Solothurn

Wechsel bei Cucina Arte: Jetzt lenken Vater und Sohn die Geschicke der Firma

Nach knapp 17 Jahren Cucina Arte GmbH kommt es zum Wechsel in der Geschäftsleitung. Ab dem 1. Juli 2020 führt ein Vater-Sohn-Gespann die Geschicke des Solothurner Catering- und Restaurationsbetriebes.

Lea Durrer
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Cucina Arte besteht seit 2003. Die Firma ist in einem Gebäude der Ypsomed eingemietet.
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Nun kommts zum Wechsel in der Geschäftsleitung: Markus Dominkovits (links) bleibt, David Scheidegger (mitte) geht und wird durch Giorgio Dominkovits (rechts) ersetzt.
In der Küche von Cucina Arte wird für den Tagesbetrieb gekocht, aber auch das Catering vorbereitet.
Hauptkoch ist Joganathan Sinnathurai.
Um alles vorzubereiten, wird oft bereits um 6 Uhr in der früh gestartet.
16 Mitarbeitende hat Cucina Arte. Dazu kommen noch zahlreiche Aushilfen für Catering-Anlässe.
Vorbereitete Gläschen für ein Hochzeitscatering
Das Ristorante ist fürs Znüni und Mittagessen geöffnet.
Der Koch sorgt für Nachschub im Restaurant.
Hier wird das Tagesmenü ausgegeben
Blick auf das Salatbuffet. Die Hälfte der Gäste sind keine Mitarbeiter der Firmen auf dem Areal.
Nach dem Essen läuft das gebrauchte Geschirr auf dem Förderband zum Abwaschen
Markus Dominkovits mit einem seiner Gemälde.
Das ganze Lokal ist mit seiner Kunst ausgeschmückt. Selbst die Solothurner Zeitung steckt in einem Konstrukt aus Messern.

Cucina Arte besteht seit 2003. Die Firma ist in einem Gebäude der Ypsomed eingemietet.

Lea Durrer

Wird das Restaurant von Cucina Arte geschlossen? Die Firma verkauft? Viele Gerüchte drehten in den letzten Monaten die Runde. Nun erklären sich die Geschäftsführer: Cucina Arte wird weitergeführt. Es kommt jedoch zum Wechsel. David Scheidegger, der die Firma 2003 zusammen mit Markus Dominkovits gründete und das ehemalige Personalrestaurant der Autophon/Ascom übernahm, steigt auf Ende Juni aus. «Aus verschiedenen Gründen», wie der 51-jährige Biberister erklärt. Nach 17 Jahren sei es an der Zeit für etwas Neues. Aber auch gesundheitliche Gründe hätten beim Entscheid eine Rolle gespielt. «Das Catering ist ein anstrengender Job», so Scheidegger. Seine Energie will er künftig in die eigene Firma für Beratung und Coaching im Gastrobereich stecken.

Die 50 Prozent der Geschäftsleitung gehen an Giorgio Dominkovits. Somit steht bei der Cucina Arte GmbH nun ein Vater-Sohn-Gespann an der Spitze. Das kommt gut, sind sich alle beim gemeinsamen Gespräch im Restaurant einig.

Die interne Lösung ist «besser»

Den Entscheid auszusteigen hatte Koch David Scheidegger bereits im Januar 2019 getroffen. «Wir haben uns überlegt, was am meisten Sinn macht.» Zu diesem Zeitpunkt sei eine Nachfolge durch Giorgio Dominkovits aber noch kein Thema gewesen. «Ich hatte noch andere Ideen, was ich machen könnte», sagt dieser. Und der Betrieb sei ihm damals fast zu gross erschienen. Deshalb wurde ein Verkauf in Erwägung gezogen. Interessenten gab es; die Mitarbeitenden sollten übernommen werden.

Doch dann platzte das Vorhaben und Giorgio Dominkovits entschied sich, die Herausforderung zu packen und in die Geschäftsleitung einzusteigen. Er habe die Zeit des Verkaufsprozesses gebraucht, auch um das Potenzial des Geschäfts zu sehen, sagt er. «Ich arbeite gerne hier, kenne den Betrieb und im Team stimmt es.» Diese interne Lösung sei eine bessere, tönt es unisono.

