Solothurn

Mehr Sicherheit? Auf der Baselstrasse wird das Bipperlisi zweispurig

Die häufigen Unfälle zwischen dem Bipperlisi und dem Autoverkehr zeigen, dass die momentane Verkehrsgestaltung der Baselstrasse in Solothurn ein Sicherheitsrisiko ist. Darum soll sie ab 2020 saniert werden.

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Das Bipperlisi soll nach der Sanierung der Baselstrasse zweigleisig fahren

Das Bipperlisi soll nach der Sanierung der Baselstrasse zweigleisig fahren

Lea Durrer

Am Donnerstagmorgen kam es wieder zu einem Unfall zwischen dem Bipperlisi und einem Auto. Auch wenn die Unfälle zwischen der Bahn und einem Auto nicht so häufig sind wie auch schon, der Autoverkehr und das Bipperlisi scheinen sich an der Baselstrasse oft in die Quere zu kommen. Dieses Sicherheitsrisiko ist bekannt. Es ist zwar schon lange geplant, dass die Baselstrasse umgeplant und saniert werden soll, doch bis jetzt tut sich nicht viel.

Im Zuge der Agglomerationsprogramme der zweiten Generation, die 2015 in Kraft getreten sind, soll auch die Baselstrasse umgestaltet werden. Die Gleise des Bipperlisi sollen nun mit dem Autoverkehr und nicht separat geführt werden. Ausserdem soll das Bipperlisi in der Zukunft auf zwei Gleisen verkehren können und nicht nur einspurig wie jetzt. Das scheint das Risikopotenzial aber eher zu vergrössern als zu verkleinern.

Die Sicherheit wird laut Projektleiter Patrick Kissling durch das Einreihen der Bahn in den Verkehr aber trotzdem verbessert. So wird die Bahn auch nicht mehr auf der Seite gegen den Autoverkehr fahren, sondern immer in Fahrrichtung der Autos. Der Verkehr soll dabei so geregelt werden, dass die Bahn nicht dem Privatverkehr in die Quere kommt, oder umgekehrt. Dabei soll der Verkehr bei den Haltestellen zurückgehalten werden, bis das Bipperlisi weit genug ist, um den Privatverkehr nicht zu stören.

Auch ist bei den Bahn- und Bushaltestellen ein behindertengerechter Ausbau geplant, bei dem die Perronkanten erhöht werden, um den Einstieg in die Busse und die Bahn zu erleichtern.

Dies soll laut Massnahmenbericht die «Koexistenz der verschiedenen Verkehrsteilnehmenden fördern.»

Zudem sollte das Projekt die Bipperlisi-Linie beschleunigen. So soll der Fahrplan und die Anschlüsse auf das Fernverkehrsnetz gewährleistet werden. Dies kommt auch Fredy Miller, Direktor der Aare Seeland mobil AG, der Betreiberin des Bipperlisi entgegen: «Unser Ziel ist es stabiler zu fahren, und somit pünktlicher und sicherer zu werden. Wenn es im Rahmen der Sanierung Optimierungen gibt, prüfen wir dies natürlich.»

Die Agglomerationsprogramme der zweiten Generation wurden Mitte 2012 beim Bund eingereicht und anschliessend bewertet. Dabei versprach der Bund dem Kanton eine Mitfinanzierung in der Höhe von 7.21 Millionen Franken. Der Gesamtkostenpunkt des Projekts steht laut Massnahmenbericht der Agglomerationsprogramme bei 20.59 Millionen Schweizer Franken.

Das Projekt wird mit einer kleinen zeitlichen Verzögerung, aber immer noch im Rahmen des Agglomerationsprograms der zweiten Generation durchgeführt werden. Bis jetzt liegen jedoch noch keine konkreten Projektpläne vor. Das Vorprojekt soll in im Mai dieses Jahres veröffentlicht werden. Die Bauzeit des Projekts wird sich laut Patrick Kissling auf etwa zwei Jahre belaufen. Der Baubeginn sei auf 2020 geplant. (naj)

4. November 2010 Bei diesem Unfall entsteht am «Bipperlisi» leichter Lackschaden und am Kleinwagen der Lenkerin Blechschaden von ungefähr 2500 Franken. Laut Kantonspolizei habe die Autofahrerin wegen der Sonneneinstrahlung den herannahenden Zug zu spät bemerkt.
7 Bilder
Juni 2011 Das Bipperlisi ist vom Hauptbahnhof in Richtung Riedholz unterwegs, als es beim Überqueren des Kreisverkehrs einen weissen Lieferwagen seitlich erfasst.
3. Februar 2012 Ein weisser Toyota mit Anhänger übersieht das Rotlicht und wird vom Bipperlisi mehrere Meter Richtung Rötibrücke mitgeschleift und schliesslich seitlich abgedrängt. An der Zugskomposition und am Auto entstand ein Gesamtschaden von mehreren 1‘000 Franken.
21. Dezember 2012 Ein Autofahrer hält auf der Baseltorstrasse vor der Kreisverkehrsanlage Baseltor an, achtet sich dann jedoch nur auf die von links kommenden Verkehrsteilnehmer. Dadurch übersieht er die von der Haltestelle wegfahrende Bahn und es kommt zur seitlich-frontalen Kollision.
8. Oktober 2014 Ein weisser Lieferwagen will Richtung Bahnhof fahren und prallt mit dem Bipperlisi zusammen. Dabei wird niemand verletzt. Der Sachschaden ist gering. Der Lieferwagen wird auf der linken Seite beschädigt.
6. Februar 2017 Ein Autolenker will Richtung Feldbrunnen fahren, übersieht aber die auf rot gestellte Ampel. Als der Fahrzeuglenker die herannahende Zugkomposition der Aare Seeland Mobil-Bahn bemerkt, will er rückwärts fahren, um eine Kollision zu vermeiden – jedoch ohne Erfolg.
16. März 2017 Der Autolenker übersieht das Rotlicht und wird seitlich vom Bipperlisi erfasst und mitgeschleift.

4. November 2010 Bei diesem Unfall entsteht am «Bipperlisi» leichter Lackschaden und am Kleinwagen der Lenkerin Blechschaden von ungefähr 2500 Franken. Laut Kantonspolizei habe die Autofahrerin wegen der Sonneneinstrahlung den herannahenden Zug zu spät bemerkt.

Solothurner Zeitung