Mein Olten
Leere Plätze oder eine Minigolfanlage?

Martin Grütter
Martin Grütter
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Bruno Kissling

Bereits 2014 ist einmal die Idee aufgekommen, einen Teil der zur Oltner Badi gehörenden und somit eingezäunten Wiese für die Öffentlichkeit freizugeben. Das Vorhaben scheiterte damals. Die Idee erlebte aber im vergangenen Jahr ein Revival. Seit Mitte November ist die Wiese nun auf Probe offen. Na gut: Eine Testöffnung in den Sommermonaten wäre sicherlich aussagekräftiger als im Winter, aber das ist nun mal so.

Viel mehr frage ich mich heute, ob es wirklich ausreicht, einen Platz zum Chillen und Grillen zur Verfügung zu stellen. Oder ob es nicht doch etwas mehr Attraktivierungsmassnahmen braucht. Für mich hätte die Minigolfanlage, nachdem diese 1990 der Überbauung «Platanen» hatte weichen müssen, nie an den nachfolgenden Standort hinter dem Eisstadion gehört, sondern stets zur Badi. Ich bin überzeugt, dort wäre sie heute beziehungsweise natürlich in den Sommermonaten – nicht zuletzt dank Synergien mit der Oltner Badi – noch in Betrieb.

Inzwischen ist es ruhig geworden um die Wiese und die Minigolfanlage, wobei man bei Letzterer zuschauen kann, wie sich die Natur zurückkämpft. Stattdessen sind neue Ideen von einem Platz zur freien Nutzung für die Öffentlichkeit aufgekommen. Der Munzingerplatz soll ganz oder zumindest teilweise von den Parkplätzen befreit werden. Und dann? Olten hat ganz in der Nähe einen Platz der Begegnung. Jedoch begegnet sich dort kaum jemand, vor allem abends nicht. Zudem gibt es fast angrenzend die wunderschöne – und ich meine das ernst – Kirchgasse. Aber auch hier: Wenn nicht ein Event wie die Kilbi, die Beachvolleyballtour, die City-Lounge und anderes stattfindet, sind da noch die Märkte sowie ein paar Restaurationsbetriebe im Sommer und sonst bleibt von einer Kirchgasse als Begegnungszone nicht viel übrig. Es gibt wohl grossartige Läden in der Kirchgasse, aber für eine Belebung fehlt etwas Grosses mit Anziehungskraft. Aber das ist ein anderes Thema.

Es stellt sich für mich die Frage, ob wir nicht aus den bestehenden Plätzen zuerst mehr herausholen sollten, bevor ein neuer, möglicherweise toter Platz generiert wird. Wir gehen doch besser nochmals zurück zum Anfang: die Wiese zur Badi. Ich bin absolut dafür, dass man diesen Teil öffnet. Die Wiese soll aber nicht nur der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. Nein, damit sollte auch eine Attraktivierung verbunden werden. Man könnte doch die Möglichkeit prüfen, eine Minigolfanlage dort zu bauen, wo diese meiner Meinung nach immer hingehört hätte. Dazu noch ein paar Basketballkörbe, welche in Olten schon lange vermisst werden. Die Finanzierung dafür muss nicht zwingend durch die Einwohnergemeinde erfolgen. Es gäbe sicher andere Möglichkeiten der Mittelbeschaffung wie Crowdfunding und Sponsoring.

Und die Probleme? Die wird es geben: Lärm, Abfall, Betriebskosten, Unterhalt und anderes mehr. Jedoch ist jetzt noch nicht der Moment, Probleme zu suchen und Lösungen zu finden, sondern es wäre allenfalls Zeit, diese Idee einmal zu diskutieren. Ist die Idee nicht gut, dann ab in die Tonne damit; ansonsten sollte man das Projekt anpacken.

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