Badeplätze

Schwimmend durch die Stadt Solothurn: Das sind die schönsten Ein- und Ausstiegsorte der Aare

In Solothurn lässt es sich gemütlich auf der Aare durch die Stadt treiben. Auf der Suche nach den schönsten Ein- und Ausstiegsorte.

Judith Frei
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In allen Schweizer Städten mit einem Fluss zeigt sich ein ähnliches Bild: Menschen lassen sich auf aufblasbaren Booten, Ringen, Flamingos oder sonst etwas aufschwimmendes durch die Stadt treiben. Solothurn macht da keine Ausnahme. «Aareböötle» ist längst nicht mehr nur eine Berner Angelegenheit. Kann es die Aare in Solothurn mit dem rasanten Flussabschnitt in Bern aufnehmen? Die auswärtige Autorin macht sich auf die Suche guter Ein- und Ausstiegssorte und lässt sich durch die Stadt treiben.

Sonne, Lido und Fluss an der Stadtgrenze

Der kleine Strand gestaltet den Einstieg einfach.

Der kleine Strand gestaltet den Einstieg einfach.

Tom Ulrich

Passend zum Ausdruck «Solothurn liegt am Meer» gibt es den «Lido» – den Strand – gerade hinter dem Campingplatz. Der kleine Sandstrand erlaubt es bis weit in den Fluss zu waten. Daneben ist eine Rasenfläche mit Grillplätzen. Dank der «Beach-Bar», welche vom «Pier 11» betrieben wird, kann man direkt am Wasser etwas Erfrischendes trinken. An diesem Ort hat man guten Zugang zum Wasser, einen aufblasbaren Flamingo kann hier problemlos «eingeschifft» werden. Ein idealer Ort, wo man gerne ein wenig verweilt, bevor die Reise auf dem Fluss angetreten wird. Doch: Erstaunlich laut ist die Autobahn auf der anderen Flussseite.

Bademeister, Velo- und Autobrücke

Beim «Bademeister» gibt es eine Pumpstation und feinen Kaffi.

Beim «Bademeister» gibt es eine Pumpstation und feinen Kaffi.

Tom Ulrich

Flussabwärts weist ein Schild auf eine Boot-Pumpstation hin. Gratis kann beim Restaurant Bademeister das Boot gepumpt werden. Nur wenige Schritte davon entfernt hat es unzählige gute Zugänge zum Wasser, zwar muss man teilweise Steine überwinden, bevor man im Fluss ist. Die Autobrücke verbreitet noch einen Industrie-Charme und spendet nötigen Schatten. Das Rauschen der Autos ist auch hier zu hören.

Ruderclub, Schatten und keine Strömung

Auf den Spuren der schönsten Badeplätze in Solothurn

Auf den Spuren der schönsten Badeplätze in Solothurn

Tom Ulrich

Weiter unten – vorbei am Ruderclub – hat es einen lauschigen grünen Rasenplatz. Ein grosser Baum spendet Schatten und die Steine am Ufer laden zum Verweilen ein. Hier ist man schon fast im Stadtzentrum.

Die Autorin wagt sich in die Fluten. Zuerst zieht die Aare ein wenig. Kalt ist das Wasser nicht, an diesem Tag gar enttäuschend lau. An die Berner Aare gewöhnt, werden zuerst nur faule Brustzüge gemacht, doch weit kommt man damit nicht, nur mit Arbeit kommt man wirklich voran.

Kunstraum Medici, Kehrwasser und Agrola-Tankstelle

Hier kann man ohne Anstrengung sein Gummiboot oder Flamingo aufpumpen.

Hier kann man ohne Anstrengung sein Gummiboot oder Flamingo aufpumpen.

Tom Ulrich

Beim Kunstraum Medici lockt schon der erste Ausstieg, erschöpft durch die fehlende Strömung. Zwei Männer diskutieren über die Temperatur des Wassers: Der eine misst sie mit einem Gerät. Sie sei 19,5 Grad. «Das kann nicht sein, die ist mindestens 21 Grad», meint der andere überzeugt. Ein paar Schritte vom Kunstraum entfernt, stehen die Leute bei der Agrola-Tankstelle Schlange. Nicht für Benzin, sondern für Luft.

Landhausquai, Kehrwasser und Treibgut

Auch beim Landhausquai kann ein Einstieg gewagt werden.

Auch beim Landhausquai kann ein Einstieg gewagt werden.

Tom Ulrich

Weiter unten sieht man schon den Landhausquai. Dort müsse man auf der Hut sein, dort gäbe es Kehrwasser, meint der ortskundige Fotograf. Tatsächlich sieht man dort Treibgut flussaufwärts schwimmen, was den Ausstieg ein wenig erschwert. Eine Rampe lässt das Gummiboot einfach an Land bringen. Beim «Böxli», dass das Restaurant Kreuz betreibt, kann man den Durst löschen, der durch das viele Schwimmen verursacht wurde.

Solheure, Hafenbar und steile Treppe

Diese Leiter führt gerade auf den Kreuzackerplatz und ist nur für Schwindelfreie geeignet.

Diese Leiter führt gerade auf den Kreuzackerplatz und ist nur für Schwindelfreie geeignet.

Tom Ulrich

Hat es zu viele Leute beim Landhausquai, kann man bis zum «Solheure» schwimmen und ein wenig unterhalb des Lokals ausaussteigen. Nach wenigen Schritten ist man im Restaurant und kann sich dort im Schatten stärken. Gegenüber beim Kreuzackerplatz gibt es eine Leiter für Schwindelfreie, unweit von der Hafenbar entfernt.

Rurales Baden, Bänkli und Riveryard

Beim Riveryard kann man wieder stärken.

Beim Riveryard kann man wieder stärken.

Tom Ulrich

Flussabwärts wird es ruhig auf dem Wasser, es gibt kaum Verkehrsgeräusche mehr – man schwimmt am rechten Flussufer schon in Zuchwiler Gewässer. Immer wieder sieht man öffentliche Bänkli am Ufer: Ideale Ein- oder Ausstiegsorte. Bei einer grösseren Uferlichtung sieht man das «Riveryard». Bei dieser Bar kann man wieder zu Kräften kommen. Das hat man auch bitter nötig.

Fazit: Wunderschön aber mit Arbeit verbunden

Sich gemütlich durch Solothurn treiben zu lassen, kann man schon, doch muss man dafür etwas Zeit einrechnen. Die Szenerie der Barockstadt ist wunderschön, bei allen Ein- und Ausstiegsorten kann man etwas trinken und essen. Will man die auf dem Wasserweg erreichen, muss man kräftig rudern oder sportlich schwimmen. So wird die Autorin wohl in Zukunft mehr neben dem Wasser, als im Wasser anzutreffen sein.