E-Autos

Für Elektroautos gibts in Solothurn einige neue Zapfstellen

Neue Elektro-Ladestationen für Elektro-Autos sollen auf bisher schon reservierten Parkplätzen für diese entstehen. Treibende Kraft ist jetzt die Regio Energie Solothurn, die mit ihren Plänen im Gemeinderat offene Ohren fand.

Wolfgang Wagmann
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Wolfgang Wagmann

Eine Motion von Matthias Anderegg (SP) hatte bereits 2014 die Förderung der Elektro-Mobilität verlangt, und in der Folge wurden zumindest einige öffentliche Parkplätze für E-Autos reserviert und grün markiert. Nun aber kam Bewegung in das Anliegen: Die Regio Energie Solothurn ist im Herbst 2018 auf die Stadtbehörden zugekommen, und will künftig mehrere Ladestationen auf Stadtboden realisieren.

Pikant: Bisher hat in Solothurn erst das Konkurrenzunternehmen AEK zwei öffentlich benutzbare Ladestationen realisiert - beim Amt für Umwelt an der Werkhofstrasse sowie im Parkhaus Baseltor. Nun will die Regio Energie vor allem bei den bisher ausgeschiedenen «Spezialparkplätzen» für Elektroautos aktiv werden – oder ist es sogar schon geworden. Aus Einzel- sollen Doppelparkfelder, bestückt mit einer Ladestation entstehen.

Konkret betrifft dies die Standorte Konzertsaal, Ritterquai und nach einem GRK-Entscheid auch den City-Parkplatz. «Geplante Ladestationen am Hauptbahnhof oder im Parkhaus Berntor muss die Regio Energie mit den SBB und der Parking AG aushandeln», hielt Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt fest. In der Botschaft hatte sie allerdings auch klar festgehalten, dass die Verkehrsstrategie der Stadt keine Förderung der E-Automobilität vorsehe. Auch sehe man keinen Stationen-Bedarf an peripheren Standorten wie etwa am Herrenweg.

Jugendmusik soll gefördert werden

Ursprünglich war es eine Motion gewesen, dann wurde sie in ein Postulat umgewandelt: Elia Leiser fordert analog zur städtischen Sportförderung die Ausarbeitung eines Konzepts zur Förderung der Jugendmusik, basierend auf jährlichen Beiträgen für Mitglieder unter 20 Jahren, dann aufgrund von absolvierten Kursen, aber auch einmalige Zuwendungen für Anlässe oder Kurse. Ein entsprechendes Reglement soll nach dem «Ja» der Gemeindeversammlung zum Postulat ausgearbeitet werden. Opposition erwuchs diesem aus den Reihen der FDP. «Ein gefährlicher Kurs» werde da eingeschlagen, fand Charlie Schmid. Die bürokratischen Hürden für Beiträge würden höher, obwohl Stadtpräsident Kurt Fluri betont hatte, die Musikvereine dürften nicht weniger Unterstützung erfahren als bisher. Letztlich wurde Leisers Postulat aber klar bei 24 Ja- und 5 Neinstimmen sowie einer Enthaltung erheblich erklärt. (ww)

Alles vorbereitet

Offenbar hat es die Regio Energie sehr eilig, die Ladestationen einzurichten – sie kommt übrigens auch für die Installationskosten auf. Am Morgen nach dem einstimmigen, positiven Gemeinderatsentscheid, war der Parkplatz am Ritterquai schon zur Baustelle mutiert und die Fundationsarbeiten in vollem Gange. «Es war alles vorbereitet, um bei einem positiven Entscheid gleich beginnen zu können», erklärt Lenggenhager die Beinahe-Gleichzeitigkeit der Vorgänge. Und «ein Bauentscheid war für die Ladestationen nicht notwendig», meint sie zur fehlenden Hürde eines Baugesuchs.

Offene Türen eingerannt

Tatsächlich stiessen die Pläne des Energieversorgers im Ratssaal auf viel Goodwill. SP-Motionär Matthias Anderegg zeigte sich erfreut über das Vorgehen, «offenbar hat bei der Regio Energie ein Sinneswandel stattgefunden.» Und: «Die E-Mobilität wird noch massiv zunehmen.» Eine Überzeugung, die auch andere Ratsmitglieder teilten. Die Grüne Laura Gantenbein machte jedoch darauf aufmerksam, dass auch Elektroautos Fahrzeuge seien, die Platz brauchten - eine nachhaltige Lösung sei nur über die Gesamtreduktion der Autos möglich.

Von derselben Partei warf Marguerite Misteli die Frage nach der Stromversorgung von E-Bikes auf – «das wäre touristisch interessant.» Doch dagegen stünden die unterschiedlichen Bike-Systeme, während die Stadt bei den Ladestationen für Autos ein einheitliches System und Erscheinungsbild anstrebe. Auf die Frage von René Käppeli (SVP), ob der bezogene Strom auch etwas koste, antwortete der anwesende Sachbearbeiter der Regio Energie, Sepp Behrens, ja, das sei so. Und bezahlt werden könne über ein schweizweit einheitliches Kartensystem.