Solothurn

Kunstbegeisterte können wieder von Galerie zu Galerie «hopsen»

«Artur» wird zum dritten Mal durchgeführt - zehn Galerien beteiligen sich am diesjährigen Kunstrundgang durch die Altstadt.

Alexandra Just
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Wo dieses rosarote Känguru auftaucht, ist Galerien-Hopping angesagt.

Wo dieses rosarote Känguru auftaucht, ist Galerien-Hopping angesagt.

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«Zehn Galerien laden ein zu 13 Stunden Entdeckungen» heisst es in dem kleinen Flyer mit dem pink farbenen Känguru. Hüpfen wie dieses australische Beuteltier ist in der Solothurner Kunstwelt bald angesagt. Unter der Bezeichnung «Galerien-Hopping» bietet sich Kunstliebhabern ab morgen Freitag und Samstag die Gelegenheit, von einer Galerie zur nächsten zu «hopsen».

Seit diesem Jahr seien bei dem Kunstevent «Artur» alle Galerien der Stadt Solothurn vertreten, sagt Galerist Christoph Abbühl. Unter dem Motto: «Miteinander, anstatt gegeneinander» öffnen die Galeristen an zwei Tagen während der gleichen Zeiten die Pforten zu ihren jeweiligen Kunstwelten. «Wir wollen zeigen, dass die Solothurner Galerien in keiner Konkurrenz zueinanderstehen», so Abbühl. Durch die gemeinsame Veranstaltung solle der Synergiegedanke zwischen den Kunstgalerien zum Ausdruck gebracht werden.

Das angestrebte Gemeinschaftsgefühl ist jedoch nicht die einzige Absicht, die hinter dem Galerien-Hopping steckt. «Dadurch dass alle Galerien gleichzeitig geöffnet haben, können Besucher in kurzer Zeit eine grosse Vielfalt geniessen», erklärt Künstler und Galerist Philippe Sandoz von der Galerie Pierre. Das Hopping ermögliche ein freies und ungezwungenes Zirkulieren zwischen den verschiedenen Kunstorten, sagt Felix Flury von der Galerie S O. Ein lockerer Anlass, bei dem sich Besucher, Kunstschaffende sowie Kunstvermittler vermischen und austauschen würden.

«Die Idee des Galerien-Hopping an sich ist nichts Neues», so Flury. In Zürich oder Bern gebe es solche Anlässe schon lange. Nichtsdestotrotz sei es eine kulturelle Bereicherung für die Stadt Solothurn. «Als ich vor zwölf Jahren nach Solothurn gekommen bin, habe ich gleich gemerkt, dass etwas in dieser Art fehlt», erzählt Christoph Abbühl, der vor drei Jahren dabei half, das Projekt «Artur» ins Leben zu rufen.

Zusammen mit anderen Galeristen hat Abbühl bereits 2012 versucht, einen solchen kollektiven Anlass zu etablieren. Der Versuch blieb erfolglos, bis 2015 ein erneuter Vorstoss in diese Richtung schliesslich Anklang fand. Die diesjährige Durchführung des Galerien- Hopping ist die dritte in Folge, während die Zahl der beteiligten Galerien von Jahr zu Jahr gestiegen ist.

Hemmschwelle senken

«Mit ‹Artur› wollen wir ein Publikum erreichen, das sonst nicht erreicht wird», so Christoph Abbühl. Durch das Hopping könne die Hemmschwelle der Leute, eine Galerie zu betreten, verringert werden. Da die möglichen Besucher meist in Grüppchen unterwegs seien, sei die Überwindung zum ersten Mal in eine Galerie zu gehen, für den einzelnen Besucher kleiner als normalerweise. «Mir gefällt an diesem Event, dass es Leute in meine Galerie spült, die normalerweise keine Galerien besuchen», meint auch Felix Flury.

Zudem würden die Galeristen und Galeristinnen ihre Galerien mit kleinen Besonderheiten für die Besucher attraktiv gestalten, sagt Abbühl. Im «Haus der Kunst St. Josef» wird anlässlich der Ausstellung des japanischen Künstlers Atuso Hukuda Sushi und heisser Sake angeboten.
Andere Galerien wie beispielsweise die Galerie ArteSol im Vigierhof stellen ihre Ausstellungen anlässlich des «Artur»-Events extra um. «Die Leute gehen dorthin, wo etwas los ist. Deshalb haben wir die Vernissage der Künstlerin Liz Gehrer mit dem Beginn des Kunstanlasses zusammengelegt», erklärt Monique Lüthi von «ArteSol».

Reger Betrieb

«Die Zeit vergeht wie im Flug», darin sind sich alle Galeristen einig. Bis 23 Uhr abends können Kunstaffine freitags die unterschiedlichen Ausstellungen besichtigen. Die hohe Präsenz der Besucher sorge dafür, dass es nie langweilig werde, so Abbühl. Auf die Frage, wie viele Leute während des letztjährigen Hopping-Events den Weg in seine Galerie gefunden hätten, weiss Galerist Rolf Imhof keine genaue Antwort. «Es waren sauviele Leute da», ist alles, was er darauf sagt. Nach Einschätzungen der anderen Kunstvermittler seien um die 200 Besucher während des zweitägigen Anlasses in ihre Galerien hinein und wieder hinaus gehüpft.
Initiant Christoph Abbühl hofft allerdings, die Zahl der Hopping-Begeisterten noch vergrössern zu können. «Die kunstinteressierten Leute kennen den Anlass mittlerweile und die Aufmerksamkeit der anderen ist zunehmend.»