Kommentar
Sonderfall HESO?

Die Organisatoren ziehen ein äusserst positives Fazit der zehntägigen Messe in Solothurn.

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Fahnen der Herbstmesse Solothurn HESO

Fahnen der Herbstmesse Solothurn HESO

Andreas Kaufmann

Nein, Grund zum Klagen haben die Macher der Herbstmesse Solothurn nicht. Während sich in der Altstadt die Schaufensterfronten in raschem Wechsel lichten, herrscht oben vor dem Baseltor heile Welt. An den meisten Messetagen strömt das Volk aufs HESO-Areal und lässt sich auch durch die Bullenhitze in den Zelten nicht vom Hallen-Bummel abhalten. Es wird gekauft und verkauft, der Messe-Rabatt zieht nach wie vor. Dazu kommt ein OK, das seine Hausaufgaben macht: Auf dem stadtnahen, perfekten Messestandort tut sich eine kompakte Konsumwelt auf. Ein vielfältiges Gastro-Angebot, eine attraktive Sonderschau und der Schanzengraben mit seinen Anziehungspunkten für Gross und Klein sprechen alle Altersschichten an.

Ist Solothurn also eine Insel der Glückseligen in rauer See? Die Messelandschaft nicht nur in der Schweiz erlebt derzeit einen Tsunami. Altbekanntes wird weggespült, anderes droht im Sog der Digitalisierung unterzugehen. Auch das HESO-OK weiss: Infotainment allein, gepaart mit der Grundversorgung von Magen und Kehle genügt nicht. Nur eine lokal verankerte Verkaufsmesse mit einem noch handlungsfähigen Gewerbe garantiert das Fortbestehen. Doch dafür müssen noch viele Hausaufgaben gemacht werden. Kaum vom Messe-OK, aber zum Beispiel in Sachen Standortförderung in der ganzen Region. Immerhin wappnet sich die Rythalle AG als HESO-Hausherrin schon einmal gegen härtere Messe-Zeiten: Sie will die Reithalle zu einem multifunktionalen Tagungsort umbauen. Dazu ist aber wichtig, dass alle am gleichen Strick ziehen. Querelen wie anderswo sind derzeit ungeeignet für die Sicherung der Zukunft. Denn Solothurn wird nicht endlos Insel bleiben.

wolfgang.wagmann@azmedien.ch

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