Zukunftsprojekte

Oensingen schöpft Hoffnung – fliesst nun Geld aus Agglomerationsprogramm?

Im Agglomerationsprogramm Aareland finden die grossen Zukunftsprojekte der Gäuer Gemeinde Oensingen Aufnahme – fliessen nun bald Gelder?

Yann Schlegel
Drucken
Teilen
Wird ins Agglomerationsprogramm eingebunden: Der Raum Oensingen-West befindet sich im Wandel.

Wird ins Agglomerationsprogramm eingebunden: Der Raum Oensingen-West befindet sich im Wandel.

Bruno Kissling

Als «Raum ohne Grenzen» soll der Agglomerationsraum Aareland dargestellt werden. Diese Stossrichtung hat der Verein AareLand für die 4. Generation des Agglomerationsprogramms vorgegeben. In diesem Rahmen betrachtet er die Siedlungs- und Mobilitätsentwicklung im Ballungsraum um das Städtedreieck Olten–Aarau–Zofingen. Am westlichen Ende möchte auch die Gäuer Grossgemeinde Oensingen stärker vom Programm profitieren und für die künftigen Grossprojekte Beiträge des Bundes erhalten (wir berichteten).

Dass die Chancen dafür nicht allzu schlecht stehen, zeigte die letzte Versammlung des Vereins AareLand: Nachdem Gemeinden und Kantone Projekte einreichen konnten, machte der Verein im Juni publik, wo das Agglomerationsprogramm Schwerpunkte setzen will. Aus Oensinger Sicht ist erfreulich, dass die Grossprojekte allesamt Aufnahme fanden. Dazu gehört die Entlastung Oensingen und die Lebensader (Ortsdurchfahrt). Ebenso ist die Aufwertung des Bahnhofs Oensingen als multimodale Drehscheibe enthalten. Zudem nahm AareLand auch die Zentrumsentwicklung sowie das Areal Oensingen West auf.

Insgesamt können wir schöne Zwischenerfolge vermelden, die wir dank unseres starken Engagements erzielen konnten

, sagt Gemeindepräsident Fabian Gloor. Eine Garantie auf Bundesgelder sei dies allerdings noch nicht. «Wir haben nachweisen können, dass wir in vielen Bereichen vor grossen Herausforderungen stehen», sagt Gloor. AareLand wird in einem nächsten Schritt das Agglomerationsprogramm mit dem Zeithorizont 2040 beim Bund einreichen. Dieser beurteilt die Projekte von neuem und spricht anhand dessen Unterstützungsgelder, wobei er bis zu 50 Prozent der Projektkosten mitfinanziert.

Der Verein AareLand verfügt selbst nur über beschränkte Mittel, unterstützt aber vereinzelt auch kleinere Projekte. So stellte er etwa in Aussicht, ein Erschliessungsprojekt der Dünnern mit 11'000 Franken mitzufinanzieren. Gloor deutet dies mitunter als Hinweis, Oensingen könnte künftig im Agglomerationsprogramm eine wichtige Rolle einnehmen. Die Gemeinde möchte abklären, wie sie die Dünnern im Bereich Leuenfeld/Badmatt besser zugänglich machen und zugleich das Flussufer aufwerten könnte.

Von den berücksichtigten Projekten, die nun auch durch den Bund unter die Luppe genommen werden, bestünde vor allem beim Bahnhof grosser Nachholbedarf, befindet Gloor. «Am drittgrössten Bahnhof des Kantons haben wir noch viel ungenutztes Potenzial», sagt er. Dies anerkennt auch der Verein AareLand, welcher die Bahnhöfe Oensingen und Egerkingen in den Fokus stellt und diese als künftige ÖV-Drehscheiben fördern will.

In Egerkingen will AareLand zudem den Gäupark Süd, für welchen Migros und Coop gemeinsam einen Gestaltungsplan ausarbeiten werden, ins Agglomerationsprogramm aufnehmen. Aufnahme ins Programm fand auch die Regionale Arbeitsplatzzone Gäu, unter welcher sich fünf Gemeinden (Egerkingen, Härkingen, Neuendorf, Niederbuchsiten und Oberbuchsiten) künftig die Last und den Profit der Industrie teilen möchten.