Zwei Standbeine ergänzen sich gut

Der 34-jährige Stadtsolothurner hat Bäcker-Konditor gelernt und ist seit dem Lehrabschluss 2005 im Betrieb tätig. Nun übernimmt er einige Aufgaben von David Scheidegger wirkt aber weiterhin in der Küche im Tagesgeschäft und dem zweiten Standbein, dem Catering und den Banketten. Letzteres macht zwei Drittel des Geschäftes von Cucina Arte aus und ist ein Siebentage-Betrieb, ergänzt sich aber gut mit dem Restaurationsbetrieb.

Zwischen 800 und 1000 Anlässe im Jahr werden gestemmt. Das bedeutet viel Planung. Unterstützung im administrativen Bereich gibt es neu durch Rolf Biedermann, ehemaliger Pächter des Bellacher Restaurants Tell und der Raststätte Grauholz. Ihm ist Cucina Arte bestens bekannt, hat er doch auch schon mehrere Jahre dort gearbeitet.

Alle Mitarbeitende behalten in der Coronakrise ihren Job

Man sei in der glücklichen Lage, eine Betriebsausfallversicherung zu haben. «Deshalb trifft uns der Anfang der Krise nicht ganz so hart wie andere», so David Scheidegger. Diese Versicherung gelte aber nur kurzfristig und werde sicher nicht zu 100 Prozent ausbezahlt. Die Zukunft könne aber Probleme bringen. «Wir fahren momentan mit einer stark angezogenen Handbremse und machen rund 20 Prozent des Umsatzes.» Was bleibt, sind die Personalkosten. «Die Grösse des Betriebes und der Bekanntheitsgrad hilft uns sicher.» Die Anfragen kämen langsam wieder rein, aber die Aufträge für grössere Firmenanlässe würden dieses Jahr gänzlich fehlen. «Ein Jubeljahr wird es sicher nicht», so Scheidegger. Massgebend sei in der Krise aber, dass alle 16 Mitarbeitende ihren Job hätten behalten können und die Firma weiterexistieren könne. (ldu)

Überhaupt sei das Team sehr konstant, heisst es. Alle wüssten, «wie der Karren läuft». Klar habe es Wechsel gegeben. Aber von Fluktuation seit dem Start ist keine Rede. Markus Dominkovits kennt das Gebäude am längsten – ganze 35 Jahre. Und er wird auch die letzten bis zur Pensionierung noch bleiben. «Mein Ziel ist es, meinen Sohn zu begleiten», sagt der 60-Jährige. Giorgio soll später dann übernehmen.

Besitzerin der Liegenschaft ist die Ypsomed. Früher noch als reines Personalrestaurant gedacht, wird das Restaurant an der Brüggmoosstrasse vom Industrieareal her nicht mehr so stark frequentiert. Über Mittag kommen mittlerweile mehr als die Hälfte externe Gäste zum Essen: Vom Rentnerehepaar im Quartier, über Gärtner, Architekten, Kantischüler bis hin zum Bankdirektor. Mit Mittagessen werden auch verschiedene Tagesschulen mit 80-140 Kindern sowie Firmen in der Region beliefert. Wegen dem Ausbau des Solothurn-Standorts von Ypsomed werden in den nächsten Jahren noch mehr Mitarbeiter beim Zmittag erwartet.

Online-Shop aufbauen und «Kitchenpartys» stärken

Und wie sehen die Pläne von Cucina Arte für die Zukunft aus? Räumlichkeiten im unteren Stockwerk sollen für Bankette und sonstige Anlässe umgestaltet werden. Dazu wird ein Online-Shop für italienische Produkte aufgebaut und das Kassensystem erneuert. Künftig soll man Kaffee und «Znüni» sowie das Mittagessen auch mit Karte bezahlen können. «Wir wollen auch mehr ‹Kitchenpartys› anbieten», so Giorgio Dominkovits. Damit meint er Events für Gruppen in der Küche von Cucina Arte, bei denen gemeinsam die Kochlöffel geschwungen werden dürfen.

Bei Grossanlässen kann das Team auch in Zukunft auf die Hilfe von David Scheidegger zählen. So zum Beispiel bei der nächsten Generalversammlung der Raiffeisenbank Wasseramt-Buchsi. Das war für ihn jedes Jahr eines der Highlights. Wie die vielen speziellen Hochzeiten oder kleinen Anlässe, bei denen etwas schieflief, aber am Ende doch alle zufrieden sein konnten. Die dargebotenen Anekdoten bringen alle in der Runde zum Schmunzeln.