Olten

Ein Abgesang auf zehn Jahre «Nachtfieber»

Die Late-Night-Show gab am Samstag in der Oltner Schützi ihre vierzigste und letzte Vorstellung.

Isabel Hempen
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Gestorben wird mit grosser Geste. So dachten die Macher der Oltner Late-Night-Show «Nachtfieber», die am Freitag ihre vierzigste und allerletzte Vorstellung in der Schützi auf die Bühne brachten. Es sollte ein veritabler Abgesang werden, der musikalische Auftakt liess da keine Zweifel aufkommen: «I just died in your arms tonight» gab Rolf Strub in der Rolle des Alfie Battler und in Begleitung der Nachtfieber-Band zum Besten. Für Pathos war also von Anfang an gesorgt; wäre dieser auch bis zum Schluss durchgehalten worden, dann hätte das «Nachtfieber» tatsächlich einen dramatischen Abgang gemacht.

Die vierzigste und letzte Vorstellung der Late-Night Show war gespickt mit vielen Highlights.
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Die vierzigste und letzte Vorstellung der Late-Night Show war gespickt mit vielen Highlights.
Die vierzigste und letzte Vorstellung der Late-Night Show war gespickt mit vielen Highlights.
Die vierzigste und letzte Vorstellung der Late-Night Show war gespickt mit vielen Highlights.
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Die vierzigste und letzte Vorstellung der Late-Night Show war gespickt mit vielen Highlights.

Die vierzigste und letzte Vorstellung der Late-Night Show war gespickt mit vielen Highlights.

Remo Fröhlicher

Moderatoren schwächelten

Zehn Jahre lang hatte die «Show nach Zehn» auf der Oltner Agenda gestanden. Die vierzigste und letzte Ausgabe fing jedoch bereits um neun an, stand doch zusätzlich die Versteigerung des Inventars auf dem Programm. Das überragende Thema des Abends: Ende, Aus, Schluss. In einem Filmchen hörte sich die Kunstfigur Dr. Grünspan, verkörpert von Matthias Kunz, in Olten um: «Für wen wäre es auch noch an der Zeit aufzuhören?» Die SVP, Trump, und ausserdem solle man aufhören, so viele Wahlplakate in der Stadt aufzuhängen, meinten die befragten Passanten.

Mit dem Duo Luna-tic traten die ersten Gäste des Abends auf. Deren mehrsprachiges Liederkabarett – französisch, berlinerisch, italienisch, schweizerdeutsch – überraschte die Zuschauer mit charmantem Ulk. Anschliessend nahmen sie am Gästetisch Platz, wo die Moderatoren und Nachtfieber-Macher Rhaban Straumann und Matthias Kunz mit ihnen plauderten. Leider wurde dabei deutlich, dass gerade die Moderatoren die schwächste Show ablieferten: Ihre Sätze wirkten zu einstudiert, ihre Antworten zu wenig schlagfertig. In ihren selbst gewählten Rollen überzeugten sie nicht.

Nachgefragt bei: Rhaban Straumann

Rhaban Straumann, wie fühlen Sie sich nach der letzten «Nachtfieber»-Vorstellung?
Rhaban Straumann: Wehmütig, traurig, stolz. Jetzt wird mir erst bewusst: Jetzt ists also fertig. Aber ich bin auch sehr erleichtert, die Vorstellung war wie immer ein Marathon.

Warum hört ihr auf?
Genau wegen dieser Gefühlsmischung . Zehn Jahre sind ein guter Zeitpunkt, um aufzuhören. Und die Leute vom «Nachtfieber»-Team haben über die Jahre ja auch alle nicht mehr Zeit dazugewonnen. Die Show war eine grosse Kiste.

Gibts eine Idee für ein Nachfolgeprojekt?
Konkret nicht. Wir haben bewusst gesagt, dass wir noch nicht über etwas Neues reden. Aber ein paar Ideen sind da, Gedankenspielereien halt. Ich kann nichts versprechen. Nur so viel: 2017 wird es sicher nichts Neues geben.

Rhaban Straumann ist Schauspieler, Satiriker und Autor aus Olten und einer der Macher der Late-Night-Show «Nachtfieber».

Endo Anaconda besorgte Pathos

Der deutsche Kabarettist Jess Jochimsen dürfte dem Oltner Publikum zum Teil bereits bekannt gewesen sein, war es doch nicht sein erster Auftritt in der Dreitannenstadt. Mit hintergründiger Komik beschrieb er den sogenannten Ernst des Lebens als «russischen Schwarz-Weiss-Film mit französischen Untertiteln» und plädierte dafür, Filmsätze öfters einmal in den Alltag einzuweben: «‹Das alles, mein Sohn, wird einmal dir gehören› – einfach ab und zu mal so einen Satz!»

Slam-Poetin Lisa Christ, angekündet als Künstlerin und Feministin, handelte dann die jüngeren Themen ab. Als Zuhörer war man froh, ein Leben ohne Dauerberieselung durch Handy und Internet zu kennen und gelangte überhaupt zur Einsicht, nicht noch einmal 25 sein zu wollen. Und ja, Poetry Slam ist ohnehin immer Stil- und Geschmacksache.

Mit Endo Anaconda trat der nicht so heimliche Star des Abends auf. Der Sänger der Mundartband Stiller Has steckte mit seiner Grandezza und seinem tiefgründig groovenden Sound alle in den Sack, die vor und nach ihm auf die Bühne kamen. «Guarda che luna»: Hier waren sie wieder, die grossen Gefühle, der Pathos, die man sich von diesem Abend erhofft hatte. Allein um den Berner Sänger zu hören, hatte sich der Gang in die Schützi gelohnt.
Schliesslich kam die mit Spannung erwartete Versteigerung von Nachtfieber-Inventar.

Schnell wurde klar, dass es sich dabei weniger ums grosse Kohle-Machen denn um Klamauk handelte. Und wenn dieser vom grossartigen Komiker-Duo Cécile Steck und Didi Sommer alias Comedia Zap betrieben wird, dann lässt man ihn sich noch so gerne gefallen. Das gesamte Publikum konnte mitbieten: Ein Nachtfieber-T-Shirt ging sogleich für grosszügige 48 Franken weg, wohingegen die Ming-Vase im Wert von 25 000 Franken dem ungeschickten Helfer aus den Händen fiel.

Dafür aber, wie die Auktionatorin feststellte: «Ein Traum wird wahr – aussehen wie Grünspan!» Der Haarfestiger des stets gut gegelten fiktiven Bundesbeamten fand für 14 Franken einen Abnehmer. Bei der Versteigerung des «Nachtfieber»-Schriftzugs geriet das Publikum schier aus dem Häuschen und die Auktionsmadame kam den Geboten kaum noch nach: In atemlosen Zwei-Franken-Schritten stieg der Preis bis auf 360 Franken, die ein absoluter «Nachtfieber»-Fan gerne locker machte.

Als man die Veranstaltung schon an ihr Ende gekommen glaubte, nahms mit den Zugaben kein Ende. Wo diese doch das denkbar Überflüssigste sind, was auch ein Rockkonzert oder das Leben überhaupt zu bieten haben. Schliesslich: Funkensprühen, vom Himmel fallende Glitzerfetzen, und irgendwann war dann wirklich Schluss. «Nachtfieber», ruhe in Frieden.