Aedermannsdorf
Er zieht sein Gepäck in einem Floss hinter sich her — Jonas Deichmann schwimmt entlang der Adriaküste

Das Wetter ist unerbittlich und die Navigation im Wasser ist nicht einfach.

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Das Abenteuer von Jonas Deichmann hat am 26.September 2020 begonnen.
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Er macht einen Triathlon um die Welt.
Jonas Deichmann zieht sein Gepäck in einem speziell gefertigten Floss hinter sich her.
Jonas Deichmann zieht sein Gepäck in einem speziell gefertigten Floss hinter sich her.
Auf der Suche nach einem Zeltplatz.
Jonas Deichmann Triathlon

Das Abenteuer von Jonas Deichmann hat am 26.September 2020 begonnen.

zVg

Der in Aedermannsdorf wohnhafte Extremsportler Jonas Deichmann ist am 26. September in München zum «Triathlon 360 Degree» gestartet. Er will die Erde in den drei Triathlon-Disziplinen und ohne Begleitung umrunden. Die Reise wird ca. 12-14 Monate dauern und er wird dabei 456 Kilometer schwimmen, 5040 Kilometer laufen und 21'600 km Radfahren und damit die Strecke von 120 Ironman zurücklegen.

Die Route

Die Route

Solothurner Zeitung

Die erste Etappe nach Kroatien legte Jonas per Velo zurück. Es bei widrigen Bedingungen über die ersten Alpenpässe, auf denen bereits der erste Schnee lag. Nach sechs Tagen traf er im kroatischen Kalobag ein, wo er sein Raddress gegen einen Neoprenanzug wechselte. Jetzt ist er daran, die Adriaküste entlang Richtung Süden bis nach Dubrovnic schwimmend zurückzulegen. Dabei zieht er sein Gepäck in einem speziell gefertigten Floss hinter sich her. Da in der ersten Woche die Infrastruktur entlang der Küste nicht genügte um ihn ausreichend mit Kalorien zu versorgen, zog er für diesen Abschnitt ein zweites wasserdichtes Floss mit Nahrungsmitteln hinter sich her.

Bereits am zweiten Tag im Wasser frischte der Wind aus Süd so stark auf, dass Deichmann nicht mehr vorankam und an Land eine zweitägige Zwangspause einlegen musste. Als sich das Wetter soweit beruhigt hatte, dass an weiter schwimmen zu denken war, machte ihm die fehlende Infrastruktur zu schaffen, denn über mehrere Tage fand der Extremsportler weder Gelegenheiten sich mit Wasser und Essen einzudecken, noch fand er trockene, windgeschützte Schlafplätze. Auch stellte sich bei den Querungen im offenen Wasser von Insel zu Insel die Navigation als Problem heraus. Deichmann navigiert mit dem Handy, das er aber während des Schwimmens nicht benutzen kann.

Am 13. Tag erreichte Deichmann die Stadt Zadar und ab hier wurde die Versorgungslage wieder gut. Ab Biograd wurde endlich wärmer und der Wind blies konstant aus Nord – Rückenwind. Bald passierte er den Kanal bei Tisno und nahm dann die fünf Kilometer breite Passage hinüber zu Insel Zlarin in Angriff. Kurz vor Trogir wurde der bisherige Weltrekord für die längste unbegleitete Schwimmstrecke geknackt, die der Brite Sean Conway bisher über 200 Kilometer hielt.

Nach einer weiteren heiklen Querung erreichte Jonas Split, wo ihn ein Unwetter wieder fest hielt. Inzwischen hat Deichmann die Hälfte der 456 Kilometer langen Schwimmstrecke geschafft. Er wird voraussichtlich um den 22. November in Dubrovnic ankommen. (mgt)

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