Grosseinsatz
Razzia in Solothurn ausgelöst: Terror-Scherz kostet 27-Jährigen 100'000 Franken

Ein heute 27-jähriger plauderte vor zwei Jahren in Basel von einem Terror-Anschlag. Daraufhin wurde unter anderem auch in Solothurn ein Haus durchsucht. Die Drohung war nur ein Scherz – und kommt den Mann teuer zu stehen.

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Die Sondereinheit Falk verschaffte sich Anfang Juni 2017 mit einem Rammbock Zutritt zu einem Tattoo-Studio an der Zuchwilerstrasse in Solothurn. Dem Inhaber des Tattoo-Studios wurden Handschellen angelegt und das ganze Haus sowie auch die Garage wurden von den schwerbewaffneten Polizisten durchsucht. Auch im Baselbiet wurden Hausdurchsuchungen durchgeführt.

Die Strafverfolgungsbehörden eröffneten eine Untersuchung wegen «Verdachts der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht». Bereits kurz nach dem Grosseinsatz wurde aber bekannt, dass der damals 24-Jährige alles erfunden hatte und kein Anschlag zu befürchten war.

Polizeieinsatz an der Zuchwilerstrasse in Solothurn
10 Bilder
Die Polizei verschaffte sich gewaltsamen Zutritt zum Tattoostudio
Die Sondereinheit Falk durchsucht das Haus – die Polizei sperrt die Strasse ab
Die Polizisten schauen sich in und über der Garage um.
Der Polizeihund wird zum Haus gebracht
Alles wird dokumentiert
Mit diesen Kastenwagen ist die Sondereinheit Falk unterwegs
Der Einsatz ist vorbei, die Sondereinheit ist abgerückt
Die eingeschlagene Tür aus der Nähe
Sandro Spahn gehört das Tattoo-Studio im Hochparterre. Bei ihm haben die Polizisten die Tür aufgebrochen.

Polizeieinsatz an der Zuchwilerstrasse in Solothurn

Lea Durrer

Diese Woche musste sich der Mann nun vor dem Basler Strafgericht verantworten. Dabei wurden auch die Geschehnisse im Mai und Juni 2017 aufgerollt: Der 27-Jährige hatte vier Tage nach dem Anschlag in Manchester in einem Basler Nachtbus über einen geplanten Anschlag mit Giftgas, Sprengstoff und Waffen geplaudert. Passagiere alarmieren daraufhin die Polizei. Diese nahm den Mann zwei Wochen später fest und führte die Hausdurchsuchungen durch. Das Gebäude an der Zuchwilerstrasse wurde durchsucht, weil es einer verwandten Familie des Terror-Drohers gehörte.

Der 27-jährige Alevit mit Schweizer Pass wurde wegen Schreckung der Bevölkerung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von fünf Monaten verurteilt. Der Scherz kostet ihn 100'000 Franken – so teuer sind die Verfahrenskosten. Er kann das Urteil weiterziehen. (ldu)

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