Stadtbummel Solothurn

Bummel im farbigen Permanent-Nebel- und Lärmteppich

Mark A. Herzig
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Eine Maschine, die Nebel macht? Brauchen wir nicht.

Eine Maschine, die Nebel macht? Brauchen wir nicht.

Ganz ohne Getöse, still und heimlich, hat sich eine Werbeseite auf den Bildschirm geschlichen. «Sorgen Sie für aussergewöhnliche und eindrucksvolle Effekte mit unseren Nebelmaschinen!» Das hat uns Solothurnerinnen und -thurnern gefehlt – so Maschinen, die Nebel machen. Eine Kombination aus Nebelmaschine und Laser gebe es. Damit liessen sich Sternenhimmeleffekte erzeugen. Das Nebelfluid könne auch Duftstoffe enthalten. Zum Beispiel Strawberry – Erdbeere ist gut, vorab im Winter, da müssen wir diese nicht mehr über Tausende Kilometer importieren.

So ein Maschinchen muss her! – Hauptsächlich wegen des Wahljahrs respektive wegen der Veranstaltungen zu den Wahlen. Da könnten wir auch mal gegenständlich vernebelt werden und nicht nur verbal, und uns gleichzeitig im Himmel fühlen. Und die Farbauswahl könnte zusätzlich unterstützend wirken, zum einen auf die Menschen im Säli, die noch nicht gemerkt haben, wohin sie geraten sind. Oder dann auf den Bummler auf Gasse oder Strasse, dem angezeigt wird, wer da grad vernebelt, verbal und optisch.

Es gibt nicht nur Nebel-, sondern auch Kühlaggregate. Diese lauten Dinger müssen auf Lastwagen montiert sein, damit die Kühlkette nicht unterbrochen werde. Aber so schlecht isoliert sind die Lastwagenaufbauten nun auch wieder nicht, dass man diese laute Kühlung zum Ausladen nicht abstellen dürfte.

Im Zusammenhang mit Lastwagen gibt es für anlieferungsgeplagte Innenstadtbewohner Hoffnung. Ein namhafter Hersteller hat den elektrischen Transport bis 25 Tonnen zur Einsatzreife gebracht. Zu hoffen bleibt, dass diese bald eingesetzt werden. Das grosse Getöse war auch in diesem Jahr wieder das angesagte, seit langem vorausberechnete und ersehnte – die Chessleten. Tradition und nur einmal im Jahr. Dann gibt es solche, die in der Altstadt ihr Töffli reparieren oder neu einstellen – zwischen 20 und 22 Uhr. Immerhin heissen diese Dinger auf Dänisch «Knallert» – nomen est omen. Dann stört lautes Geplapper von Nachtschwärmern bis morgens um halb fünf Uhr. Ganz im Gegensatz zum fröhlichen Geklapper der wieder eingeflogenen Störche, das sich auf den helllichten Tag beschränkt.

Alles «nur kleine Störungen?» Vielleicht. Doch es gilt auch hier: Die Menge und die «gefühlt ewige Dauer» der Einwirkung machen es, dass der Lärm ungesund wird. Ein Weg zur Besserung ist allerdings zu erahnen: Der Bundesrat hat eine ihm adäquate Aufgabe gefunden und beschäftigt sich mit der Abschaffung der Velolütis.