Von Solothurn nach Kuba
Solothurner Jugendliche trotzen Corona-Hürden und reisen mit Hilfsgütern in die Karibik

Zum sechsten Mal geht es mit schwerem Gepäck nach Kuba. Das Projekt Together Weltweit hat 2010 die ehemalige Solothurner Pfarrerin Alexandra Flury-Schölch lanciert.

Livia Eckert
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Beim Packen für Kuba: Noe Eigenmann , Madeleine Flury, Vera Witschi, Madlen Jutzi und Nikita Wolf (von links).

Beim Packen für Kuba: Noe Eigenmann , Madeleine Flury, Vera Witschi, Madlen Jutzi und Nikita Wolf (von links).

zvg

Es ging ihnen wie den Olympioniken, die nach China fahren wollen. In den letzten Tagen setzten 13 junge Erwachsene aus der Umgebung Solothurn alles daran, nicht noch mit dem Coronavirus in Kontakt zu kommen, damit sämtliche PCR-Tests vor Reiseantritt negativ ausfallen.

Jetzt ist es nun soweit, der Flug nach Kuba steht bevor. Inklusive rund 300 Kilogramm an sorgfältig sortiertem und in Reisekoffern verstautem Material.

Jugendliche organisieren den Austausch selber

Es sind Teilnehmende des Projekts Together Weltweit, welches 2010 von Alexandra Flury-Schölch, der ehemaligen Pfarrerin der reformierten Stadtkirche Solothurn, gegründet wurde. Dieses Jahr geht es bereits zum sechsten Mal nach Kuba. Gefördert soll der direkte interkulturelle Dialog zwischen kubanischen und Schweizer Jugendlichen werden.

Gemeinsam haben sie geplant, nebst den bisher stets durchgeführten Hausrenovationen, erstmals einen Kompost anzulegen, sowie nach einem Sport- und Kulturprogramm ihre Meinungen zu Genderthematiken auszutauschen.

Finanziert und organisiert wird dieser Austausch von den Jugendlichen selber: Mittels Spendenaktionen, Kuchenstände und Benefizkonzerte wurde das ganze Jahr über Geld für das Projekt gesammelt.

Nothilfecontainer verschifft

Doch noch nie waren die Herausforderungen so gross. Angesichts der derzeitigen Pandemie schien den Jugendlichen dieses Vorhaben so kühn wie optimistisch: Die Reise sei ein enorm aufwendiges und komplexes Unterfangen, nicht zuletzt was den administrativen Bereich anbelange.

Kommt hinzu, dass sich der Lebensstandard auf Kuba infolge der Pandemie sowie der US-Blockade zunehmend verschlechtert. Aus diesem Grund wurden im vergangenen November und Dezember in Solothurn zwei Nothilfecontainer bepackt und anschliessend nach Kuba verschifft.

Gefüllt sind diese mit zahlreichen Lebensmitteln, raren Gütern wie Babypulver, medizinischen Hilfsgütern sowie 200 gesammelten Fahrrädern als Fortbewegungsmittel für kubanische Krankenschwestern. Letzteres damit die Ladung bis zu einer gewissen Grade der gesamtkubanischen Bevölkerung zu Gute kommt.

Einblicke auf einem Blog

Erfreulicherweise ist einer der beiden Container bereits in der Karibik angekommen. Die Trackingdaten des Zweiten lassen vermuten, dass er zeitgleich mit der Schweizer Reisegruppe in Kuba eintreffen wird. Interessierte erhalten Einblicke in die Erlebnisse der Gruppe auf ihrem Blog together-weltweit.com/blog.

Das Projekt ist übrigens für den vom Deza und dem Seco organisierten Jugend- und Zukunftspreis Together we’re better eingereicht. Die Preisverleihung findet im Rahmen des International Cooperation Forums Ende März in Genf statt.