Solothurn

Da hätte sich auch Mani Matter gefreut

180 Schülerinnen und Schüler des Hermesbühlhauses erinnerten sich bei einem Konzert im Konzertsaal Solothurn in Wort und Gesang an das Leben und Wirken des unvergesslichen Liedermachers Mani Matter.

Katharina Arni-Howald
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Mit veiel Begeisterung am Werk: Die Schülerinnen und Schüler des Schulhauses Hermesbühl erinnern im Konzertsaal an den Berner Troubadour Mani Matter.

Mit veiel Begeisterung am Werk: Die Schülerinnen und Schüler des Schulhauses Hermesbühl erinnern im Konzertsaal an den Berner Troubadour Mani Matter.

Felix Gerber

Der Konzertsaal ist proppenvoll. Wäh-rend die 180 Schülerinnen und Schüler in weissen T-Shirts und schwarzen Jeans ihren Platz auf der Bühne suchen, werden im Saal Handys gezückt und Hände zum Winken in die Höhe gestreckt. Die Blicke wandern auf der Bühne wie im Saal suchend hin und her, während Väter staunende Kleinkinder auf ihrem Schoss festhalten und Grosseltern sich an die Zeiten erinnern, als sie selbst einmal mit Lampenfieber auf dieser Bühne standen. Im vorderen Bühnenteil werden Taburettli hin und her gerückt, und die sphärischen Klänge einer Glasharfe liegen in der Luft.

Die Musiker Ben Jeger, Ruedi Stuber und Philipp Stampfli sind bereit, zusammen mit den Schülern und der Lehrerschaft die Tiefen und Höhen eines der populärsten Liedermachers der Schweiz zu ergründen. «What’s the Matter?» heisst das Motto des Abends, und bald einmal wird klar, dass sich das Schulhaus samt Kindergarten mit dem berndeutschen Liedgut intensiv auseinandergesetzt hat.

Fünf Monate lang geprobt

Die von Mani Matter oft bis ins Absurde getriebenen Erzählungen sind den Schülern in Fleisch und Blut übergegangen. «Dr Hansjakobli u ds Babettli hei mit em Chuchitaburettli es Spieli zäme gschpilt...» singen die Erst- bis Sechstklässler aus vollen Kehlen und spätestens jetzt hat das Publikum begriffen, welche Rolle die Holztaburettli spielen, die sich immer wieder neu anordnen lassen und Bewegung in den Ablauf des Konzerts bringen.

Konzert des Schulhauses Hermesbühl im Konzertsaal.

Konzert des Schulhauses Hermesbühl im Konzertsaal.

Felix Gerber

Das Repertoire ist beachtlich. Es reicht von «Dr Eskimo» über «E Löli und e blöde Siech», «Betrachtige über nes Sandwitch» bis hin zum Lied «I ha es Zündhölzli azündet», in dem Matter vom Entzünden eines Streichholzes erzählt, das versehentlich auf den Teppich fällt und eine Zerstörung der Welt nach sich ziehen könnte. Erst vor fünf Monaten haben die Schüler mit dem Einstudieren der Lieder begonnen und bis zum heutigen Tag Grossartiges geleistet. Man könnte darauf wetten, dass sich auch Mani Matter darüber gefreut hätte.

«What’s the matter?»

Ganz Mutige wagen sich sogar an die aufgestellten Mikrofone und erzählen aus dem Leben des jung verstorbenen Troubadours. Auf der Leinwand werden Texte und Bilder eingeblendet.

Man erfährt, dass Mani Matter ursprünglich Hans Peter hiess und schliesslich der Pfadiname Mani am späteren Juristen mit Doktortitel hängen blieb. Seine ebenfalls früh verstorbene holländische Mutter nannte ihn Jan und hinterliess prägende Spuren in seinem Leben. Von einer anderen Schülerin ist zu hören, wie es zum Konzerttitel «What’s the Matter?» gekommen ist: «Mani verbrachte mit seiner Frau Joy und seinen Kindern ein Jahr in Cambridge und wurde von den Engländern auf diese Weise angesprochen.»

Ernstes und Heiteres vermischen sich, und nach jedem Auftritt wird der Nachwuchs auf der Bühne mit schier endlosem Applaus bedacht. Der Stolz der Eltern ist riesig, und man kann sich gut vorstellen, wie sie und Verwandte mitgefiebert haben bis der grosse Tag endlich da war. «Wir haben ein auf-wändiges Projekt in Angriff genommen, das von den Schülern Ausdauer und Fleiss abverlangte», bestätigt die Lehrerschaft, die zusammen mit den Schülern auf den gelungenen Abend und die Anerkennung durch das Publikum stolz sein darf.