Solothurn

Die Stadt erlaubt das Aufstellen von Zelten als Ersatzfläche oder Warteräume – ohne Baubewilligung

Witterungsschutzbauten können bis zum 6. Februar 2021 auf öffentlichem wie privatem Grund ohne Baubewilligung erstellt werden, informiert die Stadt. Diese Massnahme wurde zur Unterstützung der Gastrobranche eingeführt, bestätigt Stadtpräsident Kurt Fluri. Denn jetzt, wo die Temperaturen wieder sinken, müssen viele Terrassen geschlossen werden.

Judith Frei
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Im Sommer kann man noch draussen sitzen. Ohne Schutz geht das im Winter nicht mehr.

Im Sommer kann man noch draussen sitzen. Ohne Schutz geht das im Winter nicht mehr.

Lea Durrer

Ein Zelt oder ein Dach soll es jetzt den Betrieben ermöglichen, dass sie ihre Terrassen den ganzen Winter geöffnet haben können. Denn durch die Abstandsregeln haben die Betriebe weniger Platz zur Verfügung, was einen Einfluss auf den Umsatz hat. Trotzdem: «Die Ausweitung der Aussenfläche darf weiterhin nicht zu einer höheren Gesamtzahl der bewirteten Aussenplätze führen» und die geschützten Plätze müssen den Sicherheitsregeln der Feuerpolizei und den Coronaschutzmassnahmen entsprechen. Eine Bewilligung wird bei der Stadtpolizei eingeholt.

Die Regelung wird begrüsst

Diese Regelung begrüsst Charlie Schmid, Geschäftsführer der Stadt- und Gewerbevereinigung. Auch er habe sich an die Stadt mit diesem Anliegen gewendet und sei dort auf offene Türen gestossen. Es sei eine gute Übergangslösung, doch wie Fluri, hofft auch Schmid darauf, dass diese Massnahme auch noch nach dem Februar gilt. Dies muss aber der Kanton entscheiden.

Damit die Zelten im Winter überhaupt gebraucht werden können, müssen sie beheizt werden, weiss der Stadtpräsident. Dies soll mit erneuerbaren Energie wie Heizvorrichtungen mit Pellets oder Bioäthanol geschehen. Denn seit 2005 gilt das Gesetz, das die sogenannten Heizpilze verbietet. Doch für Fluri ist auch dieses Gesetz nicht unumstossbar. So wünscht er sich eine Lockerung. «Wir hoffen ja alle, dass die neuen Regelungen nur diesen Winter nötig sind», erklärt er. Es handle sich um eine Interessensabwägung. Auch Schmid meint, dass man jetzt bei gewissen Dinge beide Augen zudrücken müsse, auch wenn diese Lösungen nicht umweltfreundlich seien.

«Jetzt ist nicht der Moment, um pingelig zu sein»

Auch der grüne Gemeinderat Heinz Flück lobt die neue Weisung der Stadt. «Das ist eine pragmatische Massnahme für die heute schwierige Situation», so Flück. «Jetzt ist nicht der Moment, um pingelig zu sein.» Ihm sei bewusst, dass viel Energie durch die unisolierten Zeltdache entweicht, doch die Gastronomie brauche jetzt die Unterstützung. Auch wenn das Gesetz gelockert werde und die Heizpilze provisorisch wieder erlaubt werden, befürchtet er nicht, dass diese wie Pilze aus dem Boden schiessen würden. Denn diese Geräte sind schon seit 15 Jahren verboten und er bezweifelt, dass diese über den langen Zeitraum gelagert wurden.