Solothurn

Die «Grüeni Chuchi» zügelt in grösseren Laden – und will auch Kaffee anbieten

Der Laden «Grüeni Chuchi» zieht um, er bleibt aber in der Vorstadt. Nebst veganen Lebensmitteln soll es künftig auch Kaffee geben. Es wäre das erste vegane Café der Stadt.

Judith Frei
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Stephan Linder hat vor einem Jahr die «Grüeni Chuchi» an der Berntorstrasse 8 übernommen, das Lokal ist heute zu klein.

Stephan Linder hat vor einem Jahr die «Grüeni Chuchi» an der Berntorstrasse 8 übernommen, das Lokal ist heute zu klein.

Michel Lüthi

«Ja, jetzt geht’s wahnsinnig schnell», sagt Stephan Linder. Der Inhaber des Lebensmittelladens «Grüeni Chuchi» steht in seinem zukünftigen Laden im Unteren Winkel. Ein Zettel mit der Adresse hängt noch am Lokalschlüssel. Den hat er erst seit wenigen Tagen. «Am alten Standort platzen wir aus allen Nähten», sagt Linder.

Er hat die «Grüeni Chuchi» vor einem Jahr von Anja Hänggi übernommen, die den Laden 2015 eröffnete. Mit ihrem Konzept «biologisch und vegan» hat sie völlig ins Schwarze getroffen, das Geschäft läuft noch heute gut. «Leute kommen zu uns einkaufen, weil sie sich ausschliesslich vegan ernähren und bei uns nicht die Rückseite der Verpackungen lesen müssen. Dann kommen viele, die nur biologisch oder unverpackte Dinge einkaufen», erklärt Linder den Erfolg und das diverse Publikum.

In das Lokal mit dem grossen Schaufenster zieht die «Grüeni Chuchi».

In das Lokal mit dem grossen Schaufenster zieht die «Grüeni Chuchi».

Michel Lüthi

Ein ähnliches Konzept mit einigen Neuerungen

Während der Corona–Zeit habe er merkbar mehr Kundschaft gehabt. «Sobald die Menschen Zeit haben, machen sie sich mehr Gedanken über ihre Ernährung», mutmasst er. Dass das Geschäft so gut gegangen ist, hat ihm den nötigen Mut gegeben, sich jetzt tatsächlich zu vergrössern. «Mir ist dieses schöne Haus, das sich unter dem Efeu versteckt, schon lange aufgefallen», sagt er. Als es ausgeschrieben war, hat er einfach mal nachgefragt. Das sei vor ungefähr vier Wochen gewesen, so genau wisse er das nicht mehr, alles sei so schnell gegangen. Das eine habe natürlich zum anderen geführt und heute steht er in seinem zukünftigen Lokal, nur wenige Schritte vom alten Standort entfernt.

Er wird im Erdgeschoss seinen Laden einrichten, im Obergeschoss wird Theo Favetto sein Büro haben. Dessen Firma Veeconomy importiert und vertreibt vegane Lebensmittel und beliefert auch die «Grüeni Chuchi». Favetto hat noch keinen Zügeltermin festgelegt, wird aber voraussichtlich Ende August die neuen Räumlichkeiten beziehen.

Linder hat sich ähnliches vorgenommen. Gerne würde er spätestens Mitte September seinen Laden eröffnen, doch bis dann muss noch viel geschehen: «Hier will ich die Küche einbauen», sagt er und zeigt auf eine weisse Wand. Unter den grossen Schaufenster stellt er sich ein paar Tische vor. «Hier kann unsere Kundschaft beim Einkaufen noch rasch einen Kaffee trinken.»

Nachfolge eilt nicht

Zum Lokal gehören noch zwei Parkplätze vor dem Schaufenster. Dort will er bei schönen Wetter auch Stühle hinstellen. «Ich hoffe, wir können hier draussen ein Begegnungsort kreieren», sagt Linder. Im neuen Laden wird er auch den Offenverkauf ausbauen und mehr frisches Gemüse und Obst anbieten. «Für das hatte ich im alten Geschäft gar keinen Platz», sagt er.

Er sei wegen seiner Platznot schon mit Martin Tschumi, dem Eigentümer der Berntorstrasse 8, im Gespräch gewesen. Die zwei Männer haben schon in Erwägung gezogen, den Keller auszubauen. Tschumi freut sich für den Erfolg des Ladens und dass Linder den idealen Standort gefunden hat. Was in Zukunft in der Berntorstrasse für ein Geschäft kommt, weiss er noch nicht. Er hat es nicht eilig eine Nachfolgelösung zu finden, er will ein Geschäft oder eine Werkstatt finden, die in die Vorstadt passt. Trotzdem: «Interessierte können sich gerne bei mir melden.»