteten und erfolgversprechenden Weg und somit bereit für die Mitwirkung durch die breite Öffentlichkeit.» Diese Öffentlichkeit scheint tatsächlich dazu bereit zu sein. Der Aufmarsch von rund 150 Personen im Kultursaal Haulismatt in Balsthal und das bekundete Interesse waren ein klares Zeugnis dafür.

Überzeugt davon, dass das aktuelle Projekt eine langfristige, positive Wirkung bringt, gab sich Roland Stampfli, Gemeindepräsident von Balsthal. Zusammen mit Gemeinderat Pierino Menna arbeitet er seit anderthalb Jahren im Lenkungsausschuss für die Planung mit. «Die Zusammenarbeit war und ist gut. Unsere Meinungen wurden aufgenommen.»

Projekt «Verkehrsentlastung Klus»
5 Bilder
Die gepunktete Linie zeichnet die aktuelle Kantonsstrasse durch die Klus, sie ist für den Langsamverkehr und die Busverbindung vorgesehen. zvg
Das Trassee Nord: Am linken Bildrand beginnt in der Mitte die neue Strecke, führt am Augstbach entlang, vorbei an den Mehrfamilienhäusern und mündet in den neuen Kreisel bei der «Thalstation».
Der Viadukt über Parkplatz, Geleise und Dünnern wird so schlank wie möglich in Stahl und Beton konstruiert.
Tunnelportal Nord mit Unterführung

Projekt «Verkehrsentlastung Klus»

Illustration zvg

Jedes Detail bekannt

Lothar Bürgi, Gesamtprojektleiter, und Günther Fässler, Projektverfasser, stellten das grosse und umfangreiche Vorhaben vor, angefangen bei der Ausgangslage bzw. den Grundlagen und dem Verkehr, über die Bauten bis hin zu den Auswirkungen, die zu erwarten sind. Immer hatte man dabei den Eindruck, dass die Fachleute wissen, wovon sie sprechen, kennen jedes Detail – jedenfalls jene, die man auf der aktuellen Stufe der Planung kennen kann.

Nach der Präsentation dauerte es dann auch eine kleine Weile, bis die Fragen aus dem Publikum kamen. Um es vorwegzunehmen: Es gab nicht ein einziges Votum, mit dem das Projekt als Ganzes voll abgelehnt wurde. Im Gegenteil: Es gab Worte des Dankes für die gute Arbeit, und am Schluss des Informationsanlasses sogar ein kräftiger Applaus.

Das Geld – die grosse Knacknuss

Das präsentierte Projekt wird auf Gesamtkosten von 65 Mio. Franken veranschlagt. «Wie verlässlich ist diese Zahl? Meistens kostet es ja mehr», wurde gefragt. Und weiter: «Was, wenn Balsthal es ablehnt, einen Fünftel davon zu bezahlen? Abgesehen davon, dass es die Gemeinde sich gar nicht leisten kann. Wieso kommen die anderen Thaler Gemeinden mit einem Beitrag total einer Million weg?» Die Antworten darauf: Auf der Stufe Vorprojekt gehe man von plus/minus 20 Prozent der Gesamtkosten aus. Balsthal müsse nun mal gemäss Gesetz einen Anteil von 20 Prozent aufbringen. Theoretisch könnte Balsthal das Projekt zu Fall bringen, aber grundsätzlich gebe es, wenn schon, eine kantonale Abstimmung. Dies, falls der Kantonsrat ja sagt dazu, aber das Referendum ergriffen wird. Und was die anderen Thaler Gemeinden angeht, so seien diese von Gesetzes wegen nicht zu einer Zahlung verpflichtet. Diese hätten aus Solidarität einen Beitrag versprochen. (Gänsbrunnen hat – entgegen unserem Bericht in der Donnerstagausgabe – ebenfalls zugesagt. Die Gemeinde findet aber den pro Einwohner berechneten Betrag zu hoch und möchte diesen den finanziellen Verhältnissen anpassen.)

Regierungsrat Roland Fürst wies darauf hin, dass sich bei der Finanzierung eine Wende abzeichnen könnte. Im Moment werde eine neue Regelung beim Strassenbaufonds erarbeitet. «Wenn das bewilligungsreife Projekt für die Klus vorliegt, dann liegt auch die neue Regelung vor», versprach Fürst.

Knoten bei den Knoten

Gegenüber früheren Projekten lagen für die Abzweigung Schmelzihof und den Kreisel Thalbrücke neue Lösungen vor. Für mehrere Votanten weisen aber auch diese Knotenpunkte Knoten auf. Nicht klar schien, wie das Industrieareal Klus erreichbar ist für 40 Meter lange Lastfahrzeuge. Oder ob der Velo- und Fussgängerverkehr beim Schmelzihof und bei der Verzweigung Thalbrücke auch sicher genug ist. Diese Fragen wurden anhand der Pläne beantwortet und ergänzt mit dem Hinweis, dass die Feinarbeit noch folge – nicht zuletzt aufgrund der hoffentlich eingehenden Vorschläge.

Eine grundsätzliche Kritik kam dann doch noch an der Umfahrung: Man habe die Variante, die OeBB nur bis zur Thalbrücke fahren zu lassen, nur theoretisch geprüft. Man müsste dies einige Wochen lang praktisch tun. Erst dann zeige sich, wie stark die geschlossenen Barrieren den Verkehr stocken lassen. Lothar Bürgi entgegnete, man sei sich sicher, dieser Einfluss sei gering.

Nun sei er gespannt auf viele gute Vorschläge im Mitwirkungsverfahren, sagte Lothar Bürgi zum Schluss. «Allerdings sollten die Anregungen einen positiven Nutzen haben und sowohl realisierbar als auch finanzierbar sein.» Bürgi ist optimistisch: «Wir haben bereits jetzt schon fast so viele Eingaben, wie beim früheren Projekt total eingegangen sind.» Er ist auch zufrieden mit dem Informationsanlass. «Wenn die Leute über Details diskutieren, so kann man davon ausgehen, dass das Projekt grundsätzlich angekommen ist.»