Stadtbummel

Magische Momente mit «Mago»

Wolfgang Wagmann
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Beim Spazieren mit dem Hund entdeckt man so manches. (Themenbild)

Beim Spazieren mit dem Hund entdeckt man so manches. (Themenbild)

KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Im Alter kommt Mann auf den Hund. Die Magie von «Mago». So heisst mein Leihhund fürs sporadische Gassi-Gehen. Spannend sind jeweils die täglichen Fallzahlen. Wegen des blauen Säckchens. Oder die Kommentare: «Der sollte wieder einmal zum Coiffeur!» Dabei war «Mago» erst gestern dort gewesen. Das Zotteltier.

Cool ist er, und schnappt nicht gleich über, wenn Artgenossen das tun. Heute schon gar nicht selbstverständlich, ein solches Verhalten. Mit «Mago» kommst Du überall hin. Siehst Gebäude von einst und alte Geschichten tauchen auf. Das Pfarreiheim von St. Marien zum Beispiel. In den Sechzigerjahren stand es noch nicht, und unser Blauring gab seinen bunten Nachmittag vorne an der Areggerstrasse bei den Reformierten. Nun verkaufen die ihr Kirchgemeindehaus dort mangels Nachfrage. Auch von den Katholischen. Die in den Siebzigerjahren mit einem eigenen Neubau nachzogen. Ganz verstanden habe ich Jungspund nicht, warum wir ausgerechnet bei den Reformierten feierten. Deren Pfarrer auch noch «Dürsteler» hiess. Aber mein katholisches Weltbild hatte schon damals Risse erhalten: Nach einem halben Jahr Büffeln von lateinischen Vokabeln an freien Mittwochnachmittagen konnte ich mein gehauchtes «Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa!» nur gerade einmal an die Brust schlagen. Denn unmittelbar nach der Premiere-Messe zu St. Marien war der Ministranten-Debutant Wagmann am Ende seines Lateins. Pontifex Johannes XXIII. wollte es so. Ab sofort nur noch deutsch und deutlich.

Zurück zu «Mago». Auf dem «Waggel» mit ihm durch die Hüsli-Reihen der Weststadt fragt man sich, warum wir uns jahrelang mit einer Ortsplanung herumplagen. Unglaublich, was Häuslebauer im wilden Westen alles aus ihren zusammengebauten «Chüngelställen» herausgekitzelt haben! Bis hin zum Vorbau auf Pfeilern mit einem Biotop darunter. Einer kann nicht mehr ausbauen, weil ringsum um das «Ghütt» von – nennen wir ihn mal Messi – x ausrangierte Wohnwagen stehen. Proper dagegen anderswo der Schottervorgarten mit Bananenstauden und einem riesigen Solothurner Wappen an der Fassade. Sie wurde gerade noch rechtzeitig fertig – die Bananenrepublik Solothurn.

Zuletzt sind wir noch ganz woanders an einem ganz speziellen Häuslein vorbeigekommen. Zwei Jungs mit einem Lieferwägeli machten sich dort zu schaffen. Zieht etwa Einsiedler Michael Daum in seiner Klause aus? «Nein», meinte einer der Jungs, «wir haben ihm nur Brennholz geliefert.» Aha! Der Winter wird also hart. In jeder Beziehung.