Solothurn

Bei Antiquitäten reicht Geld allein nicht – «Es braucht auch das Wissen»

Silvan Götz ist seit 35 Jahren Antiquitätenhändler am Klosterplatz. Nun will aufhören – nimmt sich aber Zeit.

Wolfgang Wagmann
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Silvan Götz ist bekannt als Spezialist für antike Leuchter.

Silvan Götz ist bekannt als Spezialist für antike Leuchter.

Wolfgang Wagmann

«Vor 35 Jahren habe ich angefangen. Mit ein paar Zuglämpli in meinem Trödellädeli.» Jetzt sieht es ganz anders aus bei Silvan Götz. «Antiquitäten am Klosterplatz» hat sich längst von der Anlaufstelle für Edeltrödel zur Top-Adresse für hochwertige Antiquitäten gemausert. Vor allem für Leuchter gilt Götz als ausgewiesener Kenner und Kapazität. Bienenkörbe und Montgolfieren sind seine Spezialitäten, «aber auch Spiegel laufen sehr gut».

Einmal hatte er einen Riesenleuchter aus dem Besitz von Aristoteles Onassis in Genf erwerben können. «Der hängt jetzt in einer Villa. Dort haben wir ihn restauriert und brauchten dafür extra eine Vorrichtung.» Denn Geld allein genüge nicht bei Antiquitäten. «Es braucht auch das Wissen dazu, um sie richtig restaurieren zu können.» So hat Silvan Götz stets mit Fachleuten zusammengearbeitet, um dann auch erstklassige Ware anbieten zu können: mit Schreinern, einer Vergolderin, Uhrenmachern, einem spezialisierten Elektriker oder einem Metall-Fachmann fürs Gewindeschneiden.

Aufhören, solange man kann

Doch jetzt soll Schluss sein. Mit 70 Jahren will sich Silvan Götz von seinen Antiquitäten trennen. Die hochwertigen Biedermeiermöbel hat er bereits preislich stark reduziert, mit einem Sonderverkauf im Uferbau will er seinen Bestand sukzessive verringern. «Wie lange es dauert, bis ich damit fertig bin?» Götz lächelt leise. «Das weiss ich nicht. Vielleicht in einem halben, vielleicht in einem Jahr. Das braucht Zeit.»

Lagerräume mag er keine mehr suchen, «ich will aufhören, solange ich noch kann.» Eine Zeit lang hatte er noch eine Nachfolge gesucht, doch trotz Inseraten bis Zürich letztlich erfolglos. Neben André Kurmann, der ebenfalls mit Antiquitäten und Bildern am Klosterplatz handelt, ist er der Letzte seines Schlages in der Stadt Solothurn. Denn heute gingen die Leute eher auf Brocantes und Flohmärkte Schnäppchen jagen. Doch bei aller Leidenschaft für alte Prachtstücke ist Silvan Götz stets Händler geblieben. Sein Lieblingsstück? «Du darfst keine Emotionen haben. Sonst verkaufst Du nie etwas!»

Die Leidenschaft Schaufenster

Sein Brot verdient hat Silvan Götz jedoch bis vor gut zehn Jahren vor allem mit seinen Schaufenster-Dekorationen. Aufwendig gemacht, mit unendlich vielen zusammengesuchten Requisiten bis hin zu ausgestopften Tieren des Naturmuseums, schuf der gelernte Dekorateur Blickfang-Welten in Solothurner Geschäften wie zuletzt noch der Mobilia, der Suteria, bei Stocker Optik oder vor allem bis 2001 im AEK-Laden an der Hauptgasse.

Für den Energie-Dienstleister dekorierte Götz aber auch manchen Grossanlass, zum Teil sogar mit Antiquitäten. «Da durfte ich wirklich schöne Sachen machen», erinnert er sich gerne an Zeiten, als Dekorateure noch geschätzte Profis für den bleibenden Eindruck eines Geschäfts waren.

Sonderverkauf: Vom 8. bis 10. Dezember im Uferbau, Donnerstag und Freitag von 14 bis 18 Uhr, Samstag von 10 bis 13 Uhr.