Solothurn

Beerlis letzte Filmtage als Präsidentin – «Habe mich von Beginn weg wohl gefühlt»

Wir begleiteten die Präsidentin des Vereins Schweizerische Gesellschaft der Solothurner Filmtage am Eröffnungstag.

Fränzi Zwahlen-Saner
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16.30 Uhr: Interview mit dieser Zeitung im «Baseltor» über ihre Tätigkeit für die Solothurner Filmtage.
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Seraina Rohrer, Marco Solari, Christine Beerli
Die Filmcrew auf dem roten Teppich
Christine Beerli freut sich
Christine Beerli, Hanna Sahlfeld, Simonetta Somaruga, Gabriele Nanchen, Seraina Rohrer
Frauen im Fokus der Kameras
Gabriele Nanchen, Christine Beerli und Hanna Sahlfeld
17.40 Uhr: In der Reithalle kurzes Gespräch mit Bundesrätin und Eröffnungsrednerin Simonetta Sommaruga.
Im Gerangel die Ruhe nicht verlieren
17.45 Uhr: Christine Beerli (64) während ihrer Begrüssungsrede in der Reithalle in Solothurn.
Christine Beerli am Eröffnungsabend der 52. Solothurner Filmtage
18.30 Uhr: Nach Ansprache in der Reithalle gings schnell ins Landhaus, um dort die Vereinsmitglieder zu begrüssen.
Im Auto ist Zeit für einen kurzen Austausch
Beerli und Rohrer im Landhaus
20.30 Uhr: Anstossen beim Apéro im Konzertsaal auf erfolgreiche 52. Solothurner Filmtage.

16.30 Uhr: Interview mit dieser Zeitung im «Baseltor» über ihre Tätigkeit für die Solothurner Filmtage.

Hanspeter Bärtschi

Vor 12 Jahren übernahm Christine Beerli das Präsidium der Schweizerischen Gesellschaft Solothurner Filmtage. Am Donnerstagabend eröffnete die Bielerin die Filmtage zum letzten Mal. Wir sprachen mit ihr vor dem grossen Abend.

Christine Beerli: gibt es eine prägende Erinnerung an Ihre ersten Filmtage 2006?

Christine Beerli: Eigentlich nicht. Ich kann mich einfach daran erinnern, dass ich mich von Beginn weg sehr wohl in diesem Amt gefühlt habe. Auch das kulturelle Umfeld, in dem ich mich neu bewegen konnte, hat mir sehr gefallen, obwohl ich dies von meinen bisherigen Tätigkeiten nicht kannte.

Als Sie Ihr Amt antraten, war Ivo Kummer noch Filmtage-Direktor.

Ich habe mich mit ihm sehr gut verstanden. Er hörte ja dann ziemlich überraschend auf.

Und die Stelle musste neu besetzt werden.

Das war keine einfache Aufgabe. Zunächst dachte sich der Vorstand, wir sollten einen Ivo-Klon finden. Doch dann waren wir mutig und entschieden uns für die junge Seraina Rohrer. Eine Entscheidung, die absolut richtig war, die den Filmtagen gutgetan hat. So konnten wir eine jüngere Generation ansprechen, aber die älteren behalten. Seraina Rohrer ist ein Glücksfall.

2006: Christine Beerli, Bundesratspräsident Moritz Leuenberger und Filmtagedirektor Ivo Kummer. Für Beerli war es das erste Jahr als Präsidentin der Solothurner Filmtage.
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2007: Bundesrat Samuel Schmid, Christine Beerli und Ivo Kummer beim Gang in die Reithalle
2007: Christine Beerli hält ihre Eröffnungsrede
2008: Bundesrat Pascal Couchepin wird von Christine Beerli begrüsst.
2009: Christine Beerli, Bundesrat Hansruedi Merz und Filmtagedirektor Ivo Kummer auf dem roten Teppich vor der Reithalle.
2010: Christine Beerli und Ivo Kummer begrüssen Bundespräsidentin Doris Leuthard
2010: Christine Beerli auf dem Weg zu ihrem Platz
2011: Blick in den Saal. Vorne in der Mitte sitzen Kantonsratspräsident Claude Belard, Christine Beerli, Bundesrätin Micheline Calmy-Rey, Filmtage-Direktor Ivo Kummer und Stadtpräsident Kurt Fluri.
2012: Seraina Rohrer, Christine Beerli und Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf Diesmal war es für Seraina Rohrer eine Premiere. Zum ersten Mal lief sie als Direktorin der Filmtage über den roten Teppich.
2013: Seraina Rohrer, Simonetta Somaruga und Christine Beerli im Fokus der Kameras
2013: Christine Beerli (3.v.r) mit Filmtage-Direktorin Seraina Rohrer, Bundespräsidentin Simonetta Somaruga und dem Team vom Eröffnungsfilm Rosie.
2014: Christine Beerli, Bundesrat Alain Berset und Seraina Rohrer posieren für die Kameras
2014: Christine Beerli bei der Eröffnungsrede
2015: Seraina Rohrer, Bundesrat Alain Berset und Ehefrau Muriel Zeender Berset, Christine Beerli.
2015: Simonetta Somaruga, Seraina Rohrer und Christine Beerli beim Jubiläumsfest «E nachtlang Filmtag»

