Mümliswil

Aus der zerstörten Heimatstadt ins friedliche Guldental

Als Bub durfte Fred Schmitz 1948 seine zerbombte Heimat verlassen und für drei Monate im Guldental leben. Darüber hat er einen Film gedreht, der am nächsten Dienstag zu sehen ist.

Alois Winiger
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Fred Schmitz (mit Kamera) beim Fest zum 80. Geburtstag seines Freundes Bruno Häfeli. zvg

Fred Schmitz (mit Kamera) beim Fest zum 80. Geburtstag seines Freundes Bruno Häfeli. zvg

Das Thema ist weitgehend in Vergessenheit geraten: Erholungsurlaube für Kinder aus dem vom Zweiten Weltkrieg zerstörten Deutschland. Fred Schmitz und Holger Hendricks haben dazu einen 20-minütigen Dokumentarfilm geschaffen mit dem Titel «Reise in die Schweiz». Der historische Verein Guldental präsentiert ihn im Anschluss an seine Generalversammlung im Martinsheim Mümliswil. Selbstverständlich sind auch Nichtmitglieder willkommen.

Eine Liebeserklärung

Kinderhilfe während und nach dem Zweiten Weltkrieg

Die Kinderhilfe des Schweizerischen Roten Kreuzes diente während des Zweiten Weltkrieges und in den Jahren danach der physischen und psychischen Erholung von Kindern, die durch die Auswirkungen des Krieges erkrankt, unterernährt oder verletzt worden waren oder traumatische Kriegserlebnisse, die Folgen einer Flucht, die Trennung von ihrer Familie oder den Verlust von Familienangehörigen erlitten hatten. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Schweiz das erste Land, das der hungernden deutschen Bevölkerung und insbesondere den Kindern half. Die SRK Kinderhilfe versuchte nach dem Grundsatz der Unparteilichkeit möglichst vielen bedürftigen Kindern aus allen betroffenen europäischen Ländern zu helfen. Bei der Auswahl für einen Aufenthalt in der Schweiz wurden vorab medizinische Kriterien angewandt. Es wurden Kinder ausgewählt, die es gesundheitlich nötig hatten und deren Zustand es erlaubte, dass sie sich in einem drei- bis sechsmonatigen Aufenthalt erholen konnten. (Quelle: Wikipedia)

Das Schweizerische Rote Kreuz sorgte dafür, dass Kinder einen Aufenthalt in der Schweiz machen konnten. Sie sollten dabei auf andere Gedanken kommen und ausreichend ernährt werden. Fred Schmitz durfte eine Reise in die Schweiz antreten, nach Mümliswil auf den abgelegenen Bauernhof Schwenglen. Der kleine Fred fühlte sich dort etwas einsam und war daher überglücklich, als er unten im Dorf Mümliswil den – mittlerweile verstorbenen – Bruno Häfeli kennen lernte. «Er war wie ein grosser Bruder zu mir», erzählt Fred Schmitz. Zwischen den beiden erwuchs eine Freundschaft, die über sechzig Jahre dauerte und nun auch bei den Nachkommen weitergeht.

Raffiniert verflochten

Zum Video

Die Dokumentation «Reise in die Schweiz» finden Sie hier.

Raffiniert wird dann ein Übergang geschaffen in die Zeit vor wenigen Jahren, als Fred Schmitz in die Schweiz reiste, um einer Einladung seines Freundes Bruno Häfeli zu dessen 80. Geburtstag zu folgen. Diese Reise dokumentiert Schmitz im Film. Als Zuschauer begleitet man ihn an die verschiedenen, für ihn bedeutenden Stationen in Mümliswil, und wo er seine Erinnerungen daran preisgibt. Der mittlerweile weit über 70-jährige Fred Schmitz wird den Film selber präsentieren und gerne über weitere Erlebnisse berichten sowie Fragen beantworten.

Filmvorführung: Dienstag, 24. März 2015, ca 21.20 Uhr, Martinsheim Mümliswil, im Winkel 6. Parkplätze bei Coop und Kätzlimatt