Region Olten

Wenn Hunde- und Katzenhalter keine Ferien machen, bleiben auch die Tierpensionen leer

Tierheime, Tierpensionen oder Hundesitter bleiben derzeit ohne Aufträge. Eine Umfrage in der Region Olten.

Noel Binetti
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«Cats Land»: Leere Plätzli, wohin man sieht. Nun hofft Inhaberin Janine Hegi auf die Sommerferien.

«Cats Land»: Leere Plätzli, wohin man sieht. Nun hofft Inhaberin Janine Hegi auf die Sommerferien.

zvg

Eigentlich wäre jetzt jedes Plätzli belegt. Viele Familien mit Haustieren wären über die Ostertage verreist. Wären, denn an Ferien im Ausland oder in den Bergen ist im Moment nicht zu denken. Und so bleiben Tierheime, Tierpensionen oder Hundesitter ohne Aufträge. Bei allen Unternehmen aus der Region Olten, die ihr Geschäft mit daheimgebliebenen Tieren machen, klingt es ähnlich. Sarah Gültekin von «Homesitting Olten» erklärt auf Anfrage: «Wir nehmen bei uns Hunde, Katzen und kleinere Haustiere auf, doch der Umsatz ist um 99 Prozent eingebrochen.» Sie habe sich zwar per Formular um eine Entschädigung beworben, doch rechne sie nicht mit einem Erwerbsersatz für die Ausfälle. «Als selbstständig tätige Person falle ich wahrscheinlich durch alle Maschen, was die Hilfe des Bundes betrifft.»

Alle Hände voll zu tun haben zwar die Mitarbeitenden vom «Tierdörfli Olten». Der Besucherverkehr sei aber ausgesetzt. Doch weil es sich dort bei den meisten Tieren um Abgabe- und Fundtiere handle, spüren sie im Tierdörfli die Auswirkungen der stornierten Ferientage nicht so stark. Die Versorgung der Tiere sei weiter sichergestellt. «Die Aufnahme neuer Tiere ist immer noch möglich, allerdings nur in Notfällen und nach vorheriger telefonischer Kontaktaufnahme», wie Mirjam Walker auf Anfrage mitteilt. Trotz der unsicheren Lage sei es ihnen ein grosses Anliegen, die Tierschutzaktivitäten bestmöglich fortzuführen und allen ausgesetzten, zurückgelassenen und verwahrlosten Tieren eine sichere und artgerechte Unterkunft zu bieten.

«Cats Land» – die Pension für Katzen

Janine Hegi aus Niedergösgen führt das «Cats Land», eine Pension für Katzen. Sie bekommt die Krise im Geschäft mit voller Wucht zu spüren: «Eigentlich wäre ich jetzt ausgebucht, doch alle Reservierungen wurden storniert.» Weil sie die Pension im Oktober neu eröffnete, spürt sie zusätzlich die getätigten Investitionen. «Die eingegangenen Stornierungen belaufen sich auf einen Betrag von mehreren zehntausend Franken», so Hegi. Direkt betroffen von der Verordnung des Bundesrats sei sie zwar nicht, darum halte sie «Cats Land» auch weiter geöffnet, nur kommen eben keine Kunden mehr. Bloss noch vereinzelt würde die Stammkundschaft bei ihr vorbeischauen, etwa um Futter für die Vierbeiner zu kaufen. «Alle Buchungen von Auffahrt, Pfingsten und Ostern sind mittlerweile weggebrochen. Ich lebe jetzt von der Reserve und hoffe fest auf die Ferien im Sommer», blickt Hegi in die Zukunft.

Und auch beim Tierhotel 5 Stern in Niedergösgen herrscht zwar noch immer reger Betrieb, weil das Unternehmen eine kostenlose Betreuung für Tiere von für Armeeangehörigen, Zivilschützern und Pflegepersonal anbieten. Hier finden alle möglichen Tiere einen Unterschlupf. Ob Hund, Katze, Schlangen, Enten, Meerschweinchen, Kaninchen und andere Kleintiere: «Wir nehmen alles auf, was man als Haustier halten kann», sagt Michèle Auchli, Mitarbeiterin vom Tierhotel 5 Stern. Auch hier wurden Ferienplätze über die Ostertage abgesagt. «Wir können alle weiterarbeiten, behalten unsere Anstellung, doch mussten wir für den Betrieb Kurzarbeit beantragen.» Es dürfen keine Besucher mehr ins Haus, daher sind die Führungen im Tierhotel abgesagt. Und das Team? «Wir gehen gestaffelt in die Mittagspause und halten die Mindestabstände von 2 Metern ein», so Auchli.

Wer sich beim Tierheim Arolfingen nach einem neuen Haustier umsehen möchte, muss sich etwas gedulden. Denn aktuell kann man dort kein Tier «auf Probe» mit nach Hause nehmen, nur in einigen Ausnahmefällen sei dies möglich, wie die Mitarbeiterin und Lehrlingsbetreuerin Vanessa Unali auf Anfrage mitteilt: «Jetzt betreuen wir unsere Heimtiere und nehmen keine Ferientiere auf.» Einzig in Notfällen oder Tiere von Ärzten sowie Pflegepersonal würden zusätzlich tageweise beherbergt. «Die durch die abgesagten Termine verfügbar gewordene Zeit nutzen wir jetzt für Aufräumarbeiten.» Der Austausch mit Kunden finde per Telefon und Whatsapp statt. So würden zum Beispiel Bilder von Tieren mit Kundinnen und Kunden ausgetauscht.