Olten
Eine Modekette mietet sich ein: Kirchgemeindehaus der christkatholischen Gemeinde wird zu Ladenlokal umgebaut

Die Gemeindeversammlung der christkatholischen Gemeinde Region Olten stimmt dem Projekt zu – bis in einem Jahr soll der neue Laden an der Kirchgasse 15 in Olten realisiert sein. Als Mieterin ist die Schweizer Modekette Nile vorgesehen.

Beat Wyttenbach
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Der rechte Teil des Erdgeschosses wird zu einem Laden.

Der rechte Teil des Erdgeschosses wird zu einem Laden.

Bruno Kissling

Um den klammen Finanzen der christkatholischen Kirchgemeinde Region Olten entgegenzuwirken, diskutierte der Kirchgemeinderat verschiedene Massnahmen, so unter anderem den Umbau und die Vermietung des Kirchgemeindehauses an der Kirchgasse 15. Am 5. Oktober fand die Infoveranstaltung statt, an welcher Fragen zum Projekt und zu den Kosten beantwortet wurden.

Am Montag nun wurde die ausserordentliche Kirchgemeindeversammlung in den Räumen ebendieses Kirchgemeindehauses durchgeführt, an der das Projekt als solches sowie der Investitionskredit über 152'000 Franken zu genehmigen war. Besonders die Mieterin für das vorgesehene neue Ladenlokal von rund 100 m2 im Parterre interessierte. Roger Lang vom Ressort Bau erklärte den 23 Stimmberechtigten, dass die Schweizer Modekette Nile das Lokal auf zehn Jahre mit Option auf weitere fünf Jahre mieten möchte.

Nile würde dafür 37'800 Franken Miete sowie 3450 Franken Lagerkosten pro Jahr entrichten. Zusätzlich werde sich die Modekette hälftig an den Umbaukosten beteiligen. «In den letzten drei Jahren haben wir rund 15'000 bis 17'000 Franken Miete pro Jahr mit dem Bereich im Erdgeschoss eingenommen. Das ist viel zu wenig», rechnete Lang vor.

Die Anwesenden nahmen den Faden der Infoveranstaltung vom 5. Oktober wieder auf und erkundigten sich, was mit den damals gewünschten Änderungen geschehen würde. Diese handelten im Wesentlichen vom Beibehalten der jetzigen hölzernen Eingangstüre, die nach links verschoben werden soll, von der Garantie der Rollstuhlgängigkeit vom Eingang bis zum Saal, von der Abgrenzung zu den oberen Stockwerken, vom Zügeln der noch brauchbaren Einrichtungen von der alten in die neue Küche sowie von der Gewährleistung des Fluchtweges. Lang versprach, all diese Anliegen zu berücksichtigen, und die Umbaupläne zusammen mit dem zuständigen Architekten entsprechend anzupassen.

Läden wird bis in einem Jahr realisiert

Alt Kirchgemeinderat Fritz Neuhaus liess kein gutes Haar am Projekt und erklärte, dass diese baulichen Massnahmen «eines Pfarrhauses nicht würdig sind; dieses schöne Gebäude wird auf diese Weise verunstaltet». Er vertrat die Meinung, dass «eine wirtschaftliche Nutzung auch ohne diesen Umbau möglich ist; man hat zu wenig nach Alternativen gesucht».

Er äusserte den Gedanken, man könne die bestehende Infrastruktur auch anderweitig nutzen, etwa für Bankette oder Schachturniere. Deshalb stellte er den Antrag, dem Projekt eine Absage zu erteilen. «Es ist eine Notsituation, wir müssen jetzt handeln», entgegnete ihm hingegen Kurt Füeg. Und Kirchgemeinderätin Ursula Ulrich ergänzte:

«Mit dieser Lösung haben wir den Kirchgemeindesaal genauso wie bisher zur Verfügung.»

Der Antrag Neuhaus wurde in der Folge mit 20 zu 3 Stimmen deutlich abgelehnt, sodass Präsidentin Monique Rudolf von Rohr zur Schlussabstimmung schreiten konnte. Die Anwesenden stimmten dem Projekt und dem Investitionskredit jeweils mit 20 zu 3 Stimmen deutlich zu. Der Baubeginn ist für Sommer 2022 vorgesehen, der Umbau soll laut Lang «etwa zwei bis zweieinhalb Monate» dauern. In dieser Zeit werde der Kirchgemeindesaal für niemanden zugänglich sein.

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