Olten SüdWest

Neuer Masterplan: Die wichtigsten sechs Fragen und Antworten

Der Masterplan fürs Entwicklungsgebiet Olten SüdWest liegt vor. In einer Woche wird er in der Aula des Berufsbildungszentrums öffentlich vorgestellt, wir zeigen Ihnen bereits die wichtigsten Punkte des neuen Konzeptes.

Fabian Muster
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Mit dem neuen Masterplan wollen Stadtrat und Arealbesitzer eine monotone Entwicklung des Quartiers, wie dies die bisherige Überbauung andeutet, vermeiden.

Mit dem neuen Masterplan wollen Stadtrat und Arealbesitzer eine monotone Entwicklung des Quartiers, wie dies die bisherige Überbauung andeutet, vermeiden.

Bruno Kissling
Olten Südwest: neues Konzept

Olten Südwest: neues Konzept

Bruno Kissling

1. Warum wurde ein neuer Masterplan ausgearbeitet?

Der Oltner Stadtrat war mit dem bisher gültigen Gestaltungsplan aus dem Jahr 2008 nicht mehr zufrieden. Dieser führe aufgrund der hohen zugelassenen Bebauungsdichte und einer Gebäudehöhe von höchstens 15 Metern zu einer «grossvolumigen und uniformen Bebauung», wie es in der gestrigen Mitteilung der Stadtkanzlei erneut hiess.

Öffentlicher Anlass: Neuer Masterplan wird vorgestellt

Nächsten Freitag, 29. September, um 19 Uhr wird der Masterplan in der Aula des Berufsbildungszentrums an der Aarauerstrasse 30 dem Publikum vorgestellt. Anwesend sein werden der Oltner Stadtpräsident Martin Wey, Stadtplaner Lorenz Schmid, Städtebauer und Landschaftsarchitekt Daniel Schneider sowie Areal-Besitzer Sigmund Bachmann von der Terrana AG Rüschlikon.

Ausdruck davon ist der erste Gebäudekomplex mit 420 Wohnungen, der im Herbst 2015 bezugsbereit war und von bösen Zungen auch schon als «Plattenbau» bezeichnet wurde. Auf Initiative des Stadtpräsidiums gab der Areal-Besitzer Sigmund Bachmann von der Terrana AG Rüschlikon im September 2016 grünes Licht, um den bisherigen Gestaltungsplan anzupassen.

Das erklärte Ziel: Die Architektur soll künftig vielfältiger ausfallen, es sollen auch Eigentums- und nicht nur Mietverhältnisse möglich sein und die Bevölkerung einen grösseren Mix aufweisen, als die Einzelpersonen und kinderlosen Paare, welche derzeit die 11⁄2- bis 41⁄2-Zimmer-Wohnungen mieten.

2. Der neue Masterplan liegt vor. Wie geht es nun weiter?

Der nun von Stadt und Bauherr ausgearbeitete Masterplan dient als Grundlage, um den bisherigen Gestaltungsplan anzupassen. Ziel ist es, dass dieser bis Ende 2018 ausgearbeitet und vom Kanton bewilligt vorliegt. Bachmann möchte Mitte 2018 mit der Projektierung der nächsten Bauetappe loslegen. Vor 2019 werden die Bagger realistischerweise nicht auffahren, sagt er.

3. Wie sehen auf dem Areal künftig die Gebäude aus?

Mit dem bisherigen Gestaltungsplan sind die Liegenschaften auf eine Höhe von 15 Metern begrenzt. Neu sollen die Gebäudehöhen flexibler werden. Im vorderen Bereich des Areals beim Bahnhof Hammer sind laut Masterplan vier Hochhäuser von bis zu 45 Metern mit 14 Geschossen geplant. In diesem Bereich kann sich Bachmann vorstellen, die dafür benötigten Parzellen an andere Investoren zu verkaufen. Hochhäuser seien nicht seine Spezialität, weil bei diesen besondere feuerpolizeiliche und bauliche Auflagen gelten, welche die Kosten in die Höhe treiben könnten.

