Brigit Wyss

Letzte «Sternschnuppen»-Denkimpulse zur Nachhaltigkeit

Mit Regierungsrätin Brigit Wyss gingen heute die dritten und letzten «Sternschnuppen»-Denkimpulse in der Franziskanerkirche über die Bühne.

Andreas Kaufmann
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Brigit Wyss: «Ich wuchs als Frau in die ‹Generation Spagat› hinein.»

Brigit Wyss: «Ich wuchs als Frau in die ‹Generation Spagat› hinein.»

Andreas Kaufmann

«Zukunft braucht Herkunft – braucht Zukunft wirklich Herkunft?» Unter diesem Motto fanden während der zu Ende gehenden Adventszeit dreimal die traditionellen «Sternschnuppen»-Denkimpulse in der Franziskanerkirche statt. Nach Stadtpfarrer Thomas Ruckstuhl und Lehrer Elia Leiser stattete Regierungsrätin Brigit Wyss am Freitag dem Anlass einen Besuch ab.

Vor dem Hintergrund ihrer persönlichen Geschichte – sie wuchs in einem Bauernbetrieb auf – beschrieb sie, wie sich ihre Liebe zur Natur von Anfang an entwickelte und wie sie im Wandel der gesellschaftlichen Rollenverständnisse zur Frau der «Generation Spagat» aufwuchs, die Bildung, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen hat. «Herkunft ist prägend für meine Person, prägend für meine politische Arbeit, prägend auch für meine Haltung zur Nachhaltigkeit.»

Eben jenes Prinzip der Nachhaltigkeit, das in der Schweiz aufs Jahr 1876 zurückgeht; als das Waldgesetz eingeführt wurde. «Man wurde sich bewusst, dass der Wald nicht so schnell wieder nachwächst.» Pionierin sei die Schweiz später auch bei anderen Innovationen, beispielsweise der Photovoltaik gewesen, so Wyss.

Wie stehts um Verantwortung?

Wyss beschrieb das gesellschaftliche Bewusstsein im Wechsel zwischen Bequemlichkeit und Konsequenz, zwischen Krise und Wohlstand, zwischen Überforderung und Innovation. «Und heute wollen wir nicht nur die eigene Herkunft erfahren, sondern auch jene der Produkte, die wir kaufen.» Sie rundete ihre Gedanken mit der erschütternden Erfahrung des zurückgekehrten ISS-Astronauts Alexander Gerst, der sich bei nachfolgenden Generationen für das entschuldigt, was in unserer Zeit versäumt wurde. Doch die Regierungsrätin gibt die Hoffnung nicht auf: «Das Empfinden für Verantwortung hat sich entwickelt. Manchmal ist es mehr spürbar, manchmal weniger.»

Musikalisch umrahmt wurde das Schlussbouquet der «Sternschnuppen» mit Orgel- und Flötenklängen von Shona Vischer und Esther Fluor.