Solothurn

Mit Möblierung und Testphase für Bus: Der Postplatz wird zwischengenutzt

Die Gemeinderatskommission hat einer Zwischennutzung mit einer Testphase für die Busführung zugestimmt. Damit hofft die Stadt, Lösungsvorschläge für die definitive Umgestaltung zu finden. Es gibt einige zu klärende Fragen.

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Wo der Bus durchfahren wird, ist noch offen.

Wo der Bus durchfahren wird, ist noch offen.

Fabio Vonarburg

Die Arbeiten zur Erneuerung der Entwässerungsanlagen beim Postplatz sind beendet. Da das Projekt Umgestaltung Postplatz im Mai 2020 vom Gemeinderat zurückgewiesen wurde, suchte das Stadtbauamt eine Lösung, wie mit dem Platz nach Beendigung der Arbeiten umzugehen ist.

Die Gemeinderatskommission hat nun einer Zwischennutzung mit einer Testphase für die Busführung zugestimmt, wie die Einwohnergemeinde mitteilt. Damit hoffe die Stadt, Lösungsvorschläge für die definitive Umgestaltung zu finden. Zu klärende Fragen sind neben der Busführung auch die Attraktivitätssteigerung, die Aarezugänglichkeit und die Materialisierung der Bodenbeläge.

Für diese Testphase wird nun der Fahrbahnbelag geflickt und die Öffnungen mit Mergel verfüllt. Anschliessend wird der Postplatz für einen Pilotversuch mit einem Provisorium eingerichtet. Das Stadtbauamt wird den Platz mit verschiedenen Elementen (Plattform, Sitzgelegenheiten) möblieren. Der Platz ist für den motorisierten Individualverkehr nicht mehr befahrbar und bietet auch keine Parkplätze mehr.

Varianten zur Linienführung

Nach den Sommerferien werden gemeinsam mit dem BSU verschiedene Varianten der Linienführung der Buslinie 6 geprüft. Zurzeit fährt der Bus im Gegenverkehr mit maximal vier Bussen pro Stunde über den Postplatz. Nun sollen zwei Alternativen geprüft werden: Eine Variante befreit den Platz gänzlich vom öffentlichen Verkehr, und die Busse fahren ab der Wengibrücke via Westringstrasse – Lagerhausstrasse – Poststrasse in die Römerstrasse und umgekehrt.

Alternativ wird eine Zwischenvariante geprüft, in der die Linienführung von Ost nach West wie oben beschrieben erfolgt, die Fahrt vom Obachquartier zur Wengibrücke jedoch weiterhin direkt über den Postplatz führt. Die Bushaltestellen bleiben während der gesamten Zeit unverändert.

Soziokulturelle Aspekte der Zwischennutzung

Der so geschaffene neue Aufenthaltsort soll der Bevölkerung ab dem 25. Juli 2020 die Möglichkeit bieten, den Platz zu nutzen, zu gestalten und zu bespielen bis ein definitives Projekt realisiert werden kann. Das Alte Spital Solothurn wird im Auftrag des Stadtbauamtes für die Zwischennutzung im Zeichen der Soziokultur verantwortlich sein. «Eine attraktive, multifunktionale Möblierung und eine flexible Infrastruktur sollen die Belebung durch die Bevölkerung fördern», so die Einwohnergemeinde.

Aktiviert wird diese – vor allem zu Beginn – mit niederschwelligen, soziokulturellen Aktionen für unterschiedliche Anspruchsgruppen zu verschiedenen Zeiten. Der Platz steht auch Initianten offen, die kreative Ideen für nichtkommerzielle Aktivitäten realisieren wollen. Die Koordination der Mitwirkungen erfolgt über das Alte Spital.

Ziel dieses Projekts ist, dass der Platz entsprechend den Bedürfnissen der Bevölkerung genutzt wird. Das Team Soziokultur des Alten Spitals wird deshalb auf dem Platz laufend Rückmeldungen für die zukünftige Nutzung einholen und diese in einem nächsten Schritt auswerten. (egs)