Oensingen

Bund nimmt zweiten Anlauf für ein Zentrum für Lastwagen-Kontrolle

Der Bund will in der Industriezone Moos in Oensingen ein neues Kontrollzentrum für den Schwerverkehr bauen. Bereits 2011 gab es Pläne für ein solches Projekt in der Felmatt.

Erwin von Arb
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Auf diesem Areal in der Oensinger Industriezone Moos will das Astra ein Schwerverkehrskontrollzentrum bauen.

Auf diesem Areal in der Oensinger Industriezone Moos will das Astra ein Schwerverkehrskontrollzentrum bauen.

Bruno Kissling

Der erste Anlauf des Bundes zum Bau eines Schwerverkehrskontrollzentrums in Oensingen erfolgte 2011 mit der Vorstellung eines Projekts in der Felmatt. Auf dem 3,3 Hektar grossen Grundstück sollte neben dem Schwerverkehrskontrollzentrum auch eine Filiale der Motorfahrzeugkontrolle gebaut werden.

Zudem war auch ein Standort für Blaulichtorganisationen und ein Durchgangsplatz für Fahrende geplant. Weil die Grundbesitzer das landwirtschaftlich genutzte Gebiet aber nicht verkaufen wollten, wurden diese Pläne Ende 2012 aufgegeben.

Kanton sicherte Land für den Bund

Inzwischen verfolgt das Bundesamt für Strassen (Astra) ein neues Projekt für den Bau eines Schwerverkehrskontrollzentrums. Zu stehen kommen soll dieses in der Industriezone Moos in Oensingen. Das 4634 Quadratmeter grosse Areal an der Nordringstrasse konnte sich der Bund dank Mithilfe des Kantons sichern, der das Land im Dezember 2015 käuflich erwarb. Dieser Kauf sei in Absprache mit dem Astra erfolgt, erklärt Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli. Ob die Parzelle dem als Bauherr auftretenden Astra verkauft oder im Baurecht überlassen wird, sei noch nicht entschieden.

Klar ist hingegen, dass auf dem relativ kleinen Areal in Bezug auf das Volumen des Verkehrskontrollzentrums nur eine abgespeckte Version realisiert werden kann. Das Astra kenne drei Grössen, in Oensingen soll das kleinste Modul mit nur einer Durchlaufbahn gebaut werden, wie Mäusli erwähnt.

Ohne MFK-Filiale geplant

Beim neuen Projekt wird aus Platzgründen auch vollständig auf den Einbau einer Filiale der Motorfahrzeugkontrolle (MFK) verzichtet. Beim ersten Projekt sei die MFK integriert worden, um Synergien zu schaffen, so Mäusli. Inzwischen habe man mit dem Busbetrieb Olten Gösgen Gäu (BOGG) eine viel bessere Lösung gefunden. Die tagsüber leer stehenden Hallen der BOGG in Wangen sollen künftig von der MFK genutzt werden. Das Projekt steht in der Planungsphase und ist noch nicht bewilligt.

Bernhard Mäusli hofft, dass die öffentliche Auflage für das in Oensingen geplante Schwerverkehrskontrollzentrum bereits 2018 erfolgen kann. Die Polizei verfüge im Werkhof in Oensingen über zu wenig Platz, deshalb sei wichtig, dass das Projekt jetzt zügig vorangetrieben werde. Nun sei das Astra am Zug, welches für die weitere Planung verantwortlich zeichnet.

Die Projektierung soll noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden, sagt Esther Widmer, Mediensprecherin der Astra-Filiale in Zofingen auf Anfrage, ohne konkreter zu werden. Keine Angaben macht Widmer zu den Kosten und der Grösse der Anlage. Mit dem geplanten Ausbau der Autobahn A1 zwischen Härkingen und Luterbach auf sechs Streifen hat das Projekt übrigens nichts zu tun, wie Widmer betont.

Etwas überrascht auf das jüngste Projekt des Astra und die Rolle, die der Kanton dabei spielte, reagiert der Oensinger Gemeindepräsident Markus Flury. Dass der Kanton die fragliche Parzelle erworben habe, um den Bau des Schwerverkehrskontrollzentrums sicherzustellen, habe er erst nach einer Medienmittelung durch das Astra erfahren. Ein Schwerverkehrszentrum in Oensingen störe ihn nicht. «Aber dass wir als Standortgemeinde aussen vor gelassen werden, ist völlig unverständlich, zumal sich Oensingen im Abschluss der Ortsplanungsrevision befindet», moniert Flury. Dies auch mit Blick auf die geplante Entlastungsstrasse durch die Industriezone über die Nordringstrasse und die bevorstehenden Grossprojekte von Bell und anderer Firmen.

Ständiger Kontakt

Mäusli versichert, dass der Kanton in ständigem Kontakt mit der Gemeinde Oensingen stehe. Bezüglich der künftig wohl steigenden Verkehrsbelastung des Knotens Nordringstrasse-Dünnernstrasse erwähnt Mäusli, dass das Schwerverkehrszentrum mit stündlich etwa zwei von der Polizei kontrollierten LKWs kaum Mehrverkehr verursachen werde. Das Amt für Verkehr- und Tiefbau sei vertraut mit der Verkehrssituation und suche mit der Gemeinde nach einer für alle Beteiligten verträglichen und umsetzbaren Lösung, so Mäusli. Dass dem so ist, wird von Flury bestätigt.