Olten

Visionäres auf konkretem Weg: Neuer Verein setzt sich für lebendige Nachbarschaft ein

Eine lebendige Oltner Nachbarschaft: Was darunter zu verstehen ist, hat der kürzlich gegründete gleichnamige Verein definiert: nämlich eine attraktive und bezahlbare Lebens- und Wohnform in der Stadt.

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zvg

Am Mittwoch hat sich der Verein Lebendige Oltner Nachbarschaft (Leona) konstituiert. Dessen Ziel: Die Gründung einer Genossenschaft zum Bau einer Nachbarschaft, wie sie im vereinseigenen Visionspapier präsentiert wird.

Die Genossenschaft soll «ein wegweisendes Projekt im kleinstädtischen Kontext sein und zum lebendigen Stadtbild von Olten beitragen», wie der Verein in seinem Papier schreibt.

Angestrebt sind unter anderem gemeinschaftlich genutzte Räume im Erdgeschossbereich. Der gemeinschaftliche Ansatz soll verschiedene Generationen, Kulturen und soziale Schichten zusammenbringen. Auf den Punkt gebracht bedeutet dies:

  • ein Mix von Wohnungstypen, der eine Vielzahl von verschiedenen Lebensformen zulässt.
  • eine Organisation, welche im richtigen Mass ein Gemeinschaftsgefühl vermittelt und persönliches Engagement zulässt.
  • eine herausragende Gestaltung, die auch mit knappen Flächen eine hohe Qualität schafft und zu Begegnungen führt.
  • eine Anlage, die auf die vorhandene Umgebung reagieren, diese einbeziehen und bereichern soll.
  • der Ansatz «teilen statt besitzen» soll begünstigt werden (inkl. Raumnutzungen wie Mehrzweckräume, Ateliers oder Gästezimmer) und zu sinnvoll dimensionierten Einheiten führen.

Hochwertig und bezahlbar

Das Ziel ist weiter ein hochwertiges, ökologisch vertretbares und bezahlbares Projekt. Dessen Grösse orientiert sich an ungefähr 100 Nutzern. «Wir wollen Platz für Familien, Einzelpersonen, Paare, Mehrgenerationenwohnen, verschiedene soziale Schichten, Alleinerziehende, Geflüchtete, Minderheiten anbieten», so das Visionspapier weiter. Die Wohnungen würden bewusst unterschiedlich gross gehalten, gemischt und vielseitig gestaltet.

Die angestrebte soziale Durchmischung soll zu einer Inklusion führen. Inklusion beschreibt dabei die Gleichwertigkeit eines Individuums, ohne dass dabei Normalität vorausgesetzt wird. Als Lebensraum kommen nach Auffassung des Vereins ein Neubau oder auch das Umnutzen bestehender Bauten infrage. Finanziert wird die neue Nachbarschaft auch durch Gelder der Bewohner, wobei die Mietkosten auf Basis der Kostenmiete berechnet werden. Die Bewohner können weiter durch eigene Arbeit und Ideen zur Entwicklung der Nachbarschaft beitragen.

Im März dieses Jahres organisierte der Verein «Olten im Wandel» einen Informationsanlass, zudem zwei Vorstandsmitglieder von Neustart Schweiz eingeladen wurden. Basierend darauf wurde später in einem World Café das Fundament für das nun verabschiedete Visionspapier gelegt. Nach der Vereinsgründung möchte der Vorstand nun bestimmte Themen in Arbeitsgruppen vertiefen und auch mit Grundeigentümern in Kontakt treten.

Interessierte können aktuell via info@oltenimwandel.ch Mitglied werden. Eine eigene Vereins-Website wird in den kommenden Wochen erarbeitet und aufgeschaltet. (mgt/otr)