2006: Christine Beerli, Bundesratspräsident Moritz Leuenberger und Filmtagedirektor Ivo Kummer. Für Beerli war es das erste Jahr als Präsidentin der Solothurner Filmtage.

Peter Gerber

Was braucht es für das Amt einer Präsidentin der Schweizerischen Gesellschaft Solothurner Filmtage?

Ich denke, es ist wichtig, dass im Verein strategische Führung klar definiert ist, dass man aber die operative Führung der Geschäftsleitung überlässt. Man muss sich kümmern, aber nicht ein Micro-Management übernehmen. Der Vereinsvorstand ist da, hilft bei Fragen und hat eine Aufsicht. Das soll die Geschäftsleitung spüren. Es ist wichtig, die richtige Mischung zwischen Nähe und Distanz zu finden.

Ist denn diese Vereinsstruktur der Solothurner Filmtagegesellschaft noch zeitgemäss?

Ich sage Ihnen ehrlich, als ich dieses Organigramm zum ersten Mal sah, dachte ich auch: Was für ein Schnittmusterbogen. Doch man muss verstehen, dass die Strukturen so gewachsen sind und sich über all die Jahre bewährt haben. Es läuft gut und gibt bis jetzt keinen Grund etwas zu ändern.

Während Ihrer Ära gab es einen markanten Publikumszuwachs an den Filmtagen.

Die Filmtage werden immer mehr zum Publikumsfestival, was mich freut. Früher war es doch eher eine Branchen-Veranstaltung. Wir haben die Zeichen der Zeit erkannt und die Filmtage immer mehr geöffnet, ohne die Branche zu vergessen.

Finden Sie es denn nicht schade, dass der Schweizer Filmpreis nicht mehr in Solothurn vergeben wird?

Wir haben ja mit der Nacht der Nominationen eine schöne Veranstaltung zum Filmpreis. Und ehrlich gesagt: Ich finde, die Verleihung des Schweizer Filmpreises hat ihren Durchbruch noch immer nicht geschafft. In Solothurn seien keine geeigneten Räume zu finden, hiess es beim Weggang der Veranstaltung. Ich finde aber, Solothurn hat nichts Wesentliches verloren.

Noch immer suchen die Filmtage nach einen zweiten Hauptsponsor. Warum ist die Suche so schwierig?

Wir hatten Glück, dass wir mit Swiss Life einen verlässlichen Partner haben, der uns weiterhin treu ist. Ich glaube, es ist deshalb nicht einfach, weil wir einen Partner suchen, der nicht international ausgerichtet ist, sondern in der Schweiz tätig ist. Das schränkt die Auswahl ein. Aber ich bin zuversichtlich. Wir dürfen nicht aufgeben.

Blicken wir noch einmal in die Vergangenheit. Welcher prominente Gast hat Sie beeindruckt?

Da kommt mir Schauspielerin Marthe Keller in den Sinn, die 2012 Rencontre-Gast war. Es hat mich beeindruckt, dass sie nicht dem Jugendlichkeitswahn verfallen ist.

Die Rencontre-Gäste in der Ära Christine Beerli 52. Solothurner Filmtage 2017: François Musy
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51. Solothurner Filmtage 2016: Ursina Lardi
49. Solothurner Filmtage 2014: Peter Liechti
48. Solothurner Filmtage 2013: Silvio Soldini
47. Solothurner Filmtage 2012: Marthe Keller
45. Solothurner Filmtage 2010: Niki Reiser
44. Solothurner Filmtage 2009: Léa Pool
43. Solothurner Filmtage 2008: Walo Lüönd
42. Solothurner Filmtage 2007: Renato Berta
41. Solothurner Filmtage 2006: Maximilian Schell
46. Solothurner Filmtage 2011: Ruth Waldburger

Die Rencontre-Gäste in der Ära Christine Beerli 52. Solothurner Filmtage 2017: François Musy

Jean-Vincent Simonet