Richtung Gheidebene sollen die Gebäude flacher werden, aber mindestens noch drei Geschosse aufweisen. Dort kann sich Bachmann auch Reihen- und Doppeleinfamilienhäuser vorstellen. «Es macht Sinn, diese nach dem Bau zu verkaufen und nicht zu vermieten.» Auch die Architektur der Gebäude soll vielfältiger werden (siehe Visualisierung).

Der neue Masterplan mit den geplanten Hochhäusern beim Bahnhof Hammer oben rechts und den nach unten links abnehmenden Gebäudehöhen. .

Der neue Masterplan mit den geplanten Hochhäusern beim Bahnhof Hammer oben rechts und den nach unten links abnehmenden Gebäudehöhen. .

Visualisierungen: ZVG

Zudem gibt es statt der bisher 14 klar bestimmten Baufelder nur noch 4 Baubereichsstränge, die variabel eingeteilt werden können. Wie die Energieversorgung künftig aussieht, ist noch unklar. Die bestehende Überbauung wird mit Öl beheizt. «Über die Energieform wird derzeit mit dem Grundeigentümer diskutiert», sagt Stadtentwickler Markus Dietler.

4. Wie sollen die Freiflächen dereinst aussehen?

Statt der «Resträume», wie es die Stadt in ihrer Mitteilung nennt, soll der Aussenraum zu «wirklichen Orten des öffentlichen Lebens» werden. Es ist viel Grün vorgesehen. Das Grundwasser, welches bereits jetzt aufstösst, soll für Gewässereinheiten benutzt werden. In der Mitte des 240 000-m2-Areals sieht der Masterplan nun einen Aufenthaltsplatz vor.

5. Wie wird im neuen Quartier der Verkehr geregelt?

Mit dem neuen Konzept soll der Autoverkehr auf einer Ringstrasse im neuen Quartier geführt werden und erhält beim Rötzmattweg eine separate Ein- und Ausfahrt (siehe Grafik).

So sieht die Erschliessung künftig aus: Blau die geplante Marktgasse, reserviert vorrangig für Fuss- und Velofahrer, rot die Ringstrasse für Autos mit separater Ein- und Ausfahrt beim Rötzmattweg sowie grün die Buslinie mit separater Ein- und Ausfahrt weiter vorne beim Rötzmattweg, um dem Stau vor dem Knoten auszuweichen.

So sieht die Erschliessung künftig aus: Blau die geplante Marktgasse, reserviert vorrangig für Fuss- und Velofahrer, rot die Ringstrasse für Autos mit separater Ein- und Ausfahrt beim Rötzmattweg sowie grün die Buslinie mit separater Ein- und Ausfahrt weiter vorne beim Rötzmattweg, um dem Stau vor dem Knoten auszuweichen.

Oltner Tagblatt

Die Mittelachse wird weitgehend autofrei und soll als Marktgasse für die Fuss- und Velofahrer reserviert sein. Die geplante Stadtteilverbindung Hammer wird damit aus Sicht der Stadt und des Arealbesitzers noch notwendiger – auch um den schon stark frequentierten Rötzmatt-Knoten zu entlasten.

Der Bus wird ab 2019 vom Gheid-Knoten ins Quartier geführt und erhält beim Rötzmattweg ebenfalls eine separate Ein- und Ausfahrt.

6. Wie sieht die Mietsituation in der bestehenden Überbauung aus?

Bisher sind rund 360 der 420 Wohnungen vermietet. Bachmann: «In den letzten Monaten halten sich die Mieter, die neu einziehen und wieder ausziehen, in etwa die Waage. Wir haben also beim Ziel Vollvermietung keine Fortschritte gemacht.»

Besonders viele 3,5-Zimmer-Wohnungen sind noch verfügbar, wie ein Blick auf die entsprechende Website zeigt.