Solothurn

Neue Realitäten im Westen der Stadt

Der Grossverteiler Coop verzichtet auf sein Einkaufszentrum auf dem Kofmehl-Areal, denkt aber über ein kleineres Projekt nach.

Wolfgang Wagmann
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Hier hätte das Einkaufszentrum hinkommen sollen.

Hier hätte das Einkaufszentrum hinkommen sollen.

Hanspeter Bärtschi

Die Spatzen pfiffen es schon länger von den Solothurner Dächern: Coop hat die Lust auf das seit Jahren anvisierte neue Einkaufscenter auf dem alten Kofmehl-Areal definitiv verloren. Da war einerseits der renitente Einsprecher in der Nachbarschaft, der das Vorhaben mit allen Mitteln bekämpft hatte. Dann waren da aber auch alle Realitäten, die seit 2008 entstanden sind: Aldi konnte mit der Eröffnung der Westumfahrung am südlichen Brückenkopf bereits einen Food-Store eröffnen, Konkurrent Migros ist wenige Meter nördlich des Coop-Standorts am Jumbo-Kreisel besser in den Startlöchern – muss allerdings auf dem Öufi-Areal den Tatbeweis erst noch antreten. Angesichts der rasanten Veränderungen im Detailhandel, die nun zum Coop-Rückzug beigetragen haben, wird vielleicht auch das Migros-Engagement dort wie an der Baselstrasse nochmals überprüft.

Zum Coop-Njet haben möglicherweise auch gefühlte Komponenten beigetragen: Links und rechts der Westumfahrung ist auch nach bald zehn Jahren noch nichts passiert – «Weitblick» dämmert vor sich hin. Dafür ist zu den Stosszeiten schon jetzt die Westumfahrung im Dauerstau – nicht gerade ermutigend, um neue Kunden anzulocken. Immerhin: Die Areal-Besitzerin Marti AG hat nun einen rechtsgültigen Gestaltungsplan, auf dessen Basis weiter geplant werden kann – vielleicht nach der Ortsplanungsrevision sogar mit einem Wohnanteil.

Doch gibts es eine positive Erkenntnis aus dem vermeintlichen Desaster: Als die Marti AG 2004 die alte Kofmehl-Halle abreissen liess, um das Areal überbauungsfähig zu machen, wurde damit das Kofmehl- Team massiv unter Druck gesetzt. Solothurn hat zwar nie ein neues Coop-Center erhalten – dafür ab 2005 eine blühende Kulturfabrik.

Wolfgang Wagmann