Neuendorf

«Die fürwitzigi Chropftuube» in der Warteschlaufe

Von der Neuendorfer Dorfzeitung «Die fürwitzigi Chropftuube» wird es vorläufig keine Neuauflage geben. Für die fehlende Redaktion sucht die Kultur- und Sportkommission (KSK) nun eine Lösung.

Erwin von Arb
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Erwin von Arb

Aus Spargründen hatte die Neuendörfer Kultur- und Sportkommission (KSK) 2014 auf Druck des Gemeinderats beschlossen, das Budget für die Dorfzeitung «Die fürwitzigi Chropftuube» von 9000 auf 4500 Franken zu kürzen. Um die fehlenden Mittel zu kompensieren, wurde die bislang zweimal jährlich erscheinende Zeitung auf eine Ausgabe reduziert.

Wegen der angespannten finanziellen Situation wurde ferner als Sofortmassnahme auch der Druck der im November geplanten Ausgabe gestoppt und der damalige Redaktor Eugen N. A. Rauber-Holle dazu angehalten, die vorhandenen Beiträge zu komprimieren und sich auf ein neues Layout einzustellen.

Letzte Ausgabe im März 2016

Aus verschieden Gründen kam es in der Folge zum Bruch zwischen der für die Publikation der Zeitung zuständigen KSK, welche in der Demission von Eugen N. A. Rauber als alleinverantwortlicher Redaktor mündete. Rauber, der schon bei der Lancierung der Dorfzeitung im Jahr 1983 mitgewirkt hatte, leistete noch Support für die 2015 erschienene 57. Ausgabe. Danach zog sich der damals 68-Jährige zurück.

Bei der Suche nach einer redaktionellen Nachfolgelösung für die Dorfzeitung, war die Kultur- und Sportkommission bislang nicht erfolgreich, wie KSK-Präsident und Gemeinderat Beat Haller erklärt.

Die im März 2016 von der KSK nach dem Abgang von Rauber-Holle herausgegebene 58. Dorfzeitung habe die Erwartungen bezüglich des Erscheinungsbilds und des Inhalts nicht erfüllen können, bemerkt Haller.

Aufgrund der Rückmeldungen sei er zur Überzeugung gelangt, dass es für die Gestaltung und die Redaktion der «Chropftuube» fachlich versierte Personen brauche, bevor eine Neuauflage ins Auge gefasst werden könne. Solche zu finden gestalte sich aber sehr schwierig.

Zeitung soll aktueller werden

Haller hat bereits Vorstellungen, wie die neue Dorfzeitung aussehen könnte. «Die fürwitzigi Chropftuube» soll nicht nur beim Layout einen komplett neuen Auftritt bekommen, sondern auch inhaltliche Änderungen erfahren.

Haller stellt sich vor, dass nicht nur Chronikales von Vereinen, sowie kulturelle und politische Anlässe in der Dorfzeitung Eingang finden sollten. Die Zeitung könnte auch eine Informationsfunktion übernehmen, etwa mit Vorschauen auf grössere Veranstaltungen, Vereinsanlässe oder Firmenjubiläen. «Mit aktuellen Beiträgen könnten die Bevölkerung mobilisiert und die Zeitung als solche an Bedeutung gewinnen», ist Haller überzeugt.

Informationsplattform für Gemeinde

Zu überlegen sei ferner, ob nicht auch die Gemeinde selbst oder der Gemeinderat die Dorfzeitung als Informationsplattform nutzen könnte. «Andere Gemeinden, wie etwa Härkingen, geben längst solche Informationsbroschüren heraus.». Haller spricht sich aus Gründen der Aktualität für jährlich zwei Ausgaben aus. Die Kosten dafür würden ausgehend von einer Offerte für ein Exemplar voraussichtlich jährlich etwa 7500 Franken betragen.

Bei Gemeindepräsident Rolf Kissling rennt Haller mit seiner Idee offene Türen ein. «Ich würde einen solchen Vorstoss im Gemeinderat begrüssen», sagt Kissling mit dem Verweis, dass die «Die fürwitzigi Chropftuube» vom Rat nie grundsätzlich infrage gestellt worden sei. Kissling kann sich sehr gut vorstellen, dass die Gemeinde die Zeitung für eigene Zwecke nutzt, etwa um die Botschaft der Budget- oder Rechnungsgemeindeversammlung auf diesem Weg publik zu machen.

Kein Datum für Neuauflage

Eine Prognose, wann die nächste «Chropftuube» herauskommt, wollte Haller nicht wagen. Zu vieles stehe noch auf unsicheren Beinen. So etwa die Konstituierung der noch nicht kompletten Kultur- und Sportkommission, aus der er sich auch Unterstützung für die Neuauflage der Zeitung erhoffe.

Zentralster Punkt bleibe aber, die Besetzung der Redaktion. Vorstellen könnte sich Haller auch eine Splittung der Aufgaben. «Jemand schreibt, während der andere sich um das Layout kümmert.» Die KSK werde alles daransetzen, damit Neuendorf schon bald wieder über eine eigene Dorfzeitung verfügt, verspricht Haller.