Hägendorf

Nach Nein zu neuem Kindergarten: Der Begriff Schulzentrum macht die Runde

Die Gemeindeversammlung von Hägendorf lehnt das Projekt des Kindergartenneubaus Dünnernstrasse deutlich ab. Da isoliert dastehende schulische Einrichtungen heutzutage als nicht erstrebenswert gelten, präsentiert sich ein Schulzentrum als wahrscheinlichste Lösung.

Urs Huber
Drucken
Teilen

Bruno Kissling

Es hatte sich abgezeichnet, das Resultat. Und zwar schon mit dem ersten Votum zum Projekt Kindergartenneubau Dünnernstrasse, welches der Hägendörfer Gemeinderat am Dienstagabend dem Souverän vorlegte.

Das Projekt rasselte hochkant durch, fand keine Mehrheit. Neckisch: auch die Exekutive repräsentierte in der Schulfrage, wie sich später zeigen sollte, keine homogene Haltung, was ein Votant aus der Versammlung im Nachgang zur Debatte denn auch kritisierte.

Als erste hatte sich Kindergärtnerin Katja Mühle an der Versammlung dafür starkgemacht, das Projekt noch einmal zu überdenken. Weitere Stimmen dieser Art sollten folgen. Grundtenor: Unter der Prämisse der angestrebten Integration, im Hinblick auf eine gute Durchmischungen von Gruppen hiesiger Kinder mit solchen aus andern Kulturen mit anderer Muttersprache, sei eine isoliert dastehende schulische Einrichtungen nicht erstrebenswert.

Das Projekt Dünnernstrasse aber wäre just ein Solches geworden. Die pädagogischen Zeichen der Zeit dagegen stünden auf Schulzentren. Voilà.

Zentralisieren – integrieren

Diese grundsätzliche Haltung setzte sich schliesslich klar durch. Gemeinderat Ueli Ungethüm warf allerdings ein, ein solches zu errichten sei ein langfristiges Projekt, welches eine Menge an Planungsarbeit beinhalte und nicht von heute auf morgen umsetzbar sei. Es folgte eine lange Diskussion um mögliche Standorte, erste Schritte, Schülerfahrdienst und, und, und.

Hätte nicht Gemeindepräsident Andreas Heller in Erinnerung gerufen, dass lediglich ein Antrag, nämlich derjenige des Gemeinderats auf dem Tisch liege und ein Nein dazu den Rat auf Feld 1 der Schulraumplanung zurückführe; die Diskussion um Schule und deren geografische Verortung im Dorf hätte wohl noch lange gedauert.

Mit 27 zu 12 Stimmen bei 1 Enthaltung jedenfalls lehnte die Versammlung das 970'000 Franken schwere Geschäft Kindergarten Dünnernstrasse ab. Der Begriff Schulzentrum dürfte fortan zum festen Vokabular der Planerinnen und Planer gehören.

Ausbau umstritten

Umstritten war auch das Geschäft Ausbau Bühlstrasse West für 985'000 Franken. Zum einen wurde moniert, das Geschäft sei nicht gut vorbereitet. Zum andern sei man sich über den Ausbaustandard noch nicht einig. Der Antrag auf Nichteintreten scheiterte allerdings mit 26 zu 2 Stimmen bei 9 Enthaltungen deutlich.

Die fragliche Strasse steht derzeit im Besitz mehrerer Anrainer, soll aber in Gemeindebesitz übergehen, 5,40 m breit werden und als Durchgangsstrasse zwischen Nellenweg und Gässli dienen. Schliesslich fand das Projekt mit 31 Ja-Stimmen aber eine deutliche Mehrheit.

Unwidersprochen blieb an der von 41 stimmberechtigten Frauen und Männern besuchten Gemeindeversammlung der Nachtragskredit zum Umzug Sozialregion Untergäu an die Fabrik-strasse (91'000 Franken) sowie die Sanierungsprojekte Wasser-/Abwasserleitungen Rebhalde und Oltnerstrasse (knapp 600'000 Franken).

Schliesslich hoben die anwesenden Stimmberechtigten auch noch das Reglement über Organisation und Durchführung der Kontrolle von Feuerungsanlagen auf. Die Aufsicht über die Feuerungskontrolle obliegt künftig dem Amt für Umwelt, die Gemeinden sind von dieser Aufgabe befreit.