Gäu

Projekt Hochwasserschutz im Gäu: Der Kanton will Betroffene einbinden

Nachdem die Vorstudie zum Hochwasserschutz im Gäu auf Widerstand stiess, hat der Kanton das Projekt neu überprüft. Damit die Betroffenen direkt in die Entscheidungen eingebunden werden, sind Vertreter der Gemeinden, der Landwirtschaft und der Umweltverbände künftig im Projektteam vertreten.

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Die Abflusskapazität im Gäu ist bei einem 100-jährlichen Hochwasser der Dünnern unzureichend. Um dieser Gefahr zu begegnen, hat der Kanton eine Vorstudie erarbeitet, welche aber auf breiten Widerstand stiess. Dies hat den Kanton nach Abschluss der Vernehmlassung dazu bewogen, das Projekt neu zu überprüfen.

Tatsache sei, so der Kanton in einer Medienmitteilung, dass die Abflusskapazität im Gäu auf weiten Strecken ungenügend sei. Der Kanton habe deshalb eine Vorstudie erarbeitet, die verschiedene Varianten aufzeige, wie der Hochwasserschutz an der Dünnern zwischen Oensingen und Oberbuchsiten sichergestellt und ökologische Defizite beseitigt werden könnten.

Dabei werde auch der geplante Ausbau der Autobahn A1 zwischen Luterbach und Härkingen berücksichtigt. Die Vorstudie wurde den betroffenen Gemeinden und Verbänden im Frühjahr zur Vernehmlassung unterbreitet. Rund 40 Organisationen und Privatpersonen haben sich in der Folge dazu geäussert, wie der Kanton weiter ausführt.

Gegen Kulturlandverlust

Vor allem Gemeinden und Vertreter der Landwirtschaft bezweifelten die Notwendigkeit von Hochwasserschutz- und Aufwertungsmassnahmen. Sie lehnten besonders die Variante «Retention» ab.

Diese würde grössere Kulturflächen zur Schaffung von Rückhalteräumen beanspruchen. Ferner wird erwähnt, dass von der Dünnern in den letzten Jahrzehnten glücklicherweise nie eine ernsthafte Gefahr ausgegangen sei. Inwiefern dies zur Kritik an den Projektvorschlägen beigetragen habe, müsse offengelassen werden, so der Kanton.

Zusätzliche Abklärungen

Gestützt auf die Ergebnisse der Vernehmlassung wird das Amt für Umwelt die Vorstudie nun bis Mitte nächsten Jahres ergänzen. Zusatzabklärungen sollen die Entscheidungsgrundlagen verbessern. Die Gemeinden, die Landwirtschaft und die Umweltverbände werden künftig im Projektteam vertreten sein.

Damit werden die Betroffenen direkt in die Entscheidungen eingebunden und können für das Projekt eine Mitverantwortung übernehmen. Der Regierungsrat werde Ende 2018 entscheiden, ob, und mit welcher Variante das Projekt weiterverfolgt werde. (ksk)