Etwas in den Sparstrumpf für das Alpschulhaus II

Diskussionslos und einstimmig verabschiedete die Gemeindeversammlung Wangen bei Olten als einziges Geschäft die positive Rechnung 2017

Urs Amacher
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Das Kindergartengebäude (Vordergrund) soll abgerissen und an dessen Stelle der Neubau (Bild unten) realisiert werden. Links das Alpschulhaus.

Das Kindergartengebäude (Vordergrund) soll abgerissen und an dessen Stelle der Neubau (Bild unten) realisiert werden. Links das Alpschulhaus.

Bruno Kissling

Der Beginn der Gemeindeversammlung im Alpschulhaus war dem Fernsehsport zuliebe bereits auf 19 Uhr angesetzt. Doch die Uhr im nachbarlichen Kirchturm schlug noch nicht halb acht, da war die Traktandenliste auch schon abgearbeitet, und die knapp vierzig Stimmbürgerinnen und Stimmbürger konnten auf den Vorplatz hinaus wechseln zur von der Fasnachtszunft Gheidvaganten aufgetischten Erfrischung.

Ausschliesslich die Rechnung

Als einziges Geschäft war die Rechnung 2017 zu behandeln. Gemeinderat Florian Wüthrich, Chef Ressort Finanzen und Steuern, stellte die Geldflüsse des vergangenen Jahres in groben Zügen vor. Er konnte von einem erfreulichen Ergebnis berichten. Die Erfolgsrechnung 2017 schliesst bei Einnahmen und Ausgaben von rund 26 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von 32'538 Franken ab. Dieses Ergebnis ist zwar geringer als die budgetierten 750'000 Franken, doch kann Wangen wie in den letzten vier Jahren mit diesem ausgewiesenen Plus ein weiteres Mal schwarze Zahlen schreiben.

Der Ertragsüberschuss konnte erzielt werden, obwohl die Gemeinde 580'000 Franken zusätzliche Abschreibungen, vor allem bei den Schulliegenschaften, vornahm und eine Einlage von 4 Millionen Franken als Vorfinanzierung für den geplanten Neubau des Schulhauses Alp II tätigte. Beides wird in Zukunft die Erfolgsrechnung der Einwohnergemeinde entlasten. «Unsere Finanzen sind gesund und solide», bilanzierte Wüthrich. Die an sich positive Entwicklung der Gemeinde, die Erstellung von zusätzlichen Wohnungen etwa, werde aber zusätzliche Investitionen erfordern. Da gelte es, vorausschauend und zugleich haushälterisch mit dem Geld umzugehen, Gewünschtes und finanziell Tragbares im Gleichgewicht zu halten.

Für mögliche Prozesskosten

Budgetabweichungen von mehr als 100'000 Franken müssen als Nachtragskredite der Gemeindeversammlung vorgelegt werden. Deshalb war neben den erwähnten Summen für die Schule eine Rückstellung von 200'000 Franken für allfällige Prozesskosten wegen eines strittigen Vermächtnisses an die Gemeinde zu genehmigen. Dabei gehts um eine bis siebenstellige Summe.

Da für die Diskussion und Fragen niemand das Wort verlangte, liess Gemeindepräsidentin Daria Hof-Schwarzentruber über die Erfolgs- und Investitionsrechnung, die Nachtragskredite und die Verwendung des Gewinns sowie über die spezialfinanzierte Abwasser- und Abfallbeseitigung in einem Paket abstimmen. Sämtliche 39 anwesenden Stimmberechtigten signalisierten Zustimmung. Unter den Gästen war übrigens Sandro Riso, der im kommenden November den bisherigen Gemeindeschreiber Beat Wildi ablösen wird.