Gäuer Spielleute
Das Projektteam hält trotz Corona am Terminplan für «Fröilein Dokter Felchlin» fest

Die Gäuer Spielleute wollen dieses Jahr wieder auf der Bühne stehen. Das Theaterprojekt aber hängt von der Coronapolitik ab.

Gülpinar Günes
Drucken
Teilen
Das Projektteam traf sich im September 2020 zum Kick-Off-Meeting bei der Schälismühle. Hintere Reihe dritter von rechts ist Christoh Schwager (Autor und Regisseur), links neben ihm ist Irma Stöckli (Projektleiterin).

Das Projektteam traf sich im September 2020 zum Kick-Off-Meeting bei der Schälismühle. Hintere Reihe dritter von rechts ist Christoh Schwager (Autor und Regisseur), links neben ihm ist Irma Stöckli (Projektleiterin).

zvg

Vor genau 50 Jahren wurde das Frauenstimmrecht in der Schweiz eingeführt. Dieses Jubiläum thematisieren auch die Gäuer Spielleute in ihrem diesjährigen Freilichttheater mit dem Titel «Fröilein Dokter Felchlin - 50 Jahre Frauenstimmrecht» - die Biografie der ersten Ärztin im Kanton Solothurn.

Doch die andauernde Pandemie erschwert die Planung: Das Casting für den Frauenchor im vergangenen November musste abgesagt werden. Auch das Schauspielercasting Anfang Januar konnte nicht stattfinden. Trotzdem hält das Projektteam an dem Proben- und Aufführungsplan fest. Irma Stöckli, Pensionärin, leitet das Projekt zum ersten Mal und navigiert es gemeinsam mit dem Team durch die Krise.

Hoffnung: Theater findet draussen statt

«Wir sind uns der Risiken bewusst» sagt Stöckli an einem Telefongespräch. Der Vereinsvorstand habe bereits im letzten Frühling darüber diskutiert, wie er vorgehen möchte und welche finanziellen Folgen die Absage des Freilichttheaters mit sich bringen würde. Vieles habe dafürgesprochen, das Projekt trotz allem durchzuführen. «Unser grosser Vorteil ist, dass die Aufführungen draussen stattfinden», sagt Stöckli hoffnungsvoll. Der Verein bereite bereits diverse Corona-Szenarien vor. Es werde ein umfassendes Schutzkonzept geben, das Hygiene und Sicherheit gewährleistet.
Zusätzliche Helfer seien bereits für die reservierten Daten eingeplant.

Das neue Ressortsystem habe die Arbeit während Corona ziemlich erleichtert, wie Stöckli weiter sagt. Davor habe die Verantwortung vor allem die ehemaligen Präsidentin des Vereins, Margot Leuenberger getragen. Mit der neuen Organisationsstruktur seien die Arbeiten auf acht Ressorts verteilt, in denen insgesamt 25 Teammitglieder mithelfen. Jeden Monat gebe es virtuelle Sitzungen, wo sich die Projektleiterin mit den Ressortverantwortlichen austauscht.

Die Planung kommt gut voran

Als organisatorische Basis dient dem Team das Projekt von 2019, «Emma und die Titanic». Und die Planung komme gut vorwärts: Der Spielort bei der Schälismühle und die Infrastruktur sei bereits gesichert. Trotz Corona sei auch das Sponsoring gut angelaufen, so Stöckli. «Wir wissen um die schwierige Zeit aufgrund der Corona-Pandemie und sind unseren Sponsoren und Spendern von Herzen dankbar.» Unter den Sponsoren seien auch Frauengruppen, die das Projekt zum Jubiläum des Frauenstimmrechts unterstützen.

Das Projektteam sei zuversichtlich, dass die Proben und Aufführungen wie geplant stattfinden können: Im März sollen die ersten Abendproben mit den Schauspielern starten, im Juni diejenigen mit dem Chor. Die Aufführungen beginnen mit der Premiere am 20. August. Das setzt voraus, dass das BAG die Massnahmen ab März lockert.

Derweil sei Christoph Schwager, Regisseur und Autor des Stücks, aber noch auf der Suche nach einigen Schauspielern, wie Stöckli weiss. Nach dem abgesagten Casting kreiere Schwager nun das Rollenprofil des Teams selbst, um zu sehen, welche Schauspielertypen noch fehlen. Diese suche er dann unter den Laienschauspielern, mit denen er bereits gearbeitet hat. Ähnlich ging auch die Chorleiterin Michaela Gurten vor. Ihr Chor besteht derzeit aus 22 Frauen, die sich schriftlich dafür angemeldet haben.

Team schöpft Motivation aus den Rückmeldungen

Ob musikalisch und schauspieltechnisch alles aufgeht, wird sich noch zeigen. «Wir müssen laufend die Entscheidungen des Bundesrates berücksichtigen, um die Gesundheit aller Projektbeteiligten, und der Theatergäste zu gewährleisten», sagt die Projektleiterin Stöckli. Sie ist seit 2015 im Verein tätig und zeigt sich zuversichtlich, dass alles klappen wird. «Ich vertraue in die Arbeit des Teams», sagt sie. «Die Zusammenarbeit läuft sehr gut. Alle begegnen sich auf Augenhöhe, kommunizieren offen und mit gegenseitigem Respekt.»

Trotz den schwierigen Rahmenbedingungen mache es ihr Spass, das Projektteam zu leiten. Motivation schöpfe sie vor allem aus den vielen Zusagen zu allen Bereichen des Projektes und den positiven Rückmeldungen zum Thema 50 Jahre Frauenstimmrecht. «Wir sind mit dabei bei diesem aktuellen Thema», das erfreue und motiviere auch das Team.

Aktuelle Nachrichten